Schon fast 25 Jahre gibt es das Familienzentrum Rheinfelden mittlerweile. Anfangs noch Mütterzentrum genannt, bietet es auch heute noch viel Hilfe für Frauen, besonders Mütter, beschränkt sich aber längst nicht mehr auf diesen kleinen Kreis, sondern bereichert das soziale Leben der Stadt durch seine vielfältige Arbeit. Als kleinen Überblick stellen wir exemplarisch in einer Reihe vier Bereiche des Angebots vor. Heute: der Offene Treff.

Das Herzstück

Mal ist es ganz laut, mal ist es leise, mal treffen sich hier viele Menschen, mal nur ein oder zwei – die Rede ist vom Offenen Treff, dem Herzstück des Familienzentrums. Er ist viermal die Woche morgens geöffnet, einmal am Nachmittag. Dazu kommen noch diverse Einzelveranstaltungen.

„Gibt es noch Kaffee“, ruft eine Frau der Gastgeberin zu. Ein Mann freut sich, dass heute Melone auf dem Tisch steht. Im Offenen Treff gibt es immer eine Kleinigkeit zu Essen und zu Trinken, morgens ein Frühstück, bei Nachmittagsangeboten Kaffee und Kuchen, so dass man gemütlich beisammen sitzen kann.

Jeder ist willkommen

Je nach Tag, Zeit und Angebot wimmelt es in den Räumen mit Spielecke und Außenbereich von Erwachsenen und Kindern jeden Alters und unterschiedlicher Nationalität. Zwar gibt es immer eine bestimmte Bezeichnung für die Veranstaltung des Tages, wie zum Beispiel das Babycafé oder das Zwergencafé, willkommen ist aber grundsätzlich jeder.

Heute ist Quartierscafé. Mit dieser Plattform, die jeden Mittwochnachmittag geboten wird, möchte das Familienzentrum den Nachbarn die Möglichkeit geben, sich zu treffen und näher kennen zulernen – und dieses Angebot wird rege genutzt. Gerade ältere Menschen oder Eltern mit größeren Kindern, denen das Gewusel an den Vormittagen, an denen hauptsächlich Mütter mit Kleinkindern das Familienzentrum besuchen, zu viel ist, kommen gerne zu dem ruhigeren Nachmittagsangebot.

Es gibt viele Gesprächsthemen

Julia Phillipp, die Gastgeberin, kümmert sich rührend um ihre Gäste. Ständig schaut sie, ob noch alle versorgt sind, fragt, ob jemand etwas braucht und unterhält sich mit allen. Die Bandbreite der Gesprächsthemen ist dabei enorm. Ging es gerade noch um Fledermäuse, dreht sich die Unterhaltung plötzlich um das Rosenkranzbeten, wie es bei Großmutter noch üblich war.

Gern gesehen ist es auch, wenn Gäste sich selbst mit einbringen und zum Beispiel einen Kuchen backen oder ein Gericht aus ihrer Heimat vorstellen. „Wir möchten eine Begegnungs- und Austauschmöglichkeit bieten, um den Zusammenhalt und die Solidarität zu stärken“, sagt Birgitt Kiefer von der Geschäftsleitung des Familienzentrums über den Offenen Treff und ganz speziell über das Quartierscafé.

Auch Probleme werden angesprochen

So dürfen in diesem Rahmen auch gerne Probleme angesprochen werden. Zum Beispiel hat die ältere Dame, die am Rollator gehen muss, vielleicht Schwierigkeiten, ihre Papiertonne auf die Straße zu schieben, doch der junge Mann in der Wohnung nebenan kann das übernehmen. Allerdings kann er keine Knöpfe annähen, was sie wiederum gerne für ihn erledigt. Der Schlüssel zur Lösung liege in der Möglichkeit und der Offenheit, diese Dinge auszusprechen, so Kiefer.

Zum Angebot: Der Offene Treff ist momentan in der Sommerpause und ab Montag, 10. September wieder zu den üblichen Zeiten geöffnet. Diese sind Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 12 Uhr und Mittwoch von 16 bis 17.30 Uhr.