Seit Jahren besteht kommunalpolitisch die Absicht, den Stadteingang von der alten Rheinbrücke her städtebaulich nach Abschluss der Adelbergbebauung aufzuwerten. Dazu gehört eine neue Lösung für die Zollabfertigung an der Schweizer Grenze, dabei soll eine Außengastronomie integriert werden. Der Bau- und Umweltausschuss machte nun den ersten Schritt zur Planung. Er gab am grünes Licht für die Projektentwicklung Zollareal/Rheinpavillon mit der Auslobung des Realisierungswettbewerbs.

Fünf Büros sollen sich Gedanken machen

Der von der Stadtbau Lörrach organisierte und betreute Wettbewerb hat bereits im Dezember mit einer Preisrichterbesprechung begonnen. Fünf Büros sollen sich jetzt Gedanken machen über die Neugestaltung in exponierter Lage. Eine Anforderung besteht darin, die neuen Nutzungen sinnvoll mit der umgebenden Landschaft zu verzahnen. Eingeladen werden die Büros Schaudt Architekten (Konstanz), Nissen Wentzlaff Architekten (Basel), Würkert und Partner (Lörrach), Hermann + Bosch Architekten (Stuttgart) sowie als Teilnehmer mit lokaler Kenntnis Lietzow Investment aus Rheinfelden.

Die Büros haben ihre Pläne und schriftlichen Unterlagen bis spätestens 20. März abzugeben und Modelle dazu eine Woche später. Die Entscheidung der Jury wird am 1. April fallen. Danach werden die Ergebnisse im Rathaus öffentlich ausgestellt.

Die Aufgabenstellung

Die Aufgabenstellung konzentriert sich stark darauf, dass das fast 1700 Quadratmeter große Areal einen öffentlichen Charakter erhält. Der Pavillon soll zum einen künftig die Zollverwaltung beherbergen, die nach Einschätzung von OB Klaus Eberhardt in der Sitzung inzwischen im bestehenden Flachbau „zu groß dimensioniert für die Stadt“ sei. Das Gebäude diente früher als Teil einer großen Abfertigungsanlage mit viel Fahrzeugverkehr über die Rheinbrücke.

Preisgeld beträgt 20.000 Euro

Die Erwartung zielt nun darauf ab, sowohl den Charakter an dieser Stelle in Verbindung mit Haus Salmegg auf der gegenüberliegenden Seite und dem sanierten Gründerzeitbau der Wohnbau zu erhalten, als auch modern daher zukommen und mehrere Nutzungen zu erfüllen. Am Ende soll mehr Qualität an dieser Stelle entstehen. Die Büros sollen dafür nun ein Nutzungskonzept erarbeiten, das Gastronomie, Zoll und öffentliche Toiletten bietet. Als Preisgeld stehen 20.000 Euro zur Verfügung, dazu kommen Honorare für die Bearbeitung. Über die Ergebnisse des Wettbewerbs entscheiden drei Fachpreisrichter Michael Koch (Hamburg, Zürich), Axel Lohrer (München) und Eckart Rosenberger (Fellbach). Als Sachpreisrichter wirken der Oberbürgermeister und der Leiter des Stadtbauamts, Wolfgang Lauer mit. Als Fachberater wird Konrad Winzer (Lörrach) hinzugezogen.

Fraktionen stimmen Vorgehensweise zu

Die Reaktionen aus den Fraktionen fielen rundweg zustimmend zur Vorgehensweise aus. Dieter Meier (CDU) sah in dem Projekt einen idealen Punkt, um die Devise von „Rheinfelden an den Rhein“ umzusetzen. Im Unterschied zu ersten Überlegungen für diesen Planungsbereich wird nun lediglich das Hochgestade auf zwei Grundstücken neu überplant. Der Weg, der früher zur Rossschwemme (Tränke und Waschplatz für Pferde) am Rhein führte, soll nun doch nicht für die Öffentlichkeit begehbar gemacht werden. Er wird lediglich im Konzept eingebunden. Dieses Vorgehen begründet die Stadtbau damit, dass sonst ein erheblicher Eingriff in einen bisher naturbelassenen Bereich erfolgen würde, was als unerwünscht gilt. Dafür soll die Hangkante vom Hochgestade zur Uferlinie mit als Landschaftsraum inszeniert werden, heißt es in den Grundlagen des Wettbewerbs.