Auf Schritt und Tritt liegen Kippenstummel am Boden und stören im Stadtbild. Viele Bürger ärgert dieser Anblick, sie wünschen sich mehr Mülleimer, Aschenbecher und Kontrollen. Die Mitarbeiter vom Technischen Dienst leeren täglich schon 230 Mülleimer im Stadtgebiet, doch das Problem besteht weiter. Wenn der kommunale Ordnungsdienst 2020 seine Arbeit aufnimmt, wird er sich auch um das Thema Unrat kümmern.

Einwohner stören sich an den vielen Stummeln

„Dass Rheinfelden eine saubere Stadt ist, habt ihr schon fast erreicht“, lobte eine Bürgerin in der Fragestunde im Gemeinderat, „bis auf die Kippenstummel.“ Sie schlug vor, mehr Mülleimer mit integrierten Aschenbechern aufzustellen und durch das Ordnungsamt Müllsünder zu kontrollieren und Bußen zu verhängen. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt antwortete, dass der künftige kommunale Ordnungsdienst weitreichendere Befugnisse erhalte, als den ruhenden Verkehr zu kontrollieren. „Es liegt mir sehr am Herzen. Ich stehe dafür ein“, betonte die Bürgerin, die schon in der Bürgersprechstunde des OB gewesen war und auch mit Siegfried von Au, Amtsleiter der Technischen Dienste, gesprochen hatte.

Sie spricht unterwegs die Raucher an

Im Gespräch sagte sie, dass sie unterwegs immer Raucher, besonders junge Leute, anspreche, dass diese die Zigarettenfilter nicht wegwerfen sollten. „Ich erkläre, dass das in das Trinkwasser geht und, dass sie das weiter erzählen sollen.“ Nur ein einziges Mal habe sie eine blöde Antwort bekommen, als ein junger Mann meinte, er sei ein freier Mensch und könne machen, was er wolle. Bei verschiedenen Supermärkten in der Güterstraße sei die Situation durch das Aufstellen von Aschenbechern besser geworden, erzählt sie. Nur ein Drogeriemarkt hatte keinen aufgestellt, da hat sie im Geschäft vorgesprochen und die Zentrale angeschrieben, und hat erreicht, dass nun ein Aschenbecher steht.

Abfallgesetz mit klaren Regelungen dazu

Die Rechtsgrundlage, um das Wegwerfen von Müll oder Kippenstummeln zu ahnden, findet sich im Abfallgesetz. Wird eine Anzeige gemacht, geht das Ordnungsamt dem Fall nach und ahndet auch, heißt es auf Anfrage. Das maximale Verwarnungsgeld beträgt 55 Euro. „Das kam allerdings in den den letzten Jahren nicht vor“, sagt Amtsleiter Dominik Rago. Grundsätzlich lässt sich ein Verbot, Kippen auf den Boden fallen zu lassen, auch in der städtischen Polizeiverordnung regeln. Rago bestätigt, dass die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdiensts bei ihren Kontrollen auf Müllsünder achten werden.

Das Thema bewegt auch die junge Generation

Das Thema bewegt auch die junge Generation. Ein 17-Jähriger aus Degerfelden erklärt: „Es braucht mehr Mülleimer, dreigeteilte mit Mülltrennung. Mülltrennung ist wichtig.“ Auch den Rauchern sollten Möglichkeiten geboten werden, Kippen zu entsorgen. Er sieht das Problem weniger in der Innenstadt als am Rheinufer-Rundweg, wo der Müll nach Picknicks liegen bleibe, weil keine Mülleimer aufgestellt sind. Im Kernstadtbeirat hatte zuletzt Anja Eberle, Filialleiterin des Schuhhauses Werdich, das Thema Sauberkeit in der Stadt angesprochen. Besser sei es nicht geworden, meint sie.

Zu wenige und zu kleine Mülleimer

Besonders samstags und sonntags böte die Stadt kein gutes Bild. Sie meint, dass es zu wenig und zu kleine Mülleimer sowie zu wenig Aschenbecher gibt. Wenn diese bereitgestellt würden, dann würden die Raucher sie auch nutzen. „Das manuelle Aufnehmen von Zigarettenstummeln ist wegen der Größe dieses Abfalles aufwändiger als das Einsammeln von anderen Abfällen“, erklärt von Au auf Nachfrage.

Vier Stunden zum Säubern der Fußgängerzone

Für die Kehrmaschine stellen Kippen kein Problem dar. In der Innenstadt wird täglich auch an Samstagen und im Sommer zusätzlich an Sonn- und Feiertagen kontrolliert, Müllbehälter mehrmals täglich geleert und Abfälle eingesammelt. „Im Durchschnitt werden täglich etwa vier Stunden Arbeitszeit für die Sauberhaltung der Fußgängerzone aufgewandt“, so von Au.

Ralph Hässler (links) und Dieter Dölfel vom städtischen Werkhof sorgen mit Gebläse, Besen und Kehrschaufel für Ordnung.
Ralph Hässler (links) und Dieter Dölfel vom städtischen Werkhof sorgen mit Gebläse, Besen und Kehrschaufel für Ordnung. | Bild: Horatio Gollin

Werkhofleute leeren täglich 230 Mülleimer

„Es liegt schnell Müll herum“, meint Dieter Dölfel vom Werkhof. Mit Gebläse, Besen und Kehrschaufel sorgen er und Ralph Hässler für Sauberkeit zwischen Salmegg-Park und Trimm-Dich-Pfad. Rund 230 Mülleimer leeren sie täglich. Dabei kommen rund 50 110-Liter-Säcke an Müll zusammen. „Es bringt keine Verbesserung, wenn mehr Mülleimer aufgestellt werden, dann haben wir nur mehr Hausmüll“, glaubt Hässler.

Baumschutzscheiben besonders problematisch

Obwohl Eigentümer oder Mieter im Abstand von zwei Metern vor den Häusern für Ordnung sorgen müssten, durchkämmt der Werkhof die komplette Fußgängerzone und Friedrichstraße. Besonders problematisch sind die Baumschutzscheiben, wo sich Unrat und Kippenstummel sammeln. Einmal im halben Jahr werden die Scheiben dann rausgewuchtet und der ganze Müll entfernt.