Herr Sauer, was wird geboten?

Das Festival findet zum ersten Mal in Rheinfelden statt und verbindet das Thema Nachhaltigkeit und das Medium Kino auf eine tolle Art. Als Verein Stadtkino wollten wir schon lange gemäß unserem Motto ‚Immer etwas Besonderes‘ einen größeren Event organisieren. Bei einem Apéro in Basel habe ich den Gründer von Filme für die Erde kennengelernt. Und in der Folge haben wir geschaut, ob das erfolgreiche Schweizer Projekt auch nach Deutschland übertragen werden kann und wir einen Satelliten des Festivals in Rheinfelden bilden können. Nun werden hier sieben verschiedene Nachhaltigkeitsfilme für die Rheinfelder geboten, vier davon für Schulklassen, und sogar eine Premiere.

Was bedeutet es, als deutscher Standort an dem Festival teilzunehmen?

Rheinfelden ist neben Konstanz einer von zwei Standorten mit deutscher Beteiligung. Die Besonderheit bei uns ist, dass in Rheinfelden grenzüberschreitend das Festival organisiert, gefördert und besucht wird. Aus Deutschland haben sich schon über 300 Schüler angemeldet und auch 92 aus der Schweiz. Der Trägerverein möchte das erfolgreiche Schweizer Modell Filme für die Erde, das in der Schweiz um die 17 000 Kinobesucher hat, auch in Deutschland etablieren. Es ist tatsächlich Pionierarbeit, da hier viele Dinge anders sind als in der Schweiz, und daraus ergeben sich verschiedene Fragen, wie etwa die Filmrecht oder die Versorgung mit lokalem Bio-Lunch und Apéro nach dem letzten Film im Café der Christuskirche.

Wie finanziert der Verein das für die Teilnehmer kostenfreie Festival?

Zum Glück haben wir als Verein breite Unterstützung von Menschen, Unternehmen und Institutionen erfahren, die sofort von den Themen Nachhaltigkeit und Filmen angesprochen waren. Uns unterstützen die beiden Kommunen, die Kirchen, Privatunternehmen und Bildungseinrichtungen, bei denen wir uns herzlich bedanken möchten. Und wir hatten auch das Glück, das der Betreiber des Kinos Rheinflimmern die Idee gut fand, und uns das Kino zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellt. Ohne all diese Unterstützung wäre es nicht möglich, das Festival durchzuführen und es ermöglicht uns, die Filme kostenfrei zu zeigen. Über Einlagen der Besucher in die Kollekte zur Deckung der Kosten freuen wir uns aber auch.

Was möchten Sie mit dem Festival erreichen?

Vor allem für die Jugend ist es uns wichtig, dass ihr ein breiter Zugang zur Idee der Nachhaltigkeit offensteht, im Sinne, dass wir uns alle darum kümmern müssen, eine lebenswerte Umwelt zu erhalten. Und zwar heute und jetzt. Es gibt Filme für alle Altersgruppen, die thematisch von Wasser und Klima über Müll bis zum Einfluss des Menschen auf diese Erde, mit der Premiere des Films The Human Element des prämierten Filmemachers James Balog, abdecken. Zur Mittagszeit gibt es passend den Film The Empire of Red Gold, der sich mit unseren Nahrungsmitteln, in dem Fall mit Tomatensoße, beschäftigt. Zu diesem Lunchkino darf man sich online anmelden und es gibt einen nachhaltigen Bio-Lunch gegen kleinen Preis.

Woher rührt das Engagement des Vereins, dieses Festival nach Rheinfelden zu holen?

Alle Menschen, die mithelfen den Tag zu organisieren, haben ein persönliches Interesse und sehen eine Verantwortung beim Thema Umwelt in all seinen Facetten. Wir alle bekommen ja den Klimawandel deutlich zu spüren, und sehen, wie schwer es ist, persönlich im Alltag Klimaschutz umzusetzen. Jeder vom zehnköpfigen deutsch-Schweizer Team möchten damit einen Beitrag leisten, um dieses Thema von Jung bis Alt ins Bewusstsein zu rufen. Für diese gute Sache haben wir gerne viel Zeit investiert. Für mich persönlich ist der Schutz der Umwelt eine Verantwortung als Mensch und Christ.

Welche Resonanz erwarten Sie?

Unser großes Ziel ist es an diesem Tag zwischen 700 und 1000 Personen zu erreichen. Wir haben schon rund 400 Schüleranmeldungen, für die Premiere haben wir den großen Saal mit 170 Plätzen. Ich nehme an, dass die drei Nachmittagsvorführungen mit den interessanten Themen zur Ernährung, über die letzten wilden Flüsse in Europa und die Gefährdung der Singvögel auch auf ein breites Interesse stoßen werden. Wenn das Programm so gut angenommen wird, wie wir hoffen, könnte das Festival wieder nach Rheinfelden kommen und vielleicht sogar erweitert werden.

Fragen: Horatio Gollin

Das Festival Filme für die Erde findet am Freitag, 21. September, im Kino Rheinflimmern statt. Um 12 Uhr findet das anmeldepflichtige Lunchkino mit dem Film The Empire of Red Gold statt. Um 16 Uhr wird Blue Heart und um 18 Uhr The Messenger gezeigt. Die Premiere von The Human Element ist um 20 Uhr. Infos gibt es im Internet (www.filmefuerdieerde.org).