Strahlend blauer Himmel, Sonne pur, ein frisches Lüftchen: Bei schönstem Sommerwetter tummelten sich zahlreiche Besucher am Samstag beim Open-Air-Festival „Live am Rhy“ mit fünf Bands im Stadtpark Ost im schweizerischen Rheinfelden. Zum dritten Mal hat der Verein „Plug in“ um Michael Häusler auf dem weitläufigen Gelände direkt am Rhein die Freilichtkonzerte veranstaltet, die von Funk, Folk, Pop, Rock bis zum Singer-Songwriter-Stil für viele Musikgeschmäcker etwas zu bieten hatten.

Das Ambiente

Die Atmosphäre war sehr locker, entspannt und lässig. Es hatte etwas von einem fröhlichen bunten Happening. Überall auf der Wiese waren farbige Loungesessel verteilt, auf denen die Leute unter Sonnenschirmchen saßen und bei einem kühlen Getränk die Live-Musik vom frühen Nachmittag bis in die späten Abendstunden genossen. Weiße offene Zelte waren aufgebaut, in denen es Verschiedenes zu trinken und zu essen gab, von der Kaffeestube bis zur Bratwurst. Im Parkareal hockten sich viele lässig ins Gras und lauschten den Bands und Duos. Die junge und ältere Generation, auch viele Familien mit Kindern, hatte ihren Spaß an den abwechslungsreichen Musikerauftritten in dem traumhaften Parkambiente. Auf der Wiese und den Stufen zum Rhein sah man auch viele Leute in Badeanzügen, die sich nach dem Schwimmen im Fluss ebenfalls unters Publikum mischten.

Die Musik

Veranstalter Michael Häusler und seinem Verein „Plug in“, die seit zehn Jahren Konzerte machen, ist es bei der Musikauswahl wichtig, „dass Jung und Alt etwas davon haben“. Häusler schweben dabei nicht laut aufgedrehte Rockmusik, sondern eher ruhigere Klänge vor, unplugged, bei denen es sich so richtig schön „chillen“ lässt. Was aber nicht heißt, dass es auf der Zeltbühne nicht doch mal fetzig abging.

Bands aus der Region

Los ging es mit „Wendy and the Reflection“, einer Funkband mit Musikern aus Basel und Rheinfelden, die mit ordentlich viel Groove schon mal gute Stimmung im Park machte. In Duo-Besetzung trat dann „Black Apple“ an. Sängerin Melanie Häusler startete zunächst zusammen mit Timon Bollinger am Schlagzeug mit Rocksongs und wechselte dann, begleitet von Christian Siegrist an der Gitarre, zu Songs wie „Hollywood Hills“ und Pophits wie „I Believe I can Fly“ oder „I see Fire“ von Superstar Ed Sheeran.

Die speziellste Band

Eigentlich kommen sie nur raus, „wenn es dunkel, nass und kalt ist“, aber für dieses Mal hatten sie heiße Musik für einen heißen Tag dabei: die „Chällerassle“ aus Möhlin, eigentlich eine Guggenmusik, die sonst an der Fasnacht unterwegs ist. Neuerdings ist die Band aber auch im schicken Rockabilly-Stil auf der Bühne zu erleben, die Damen in 50er-Jahre-Petticoats, die Herren mit Hosenträgern und Hut. Besetzt mit Schlagzeug, Gitarre und glänzender Bläserriege brachte die bestens aufgelegte Band um die stimmstarke Sängerin Ramona Suter das Publikum im Park mit tollem Sound in Laune und Bewegung. Da füllte sich das Gelände um die Bühne zusehends und man sah sogar einige Besucher losgelöst tanzen. Populäre Schlager wie „Sag mir quando, sag mir wann“ peppte die Band ebenso voller Verve, in knackigem Sound und enorm viel Schwung auf wie einen Titel von Amy Winehouse. Eine effektvolle Performance, die zeigte: Die „Kellerasseln“ können nicht nur Fasnacht.

Stimmungsvolles Finale

Nach dem Duo „String thing thingeling“, das mit Ukulele und Cello eine ganz andere Klangfarbe reinbrachte, war zum Schluss bei Sonnenuntergang der Liedermacher René Rothacher als Topact angesagt, ein Singer-Songwriter, der für seine ehrlichen, emotionalen, aber auch sozialkritischen Lieder bekannt ist. Der Songpoet sorgte für ein stimmungsvolles Finale bei der dritten Auflage von „Live am Rhy“ im Schweizer Rheinfelden.