Händler und Gewerbetreibende sollen noch mehr mitreden. Das ist kurz gesagt das Fazit der Mitgliederversammlung de Gewerbevereins. Am Mittwochabend fanden sich etwa 40 Mitglieder zusammen und hörten mit Spannung die Berichte des Vereinsvorstands und der Leistungsgemeinschaft. Gustav Fischer, seit nunmehr 14 Jahren Vorsitzender, griff gewohnt kritisch und mit vielen Ideen die Vereinsarbeit auf.

Cityfest und Märkte ein großer Erfolg

Als großen Erfolg bewertete Fischer Cityfest und Märkte. Diese Präsentationen vor der Tür der Geschäfte ziehen tausende Kunden an, viele davon kommen wieder. Fischer erinnerte an die doch wenig erfreuliche Situation kurz nach der Jahrhundertwende. Viele Leerstände von Geschäften, die Schließung der alten Stadtbrücke für den Fahrzeugverkehr und ein wenig gefestigter städtischer Haushalt ließen nicht gerade Optimismus aufkommen. Heute sehe all dies anders aus. Die meisten Händler seien optimistisch und gestalten mit etlichen Ideen die zeitgemäße Geschäftslandschaft mit.

Kritik an langen Bauzeiten

Als sehr geschäftsschädigend bewertete Fischer die langen Bauzeiten. Die Warmbacher Straße, bei der die vorgesehenen Bauzeiten maßlos überzogen wurden, sei ein Musterbeispiel dafür, wie dadurch schädliche Auswirkungen auf Handel und Gewerbe entstünden. „Ich wünsche mir bei derartigen Erfordernissen professionelleren Umgang der Verwaltung mit den Firmen, die sich hier an der Submission beteiligen“, bemängelte er. „Von den Verkehrswegen abgeschnittene Geschäfte müssen auch dann, wenn Kunden nicht dorthin gelangen, ihre Pacht und die Löhne bezahlen.“ Wenn demnächst der Bau der Tiefgarage am Hochrheincenter II beginne, sollten Bauherr und Stadt dieses beachten. Gleiches mahnte er für die Fertigstellung der Überdeckelung des Dürrenbachs an.

Leistungsverbund ist ebenfalls aktiv

Der Leistungsverbund tritt alljährlich mehrfach unmittelbar an die Kundschaft heran, am sichtbarsten wohl mit der weihnachtlichen Glückssternaktion. Wichtiges Element seien die verkaufsoffenen Sonntage. Erfreulicherweise habe der Leistungsverbund mit den Kirchen über Sinn und Zweck diskutiert und einen Kompromiss gefunden. Diese Tage sprechen vor allem die gesamten Familien an, die sonst selten Gelegenheit haben, sich gemeinsam um Sortimente und Angebote zu kümmern. Dabei gelinge es besonders wirksam, die Leistungsstärke darzustellen

Sorgen um die Friedrichstraße

Kritik und Mahnung zur Veränderung brachte Gustav Fischer für die Friedrichstraße an. Sie erlebe derzeit einen Niedergang, weniger durch Leerstand, sondern mehr durch Entmischung und entstehende Monostruktur. Wettbüros und Spielhallen gehörten nicht so massiert an diese traditionsreiche Geschäftsstraße. Freilich aber hindere der starke Durchgangsverkehr am Ausbau einer kundenfreundlichen Händlerbesetzung.

Neumitglieder stellen sich vor

Als sich Neumitglieder des Gewerbevereins vorstellten, fielen zwei besonders auf. Peter Birlin übernimmt mehr und mehr Führungsaufgaben in der Degerfelder Mühle. Er wünsche sich zunehmend Gedankenaustausch untereinander. „Wir könnten uns doch selbst die besten Denkanstöße geben, um den Standort zu stärken“, meinte er. Unternehmensberater Bernd Leitzbach machte den Geschäftsleuten Mut: „In Deutschland arbeiten mehr als zwei Millionen Kleinstfirmen, wir sind doch der Träger der unternehmerischen Kreativität.“ Bereits im Bericht hatte Gustav Fischer darauf hingewiesen, dass sich bei einer Umfrage viele Mitglieder dafür aussprachen, bei einem regelmäßigen Hock den Gedankenaustausch zu fördern und neue Ideen zu finden.

Kaum Änderungen im Vorstand

Bei den Vorstandswahlen gab es kaum Veränderungen. Gustav Fischer wurde als Vorsitzender wiedergewählt, er kündigte aber an, nach dieser Wahlperiode das Amt abzugeben. Als Stellvertreter wurden, wie bisher, Frank Sattler und Alois Kühn gewählt. Kassiererin bleibt Rita Baumgartner. Zu Beisitzern wurden Ewald Lützelschwab, Stefan Senger, Süleyman Emre, Annette Frech, Holger Wick und Joachim Kiener. Für ihre Verdienste um den Gewerbeverein wurden Edwin Rütschle sowie Christel und Hartmut Buck zu Ehrenmitgliedern ernannt.