Mit vier Kunstausstellungen und einem neuen Band der Rheinfelder Geschichtsblätter startet der Haus Salmegg-Verein für Kunst und Geschichte voll durch. Einstimmig angenommen wurde bei der Hauptversammlung eine Satzungsänderung, nach der die Führungsstruktur des Vereins mit nur noch vier Vorstandsmitgliedern schlanker gestaltet wird.

Nachdem der Verein 2015 mit Ausstellungs-Aktivitäten etwas zurückgetreten war zugunsten einer Ikonen-Schau des Stadtmuseums, werde dies durch Ausstellungen in diesem Jahr mächtig aufgeholt, sagte der Vorsitzende, Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. Als weiteres großes Projekt nannte er den neuen Band des Arbeitskreises Geschichte, der nach „nie dagewesenem Rechercheaufwand“ am 3. Oktober vorgestellt wird. Eberhardt verwies auch auf die neu gestaltete Präsentation des Mehrgesichts von Rudolf Scheurer im Rathausbrunnen.

Nicole Aellig-Kurz vom Arbeitskreis Kunst hielt einen positiven Rückblick auf 2015. Mit 900 Besuchern brach die Doppelschau der Zonta-Kunstpreis-Trägerinnen Ruth Loibl und Judith Mundwiler den Rekord. Unter der Hitzewelle litt die Einzelschau von Patrick Luetzelschwab im Sommer, die 350 Besucher anzog. Die Schau der Malerin Gabriele Menzer lag mit 591 Besuchern über dem Durchschnitt. Dass der Arbeitskreis rege am Planen ist, verdeutlichte Aellig-Kurz. Im Juni zeigen der Maler und Zeichner Martin Brodwolf und seine Frau, die chinesische Künstlerin Ping Qiu, neue Arbeiten. Im September ist die Lörracher Künstlerin Cerstin Thiemann mit Malerei und Keramikarbeiten zu Gast. Sie bietet einen Workshop über das Entstehen einer Plastik an.

Im November beginnt eine Doppelschau mit Objekten und Skulpturen aus Eisenschrott des Müllheimer Metallkünstlers Jochen Böhnert sowie Malerei und Collagen der aus Rheinfelden stammenden Pascale Hussong-Renz. Anfang 2017 wird Matthias Dämpfle aus Freiburg skulpturale Beton-Arbeiten präsentieren.

Wolfgang Bocks, Sprecher des Arbeitskreises Geschichte, erinnerte an den verstorbenen Paul Hartmann, er war ein „unverzichtbarer Zeitzeuge“, der viele Beiträge für die Geschichtsblätter geschrieben habe. Wie Bocks berichtete, wird am 3. Oktober nach vierjähriger intensiver Recherche der neue Band „Leben unter der Trikolore“ über die Zeit der französischen Besatzung erscheinen. In 79 Beiträgen wird das Leben in Rheinfelden in den Nachkriegsjahren 1945 bis 1949 beleuchtet. Angesichts der schwierigen Quellenlage sei die Arbeit daran enorm aufwändig gewesen und habe die Mitglieder an ihre Grenzen gebracht. Der „exemplarische Band“ kommt in einer Auflage von 850 Exemplaren heraus. Als Nächstes plant der Arbeitskreis einen Band mit historischen Fotografien sowie ein Projekt zum Stadtjubiläum 100 Jahre Rheinfelden 2022. „Dafür brauchen wir neue jüngere Mitglieder“, betonte Bocks.

Letztmals als Kassierer hatte Wilfried Haller Erfreuliches zu berichten: „2015 war für den Verein finanziell ein gutes Jahr. Das Ziel, einen Überschuss zu erwirtschaften, wurde erreicht.“ So könne der neue Geschichtsband zu einem Preis von unter 20 Euro angeboten werden. Der stellvertretende Vorsitzende Karlheinz Hoppe schied bereits 2015 aus, nun stand Haller als Kassierer nicht mehr zur Wahl. Der Vorstand wurde einstimmig gewählt. Die Buchhaltung übernimmt die von Silke Pötter betreute Geschäftsstelle.