250 Wohnungen der Wohnbau und private Häuser heizen künftig über ein neues Nahwärmenetz von Energiedienst im Bereich Grendelmatt. Am Donnerstag hat der Bau des Netzes und der dazugehörigen Heizzentrale an der Schildgasse mit einem symbolischen Spatenstich begonnen. Gleichzeitig mit dem Bau der Wärmeversorgung wird das Breitbandnetz im Kreis Lörrach ausgebaut.

Die Pläne für das Nahwärmenetz wurden bei Energiedienst bereits im Quartierskonzept 2014 entwickelt, das die Stadt und die Städtische Wohnbau gemeinsam in Auftrag gegeben hatten. Martin Steiger, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Energiedienst, lobte die langfristige Zusammenarbeit. „Was die Stadt 2014 angestoßen hat, haben wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern weiterentwickelt. Heute beginnt die Umsetzung“, heißt es in einer Mitteilung von Energiedienst. Das Unternehmen baut für das Wärmenetz eine neue Heizzentrale auf dem Firmengelände an der Schildgasse. „Von hier aus liefert die Anlage Wärme zunächst für rund 250 Wohneinheiten in 15 Gebäuden“, so Projektleiter Jörg Bleile. Baufirmen beginnen in dieser Woche damit, Rohre für das rund einen Kilometer lange Netz zu verlegen. Die Wärmeerzeuger mit einer Leistung von 1,1 Megawatt produzierten 2500 Megawattstunden pro Jahr, so Energiedienst.

Der neue Standort der Heizzentrale neben dem Umspannwerk sei für dieses Ziel ideal: Ein neues Blockheizkraftwerk und Wärmepumpen mit Photovoltaikanlagen richteten sich auch nach dem Bedarf des Energiedienst-Bürohauses und an der E-Car-Sharing-Flotte aus. Zwei hocheffiziente Gasbrennwertkessel sollen für die Sicherheit und Redundanz der Nahwärmeversorgung sorgen. Weiter soll eine vorhandene Biomasseanlage in das Konzept integriert werden.

Mit der Industrie finden laut der Mitteilung Gespräche über mögliche Abwärme-Auskopplungen statt. Diese können in das Nahwärmenetz integriert werden. Ziel ist es, das neue Nahwärmenetz mit weiteren Wärmenetzen im Stadtgebiet zu verbinden, die Energiedienst betreibt. Bereits im Dezember sollen zwölf Gebäude der Wohnbau mit rund 250 Wohnungen angeschlossen sein.

Für die Wohnbau war der Zeitpunkt für ein solches Projekt günstig. Geschäftsführer Dieter Burger betont: „Unsere Herausforderung war, die Erneuerung der älteren Heizungsanlagen mit den Anforderungen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes am wirtschaftlichsten zu realisieren und das ohne Mehrkosten für unsere Kunden.“ Parallel zum Ausbau des Wärmenetzes findet der Ausbau des Breitbandnetzes des Landkreises Lörrach statt. Jörg Bleile ergänzt: „Jedes Gebäude, das ans Wärmenetz angeschlossen wird, kann gleichzeitig den Breitbandanschluss erhalten.“ Oberbürgermeister Klaus Eberhardt begrüßte diesen Synergieeffet: „Nahwärmekonzepte in unseren Städten gehört die Zukunft zum Aspekt der Energieeffizienz und damit des Klimaschutzes.“