Nachdem das Streitthema Pferdeäpfel in einigen Leserbriefen und kürzlich erneut im Karsauer Ortschaftsrat diskutiert wurde (wir berichteten), melden sich nun die Reiter selbst zu Wort. Genauer gesagt die Familie Frech, Besitzer des Reitstalls Frech City in Karsau und Isabelle Frauenstein, Vize-Vorsitzende des Reitvereins. Sie wundern sich, dass zwar schon sehr viel über sie gesprochen wurde, aber noch niemand aus der Verwaltung das Gespräch mit ihnen gesucht habe.

Auf dem Hof gibt es bereits Maßnahmen

„Wir erfahren alles nur aus der Presse, aber bisher ist keiner zu uns gekommen, um zu sagen, was die Verwaltung denn eigentlich genau möchte“, sagt Frauenstein. Und das, obwohl ihr und der Familie Frech nach eigenen Angaben sehr viel an einer einvernehmlichen Lösung liege. Gerne würden sie bei einem solchen Gespräch auch darauf hinweisen, dass auf dem Hof schon viele Maßnahmen gegen zu viele Pferdeäpfel auf den Wegen getroffen werde. So gibt es bei Frech City einen Verhaltenscodex, der im Stall aushängt und auf den jeder Reiter hingewiesen werde.

Alles ist im Verhaltenscodex festgelegt

Neben vielen weiteren Punkten heißt es dort unter anderem: „Beseitigen von Pferdemist ist für Reiter/Fahrer Ehrensache. In bewohnten Gebieten muss der Pferdemist entfernt werden. Es spielt keine Rolle, ob das Pferd während des Ausrittes oder bei einer Rast Mist hinterlässt, die Pferdeäpfel müssen geräumt werden.“ Günter Frech weist aber auch darauf hin, dass es, gerade bei einem Ausritt im Wald, für die Reiter kaum möglich ist, den Pferdemist zu entsorgen. Der Reiter müsste absteigen, den Mist (womit?) irgendwo entsorgen (wohin?) und dann wieder aufsteigen.

"Wir sind nicht die einzigen, die in der Gegend reiten"

Frech weist zudem darauf hin, dass in diesem Jahr möglicherweise etwas mehr Pferdeäpfel liegen geblieben sind als sonst, da der Sommer sehr heiß und trocken war. Und noch etwas möchten die Frechs gerne klarstellen. „Wir sind nicht die einzigen, die hier in der Gegend reiten, auch wenn im Ortschaftsrat nur unser Name gefallen ist“, sagt Ingrid Frech. Von den etwa 80 Pferden, die auf dem Hof der Frechs stehen, seien gerade mal zehn bis 15 pro Woche im Wald unterwegs.

Kontakt zur Ortsverwaltung und zum Ordnungsamt besteht

Und dennoch möchten sich die Frechs gerne an einer Lösung für das Problem beteiligen, so es denn eine solche überhaupt gibt. Zumindest aber möchten sie nun auch einmal mitreden. Ingrid Frech hat nach eigenen Angaben bereits Kontakt zur Karsauer Ortsverwaltung und zum Ordnungsamt aufgenommen und um einen gemeinsamen Termin, bei dem auch Förster Jörg Hinderer dabei sein soll, gebeten.

Da sich dies als kompliziert herausgestellt hat, hat sich der Reitverein nun vorgenommen, zu der nächsten öffentlichen Ortschaftsratssitzung in Karsau zu gehen, um das Thema dort zu besprechen. Ingrid Frech wolle das noch mit Karsaus Ortsvorsteher Jürgen Räuber abklären, wie sie sagt.

Auch beim Thema „nicht-verkehrstaugliche“ Pferde, vor denen Jörg Hinderer in der vergangenen Sitzung des Ortschaftsrates gewarnt hatte (wir berichteten), weisen die Frechs darauf hin, dass sie nicht die einzigen Reiter in Rheinfelden seien und dass ihre Pferde in der Regel sehr gut zu kontrollieren seien, dass es Turnierpferde seien.