Das Georg-Büchner-Gymnasium soll schöner werden – und zwar nicht nur als Lern-, sondern auch als Lebensort. Das wünschen sich Lehrer und Schüler gleichermaßen und arbeiten gemeinsam an diesem Ziel. In einem auf rund fünf Jahre angelegten Projekt unter dem Titel Lebens- und Lernräume soll nicht nur das äußere Erscheinungsbild der Schule, sondern auch das inhaltliche Konzept umgestaltet werden. Ein erster Schritt ist nun getan: Im Pavillon sind aus zwei Klassenräumen ein neues Schülercafé und ein Oberstufenraum entstanden.

Die ehemals „ungeliebten“ (Rektor Volker Habermeier), weil dunklen und schlecht ausgestatteten Klassenzimmer, sind nicht wiederzuerkennen. Der linke der nebeneinanderliegenden Räume sieht aus wie ein kleines, gemütliches Lesecafé: schwarz-weiße Stühle und Tische, ein modernes Sofa, weiße Bücherregale und ein schicker Holztresen. Einzig die Tafel an der Wand erinnert daran, wozu der Raum bis vor Kurzem genutzt wurde. In bunten Kreidebuchstaben steht darauf „Kapitel 2“. Das ist der neue Name des Lesecafés. Er soll den Neubeginn symbolisieren, denn im Keller der Schule gab es mit dem „Café Leselust“ ein ähnliches Angebot, das von der Gestaltung her aber nicht mit dem neuen zu vergleichen war. Nicht vergleichbar mit ehemaligen Angeboten ist auch der neue Oberstufenarbeitsraum. Neben Platz zum Arbeiten hat dieser mit dem großen PC-Arbeitsplatz, dunklen Tischen und treppenförmigen, weißen Regalen, die als eine Art Raumteiler fungieren, auch optisch einiges zu bieten. Beide Räume wirken hell und einladend.

Genau das war es, was Habermaier im Sinn hatte, als er im vergangenen Jahr im Gemeinderat vorsprach. „Ich bekomme jedes Mal Depressionen, wenn ich in diese Schule hineingehe.“ Das hatte der Rektor den Räten gesagt und sie auch persönlich durch die Schule geführt, um zu zeigen, wie dunkel und nahezu trostlos viele Räume sind. Daraufhin beschloss der Gemeinderat, dem GBG 100 000 Euro, vornehmlich für eine Neugestaltung des Foyers, zur Verfügung zu stellen. Dieses Projekt soll in den Sommerferien umgesetzt werden. Da Habermaier, nach dem Motto „Schule ist mehr als Unterricht“, weitere Umgestaltungen wollte, gründete er gemeinsam mit Kollegen einen Arbeitskreis für die Lern- und Lebensraumentwicklung, an der sich derzeit acht Lehrer, die Schulsozialarbeiterin und der Hausmeister beteiligen. Zwei Fachberater des Regierungspräsidiums stehen beratend zu Seite.

Da die Räume nicht nur den Lehrern, sondern vor allem den Schülern gefallen sollen, haben sich diese an den Planungen beteiligt. Und zwar extrem engagiert, wie die Lehrerinnen Yvonne Fritz und Kathrin O’Neill berichten, die sich im Arbeitskreis vor allem mit dem Schülercafé beschäftigt haben. Referendarin Svenja Rück und Lehrerin Maria Grimmberg waren mit dem Oberstufenarbeitsraum befasst. Nachdem die Planungen schon im September 2017 begonnen hatten, wurden die Schüler bei einem pädagogischen Tag im Februar mit ins Boot geholt. Rund zwölf Schülerinnen halfen von da an freiwillig am „Kapitel 2“ mit, etwa acht Schüler am Oberstufenarbeitsraum.

Das Café soll den Schülern als Rückzugsort zum Lesen und Entspannen dienen, auch Events, wie etwa Gruselgeschichten- und Gedichtwettbewerbe (diese stehen im Lehrplan), sollen dort stattfinden. Einige Schülerinnen wollen dort einen Buchverleih anbieten und Snacks und Getränke verkaufen. Im Oberstufenarbeitsraum sollen Schüler in Freistunden lernen und arbeiten können.

Was die Umgestaltung der beiden Räume genau gekostet hat, kann und möchte Habermaier nicht genau sagen. Nur soviel: „Die Schule hat die Mittel dafür angespart.“ Posten, wie etwa die Verkabelung und Erneuerung der Decken, habe die Stadt übernommen. Auch der Freundeskreis des GBG habe sich finanziell beteiligt und Sessel gespendet. Beim vergangenen Aktionstag schickte die Firma Novartis zudem einige Mitarbeiter als Hilfe beim Umbau.

Termine: Interne Einweihung der beiden Räume am Freitag, 15. Juni, offizielle Einweihung am Schulfest, Freitag, 21. Juli