Der Blick auf fünf Jahre Innenstadtentwicklung lohnt sich. IHK-Geschäftsführer Bertram Paganini hat ihn für die Mitglieder im Gewerbeverein geschärft und ein erfreuliches Informationspaket für Handel und Gewerbe am Mittwoch an den Hochrhein gebracht. Die Entwicklung anhand von MB Research erhobener statistischer Fakten bescheinigt Rheinfelden seit 2010 ein beachtliches Kaufkraftplus von 20 Prozent. Die aktuellen 810 Millionen Euro werden sich nach IHK-Einschätzung aufgrund mehrerer Faktoren 2016 auf 837 Millionen Euro im Jahr ausbauen. „Es geht eindeutig weiter nach vorne“, betonte Paganini in seinem Referat.

Das hielt er bei der Hauptversammlung der Interessenvertretung von Handel, Gewerbe und Dienstleistung am Mittwochabend auch zum Einstieg in das das neue Zentrenkonzept, das Wirtschaftsförderung und Gemeinde in die Wege leiten. Das soll dazu beitragen, dass sich die Geschäftsentwicklung und Stadtentwicklung in die richtige Richtung bewegen. Inzwischen ist von einer Kaufkraft pro Person bis 25000 Euro und Jahr die Rede. Davon wirken sich mittlerweile fast 7000 Euro einzelhandelsrelevant aus. Entsprechend steigt der Kaufkraftindex, so dass Marktforscher Rheinfelden inzwischen als dynamisch einstufen, ließ Paganini wissen. Für den IHK-Fachmann läuft es „in die richtige Richtung“. Denn er misst der Grenzregion Hochrhein noch erhebliche Zuwächse zu, zumal die nachbarschaftliche Kaufkraft der Schweizer, die bei mindestens 10000 Euro pro Person liegt, miteinfließt und die Bevölkerung im Großraum Basel nach allen Prognosen deutlichen wachsen wird. Rheinfelden liegt nach IHK-Bewertung mitten in der Zuwachsregion.

Am Umsatzplus im Einzelhandel haben die Schweizer Kaufkraft, der Währungsgewinn und die Mehrwertsteuerrückerstattung nach Bertram Paganinis Einschätzung wesentlichen Anteil. Er machte aber auch deutlich, dass rein statistisch nur fünf von 100 Franken aus den Grenzkantonen im Deutschen ausgegeben werden. Die gute Konjunktur, Kaufkraftzufluss und Bevölkerungszuwachs haben laut IHK-Berechnungen dem örtlichen Einzelhandel 223,5 Millionen Euro Umsatz beschwert. Er gab in die vollbesetzte Teilnehmerrunde im Hotel Danner deshalb die Überlegung ein, Aufenthaltsqualität in der Stadt zu verbessern und auch Freizeit und Kulturangebote als wichtigen Anreiz für einen Besuch in Rheinfelden zu verstehen.

Für Gebrauchsartikel im Bereich Freizeit und Kultur wurden 2015 laut IHK in Rheinfelden 1,9 Millionen Euro ausgegeben (plus 43,9 Prozent zu 2010), statistisch sind das pro Kopf 58 Euro. Erheblich mehr lassen Konsumenten für die Dienstleistungen im Freizeit- und Kulturbereich vor Ort liegen: Theaterkarten, Konzerteintritte und Pauschalreisen liegen inzwischen bei 658 Euro pro Kopf und Jahr. Noch mehr wird bei Essen und Trinken außer Haus umgesetzt: Der Zuwachs innerhalb von fünf Jahren liegt bei gut 23 Prozent, unterm Strich werden in der Gastronomie, an Imbissen und bei Festen 21,7 Millionen Euro im Jahr ausgegeben. Paganini empfahl auch, aus dem Alleinstellungsmerkmal Rheinfelden Schweiz und Baden Nutzen zu ziehen mit einem gemeinsamen Stadtmarketing, den die Bevölkerung auf Schweizer Seite des Grenzraums gebe für diese Dienstleistungen deutlich mehr Geld aus. (ibö)