Sauf- und Raufbolde haben bei den Grundmättler Buure nichts verloren, betont Vorsitzender Urs Willi Mangold. Dass sich die Clique entgegen der Allgemeinplätze über „Partyfasnächtler“ nachhaltig für eine gelebte Fasnachtskultur im eigenen Dorf einsetzt, zeigt schon ihr Alter: 44 Jahre feiern sie heute mit einem Ordensempfang am Nachmittag und einem Fasnachtsball am Abend.

Die zweitgrößte Clique in Herten nach den Grabbe pflegt gewissenhaft die Tradition im Dorf: Der wichtigste Tag in jedem Jahr ist für die Grundmättler Buure der Fasnachtssamstag, wenn sie aktiv die Dorffasnacht in Höfen und Kellern mitgestalten. Auch für den Brauchtumsabend am Schmutzigen Donnerstag bereiten die Mitglieder jedes Jahr einen Programmpunkt vor. Schließlich schreiben sie die Schnitzelbänke, die sie als Zeedel an die Haushalte in Herten verteilen.

Die Verfasser bleiben jedoch auch im Jubiläumsjahr geheim, sagt Vorsitzender Urs Willi Mangold schmunzelnd. Zwei weitere wichtige Standbeine außerhalb der Fasnacht sind das Trottoirfest und der Hertener Herbst, bei dem die Buure Raclette verkaufen.

Derzeit gibt es 59 Grundmättler beiderlei Geschlechts, darunter 23 Kinder und elf Altbuure, altgediente Cliquenmitglieder, die „etwas kürzertreten dürfen“, wie Mangold erklärt. Eine Passivmitgliedschaft ist nicht vorgesehen. Hervorgegangen sind die Grundmättler 1974 aus dem Umkreis des Sportschützenvereins, der sein Domizil im Gewann Grundmättle oberhalb des Dorfkerns hat. Der Name erklärt sich deshalb von selbst; die „Buure“ wählte man als Hommage an die damals bereits aussterbenden Kleinbauern Hertens.

Die neun Gründungsmitglieder um Rolf Kiefer und Karl-Heinz Hortopan legten das bis heute typische Aussehen des Grundmättlers fest: graues Arbeitshemd und schwarze Cordhose mit jeweils rot-weiß kariertem Schnupf- und Halstuch, dazu Schuhe aus schwarzem Leder mit Holzsohlen. Die Masken schnitzte Konrad Wernet aus Elzach.

Mehrfach haben die Grundmättler auch Wagen gebaut, mit denen sie in Herten und Rheinfelden mitfahren: Vergangene Fasnacht kamen sie mit dem Sujet der Weinprinzessin „Johannita I.“ auf den ersten Platz. Das Domizil war jahrzehntelang in einer Scheune in der Rabenfelsstraße, heute am Lindenplatz. Aber auch dieses Zuhause wird wohl bald Neubauten weichen müssen. Die Grundmättler gehen sorgsam mit Jubiläen um: Gefeiert wurden bisher nur der 20., 25. und 33. Geburtstag. Dies waren auch die einzigen Jahre, in denen die Buure abgesehen von ihrem Engagement an der Dorffasnacht eine eigene Veranstaltung auf die Beine stellten, wie heute abend die Jubiläumsparty in der Scheffelhalle unter dem Motto „Uff de Alm do gid’s kei Sünd“. Bereits um 14 Uhr werden Gründungsmitglieder, Freunde und Gönner bei einem Empfang geehrt. Dazu fertigte Mangolds Amtsvorgänger Swen Jülle eigens Orden aus Holz mit der Fräsmaschine.

Erstmals wurde ein Jubiläumsheft verfasst, mit dessen vielen Bildern aus 44 Jahren nicht nur Cliquenmitglieder in Nostalgie schwelgen können. Gründer Rolf Kiefer konnte dafür noch Texte verfassen, verstarb aber noch vor dem Jahresende.

Fasnachtstermine

Die Jubiläumsparty der Grundmättler Buure beginnt heute um 19 Uhr in der Scheffelhalle. Einlass ist ab 18 Jahren. Der Eintritt kostet zehn Euro. Fasnächtlich geht es auch in Nordschwaben zu: Die Teufelslochschradde stellen am Samstag, 13. Januar, um 14 Uhr den Narrenbaum bei der Gemeindehalle auf. Die Fasnachtsclique, die 22 Jahr alt ist, lädt die Bevölkerung ein.