Hochrhein (ibö/vep) Die CDU führt in Rheinfelden bei der Europawahl mit knapp 29 Prozent. Sie hat aber zum Ergebnis 2014 doch glatt sechs Prozent eingebüßt. Eckhart Hanser, Vorsitzender des Stadtverbands, zeigt sich erfreut über die Wahlbeteiligung von über 54 Prozent: „Das ist das Wichtigste.“ Gegenüber 2014 gingen mit 12 372 Wählern über elf Prozent mehr an die Urnen. Stimmberechtigt waren 22 770 Einwohner. Für die Union konstatiert Hanser, dass sie im Schnitt liege, „da kann man sich nicht beschweren“. Für Wesentlich hält Hanser, dass „die Partien für Europa stehen“.

Für die SPD, die zuletzt bei der Europawahl 31 Prozent der Wähler hinter sich hatte, ist das Abschneiden mit nur knapp 18 Prozent ein extrem bitteres Ergebnis und für Stadtverbandsvorsitzende Karin Paulsen-Zenke schlimmer ausgefallen als befürchtet.

Dafür haben die Grünen wie überall im Landkreis allen Grund sich zu freuen. Vorsitzende Anette Lohmann zeigt sich entsprechend angetan vom Zugewinn ihrer Partei auf mehr als 23 Prozent, denn „wir haben unseren Stimmenanteil fast verdoppelt.“ Das gute Abschneiden in Rheinfelden führt sie auch auf die vielen Kontakte nach Europa mit gut funktionierenden Partnerschaften zurück, aber auch auf das Thema der Grünen, den Klimaschutz, der für ganz Europa Bedeutung habe. Trotz des starken Trends zu den Grünen, holte die AfD mehr als 9 Prozent. In zehn Wahlbezirken erhielt sie über zehn Prozent der Stimmen, 2014 lag ihr Anteil bei nicht ganz sechs Prozent.

In Grenzach-Wyhlen haben die Grünen allen Grund zu jubeln. Mit 26,72 Prozent holten sie die meisten Stimmen. „Das ist einfach cool. Wow!“, freut sich Gemeinderätin Annette Grether. Für sie sei es fast absehbar gewesen, dass sich der Trend nach den Bundestagswahlen fortsetzt.

Das sieht auch Heinz Intveen so, der sich am Sonntagabend am anderen Ende der emotionalen Messlatte befand und „zum Glück“ vor einem schönen Glas Riesling sitzt. „Das Ergebnis ist für uns eine Katastrophe. Ich bin sehr frustriert“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Seine Partei hat in der Doppelgemeinde das Ergebnis fast halbiert – von rund 29 Prozent im Jahr 2014 auf gerade mal 15,28 Prozent. Auch die CDU musste im Vergleich zur jüngsten Wahl Verluste hinnehmen, 25,44 Prozent der Stimmen entfielen auf sie. Die Wahlbeteiligung lag in der Doppelgemeinde erfreulich hoch. 57, 63 Prozent der 10 277 Wahlberechtigten nutzten ihre Möglichkeit, vor fünf Jahren waren es gut elf Prozent weniger. „Das ist immerhin sehr erfreulich, dass so viele – gerade junge – Menschen gewählt haben“, sagt Intveen.

Dass dabei die Grünen Sieger sind, liege an der Oppositionsrolle. „Die werden das auch im Gemeinderat fortsetzen, ohne großen Wahlkampf gemacht zu haben.“ Sein bitteres Fazit: „Die größte Pleite, die ich je erlebt habe, war der Gang in die große Koalition.“

In Schwörstadt wurde so gewählt: CDU 31,8 Prozent, SPD 14,7 Prozent, Grüne 23,4 Prozent, AfD 9,1 Prozent, FDP 6,1 Prozent, Linke 1,6 und die Freien Wähler kommen auf 5,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag dort bei 64,2 Prozent.