Eine spannende Ausstellung ist derzeit im Foyer der Sparkasse zu sehen. Jacques Unbekandt aus Fécamp gestaltet in diesem Herbst die traditionelle Ausstellung der Jumelage. Insbesondere sein ungewöhnlicher Nachname weckte an der Vernissage die Neugier der Besucher.

Name ist kein Pseudonym

„Unser Künstler ist Unbekandt, aber er wird bekannt sein“, sagte Jumelage-Präsident Michelle Billiaux. Wilhelm Hundorf, der für den Freundeskreis die einführenden Worte sprach sagte: „Ich hoffe, dass Jacques Unbekandt nun auch in Rheinfelden kein Unbekannter mehr sein wird“.

Als Hundorf im Frühjahr erfahren hat, dass ein Künstler namens Unbekandt seine Bilder in diesem Jahr ausstellen wird, dachte er, dieser Name sei ein Pseudonym. Und so wie ihm ist es wohl einigen der vielen Gäste am Dienstagabend ergangen. Doch der Name geht auf einen Vorfahren zurück, der im 17. Jahrhundert als Findelkind bei einer Pflegefamilie abgelegt wurde. Da sein Name unbekannt war, wurde er in das Standesamtsregister mit dem Namen Unbekandt eingetragen.

Motive aus dem Alltag

Mehr als 30 Werke – das ist eine kleine Auswahl – seines künstlerischen Schaffens sind in der Sparkasse zu sehen. Da gibt es Kaltnadelgravuren von Fischerbooten oder Kieselsteinen am Strand – Motive aus dem Alltag des Künstlers. Mit einer harten Stahlnadel kratzt er mit einem geübten Blick für kleinste Details das gewählt Motiv in eine Kupferplatte hinein. Die feinen Ritzen werden mit meist schwarzer Farbe gefüllt und das Motiv mit Hilfe einer Presse auf Büttenpapier übertragen.

Von nachdenklich bis humorvoll

Unbekandt arbeitet heute meist mit Acrylfarben, dabei wählt er auch gesellschaftliche Themen wie „Frieden“. Sie zeigen, dass er sich politisch engagiert und die Ungerechtigkeit und die Unzulänglichkeit des Menschen zum Ausdruck bringen will. Freundlich und humorvoll sind dagegen die Kinderbilder, unter denen auch ein Selbstporträt zu finden ist. Interessant ist auch das farbenfrohe Bild „Familienportraits“, eine Zusammenstellung von 25 Porträts, die karikaturhaft überzeichnet sehr unterschiedliche Charaktere darstellen.

Jacques Unbekandt ist am 29. Februar 1952 geboren, er verbrachte seine Kindheit im badischen Freiburg und in Wien. Nach der Universitätsausbildung in Paris und dem Studium der Malerei in verschiedenen Ateliers zog er 1977 in die Normandie, wo er hauptberuflich als Lehrer arbeitete. Seit zehn Jahren hat er in Yport, einem kleinen Fischerdorf in Nachbarschaft der Partnerstadt Fécamp, sein eigenes Atelier.

Ausstellung: Die Ausstellung von Jacques Unbekandt ist noch bis Donnerstag, 21. November, in der Kundenhalle der Sparkasse am Friedrichplatz zu sehen.