Die Brückensensationen vom 17. bis 19. August versprechen Spaß und kurzweilige Unterhaltung im öffentlichen Raum. Zum zwölften Mal bespielen Komiker, Artisten und Gruppen das linke und rechte Rheinufer mit der Brücke als verbindende Bühne und Flaniermeile. Wer in das Angebot eintaucht, braucht Kondition, denn das Wechseln von einem Spielort zum nächsten gehört zum Konzept. 68 Shows mit 20 Gruppen aus sieben Nationen sagt Kulturamtsleiter Claudius Beck für drei Tage an. Dabei sind überwiegend neue Akteure zu entdecken. Wie immer ist der kulturelle Genuss für die Besucher gratis.

Kulturamt erwartet 12000 Besucher

Weil sich das Programm 2017 mit seinem artistischen Höhenflug nicht mehr toppen lasse, hat Beck es auch nicht versucht, sondern auch aus finanziellen Gründen etwas heruntergeschaltet beim Volumen und der Zahl der Auftritte und Akteure. Mindestens 12 000 Besucher erwartet das städtische Kulturamt wieder, denn die Inszenierungen wecken immer mehr Interesse.

Dass sich der Erfolg der Brückensensationen als das regionale Ereignis im Sommer abseits von Konzertfestivals gut behauptet beim Publikum, dafür leistet auch das schweizerische Kulturbüro Rheinfelden wieder einen Beitrag. Das von Oberbürgermeister Klaus Eberhardt als Alleinstellungsmerkmal im kulturellen Angebot gelobte Programm ist zwar einmalig, aber der Charme, etwas auf der Straße anzubieten, hat auch seinen Preis. Damit die Besucher die Tage, von denen jeder laut Beck pro Besucher mindestens zehn Euro wert ist, unterstützt die Sparkasse Lörrach-Rheinfelden seit zehn Jahren das Projekt. Zu den 12 000 Euro der Sponsoren, hofft Beck wieder auf mindestens 16 000 Euro aus Hutsammlungen. Insgesamt rechnet er für die Stadt mit Kosten von etwa 85 000 Euro, die Schweizer Seite mit rund 30 000 Franken. Gema, Technik, Unterkunft, Gagen und mehr haben ihren Preis, auch wenn das Publikum davon nichts mitbekommt.

Auf der Bühne ist richtig was los

Den Eröffnungsabend gestaltet zwei Stunden lang das N.N.Theater Köln, das bereits im Vorjahr mit der Produktion Metropolis auf der Bühne im Salmeggpark aufgetreten war. Dieses Mal inszenieren die Künstler 20 000 Meilen unter dem Meer – der Sturm nach Shakespeare und nach der Romanvorlage von Jules Verne. Angesagt ist ein maritimes Spektakel mit Musik. (20.15 Uhr auf dem Inseli).

Der Schwerpunkt des Programms liegt auf komischen und verrückten Essensgeschichten mit und vor Publikum. Das spielt die mobile Creperie des niederländischen Ensembles Hirondelles (Schwalben) eine zentrale Rolle. Mit der 30-minütigen Inszenierung „Crêpe de la bête“ aufdem Brückenplatz vor dem Inseli zeigt das Ensemble Samstag und Sonntag zwei Mal komödiantisch und artistisch eine verrückte Inszenierung voller Beziehungskonflikte bis die Bude explodiert und das Geschehen sich in luftige Höhe bewegt. Mit Nagetusch macht ein Caféwagen Zirkus in jeweils 35-minütiger Show am Samstag und Sonntag auf dem Platz Salmegg. Hier agieren einzelne Akrobaten aus der begeisternden Omnivolant-Show von 2017 mit. Als Dritter bewirtet am Sonntag Scotti mit der Trompete und frischem Eis mit viel Show. Er ist im gesamten Gelände unterwegs.

Traberproduktion bringt theatralisches Karussell

Die Traberproduktion erscheint mit einem theatralischen Karussell. Ebenfalls für die Familie ist das Mobile Musikmuseum von Michael Brathe (Düsseldorf), der mit Klangspielen in Aktion tritt. Mathias Trautmann erneut „Jochen der Elefant“, eine elektronisch gesteuerte Puppe, die mit Kindern spricht. Das Theatre de la Toupine aus Evian stellt sich mit Marionetten vor. Auch der Schweizer Beitrag Dundu besteht aus einer fünf Meter hohen Marionette als Walk Act mit fünf Spielern, die nachts Gemeinschaft, Frieden und Freiheit mit Musik verkörpert. Nur regnen darf es nicht, dann löst sich die Figur auf. Firlefanz und Grete aus Dresden verstehen sich aufs Kinderliedermachen.

Das dreitägige Programm bietet außerdem humorvolle Zauberei, die Musik-Komödianten Les Papillons, oder „Knäcke rockt“. Erstmals dabei ist in diesem Jahr Blaumeiers Maskenensemble, ein Projekt mit Nichtbehinderten und Behinderten aus Bremen. Premiere hat auch Paolo Locci (Italien) mit Hobo (Akrobatik und Tanz). Ein Wiedersehen gibt es mit Tuchkünstlerin Rud Witt aus Hamburg. Sie schafft seit dem Jahr 2007 aufregende Werke unter freiem Himmel.