Den Tag des Nachbarn zu feiern, ist eine junge Initiative. Sie entstand vor 20 Jahren in Frankreich und wurde bereits 2004 als Europäischer Tag der Nachbarschaft in den Kalender übernommen. Mit einem interkulturellen Hoffest klinkte sich Rheinfelden zum ersten Mal in den bundesweiten Aktionstag ein.

Auf dem Hof zwischen Bürgertreffpunkt Gambrinus und Tafelladen wurde ein Nachbarschaftsfest gefeiert mit einem internationalen kulinarischen Angebot und einem ansprechenden buntgemischten Bühnenprogramm.

Vier Monate lang wurde das Fest geplant und organisiert. Bei Günther Schmidt und Christine Tortomasi vom SAK Quartiersmanagement liefen die Fäden zusammen. Ein großes Team um Slavica Stanojevic vom „Runden Tisch mitgemischt“ arbeitete unermüdlich, hier wurde das Essen organisiert und das Bühnenprogramm auf die Beine gestellt.

Deko aus recyceltem Material

Die Tafel Rheinfelden stellte ihre Räume zur Verfügung, sodass die Speisen hygienisch einwandfrei angeboten werden konnten. Für ein gemütliches Ambiente auf dem Hof mit vielen bunten Papierblumen und raffinierter Deko aus recyceltem Material hatten Wohngruppen des St. Josefshauses (Kronenstraße) gesorgt.

Unter der Leitung von Kerstin Meyer hatten die Menschen mit Behinderung für das Fest gebastelt und dekoriert, jetzt nahmen sie mit großer Freude auch daran teil.

Bürgermeisterin Diana Stöcker eröffnete das Fest und betonte bei ihrer Rede, dass sich der Hof zwischen dem sozialen Kompetenzzentrum Gambrinus und dem Tafelladen hervorragend für ein Nachbarschaftsfest eigne. „Denn im Bürgertreffpunkt und im Tafelladen treffen sich tagtäglich die verschiedensten Menschen aller Altersgruppen, ehrenamtliche Gruppen und Institutionen zu Austausch und Beratung. Diese Nachbarschaft steht heute im Mittelpunkt.“

Spezialitäten aus aller Welt

Die alkoholfreien Getränke wurden von der Freiwilligenagentur des Bürgertreffpunkt Gambrinus verkauft. Kaffee und Kuchen gab es gegen Spenden von der Arbeitsgruppe Engagement Velo, die Geld zur Anschaffung eines Lastenfahrrades anspart. Von polnischer Nationalspeise Bigos, russischer Rote-Beete-Suppe, afghanischer Linsensuppe, türkischer Paprika über den urdeutschen Kartoffelsalat mit Grillwurst konnte alles probiert werden.

Die Gäste nutzten die Gelegenheit und testeten die fremden Gerichte. Der politische Flüchtling aus der Türkei, Mustafa Alkanli, beendete bei Einbruch der Dunkelheit mit dem Abendgebet den Fastentag des Ramadans. Danach konnten sich auch die muslimischen Gäste an dem tollen Büfett bedienen.

Vielfältiges Bühnenprogramm

Ein vielfältiges Bühnenprogramm aus Musik und Tanz begeisterte das Publikum. Denis Liske eröffnete den Abend mit virtuosem Spiel auf dem Keyboard. Die Tanzvorführungen von Rosinka, die Kids von Just Dance, die Tanzgruppe Osekla und die philippinischen Tanzgruppe Santaklara bereiteten mit ihrem Schwung großes Vergnügen.

Dazwischen traten Franz Baumer und Stefan Nottbrock als Band Handicaps vom St. Josefshaus auf die Bühne. Die beiden spielten und sangen Ohrwürmer, das Publikum jodelte mit Freude mit.

Die Musik von Jan Soder und Larissa Freiermut, Klaus Böffert, Amelico Ramal, Edua Balassa oder Dario Rago mit Elisabeth Bauereitel zeigte verschiedene Facetten, die alle ihre Anhänger im Publikum hatte. Marianne Zellweger vom Tanzkreis Osekla forderte das Publikum zum Tanz auf. So stellten sich Kinder, Frauen, Männer im Kreis auf und tanzten mit großem Spaß nach der Anleitung von Marianne Zellweger einfache Volkstänze.

Für Kinder gab‘s noch was ganz Besonderes, denn Atelierpädagogin Christina Kuhn von der Kunstküche des St. Josefshauses leitete Kinder zu großen, bunten Kunstwerken an. Besonders beliebt war auch das Marmorieren von Papier und die Spiele, die der SAK für die Kinder bereitgestellt hatte.