Etwa 300 Vereine gibt es in der Stadt Rheinfelden, manche stehen mehr in der Öffentlichkeit, andere weniger. Doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie brauchen gute Verbindungen, damit das angestrebte Wirken zum Nutzen der Allgemeinheit auch wirklich spürbar wird. Stefanie Franosz, Leiterin der Freiwilligenagentur, hat deshalb am Mittwochabend Vereinsvertreter zu einer Netzwerkdiskussion eingeladen.

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Anlass dafür war zum einen das zehnjährige Bestehen der Freiwilligenagentur, zum abderen sollten neue thematische Schwerpunkte beraten werden. Zur Diskussion gekommen waren etwa 20 freiwillig Tätige und Koordinatoren, unter anderem vom Freundeskreis Fécamp, dem Diakonischen Werk, dem Freundeskreis Asyl und dem Spielhaus Nollingen.

„Jedes Ziel freiwilliger Arbeit lebt von der Teilnahme vieler, dafür gilt es, Kompetenzen und Bedarf gut aufeinander auszurichten“, stellte Stefanie Franozs an den Anfang der Beratung. „Zwei wichtige Anliegen sind die konzentrierte Tätigkeit sowie Nachwuchsgewinnung.“ In ihrem Gespräch wiesen die Teilnehmer auf eine notwendige und vielfach auch mögliche Zusammenarbeit hin. So bestehe etwa großes Potenzial für gemeinsame Schulungen, denn Überschneidungen der Vereinsarbeit gibt es zahlreiche. Schulungen zur Hygiene sind etwa bei den Bewirtungen ebenso nützlich für alle wie auch die Seminare zu Versicherung oder Aufsichtspflicht.

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Beim Thema Nachwuchsgewinnung kam die Idee auf, die Projektwochen am Schuljahresende mit Themen zur freiwilligen Tätigkeit zu bereichern. Damit könnten Jugendliche mit den vielfältigen Formen der ehrenamtlichen Mitarbeit vertraut gemacht werden. Als bisher nicht ausreichend wurde die Anerkennung freiwilliger Tätigkeit genannt. Sandra Modrok aus dem St. Josefshaus brachte dazu eine Erfahrung aus Nordrhein-Westfalen mit. Dort gibt es demnach in etlichen Orten einen Ehrenamtspass. Ausgegeben wird er nach der Ableistung einer bestimmten Stundenzahl freiwilliger Tätigkeit, die ehrenamtlich Tätigen erhalten dann kleine Vergünstigungen im Ort.

Zum Abschluss der Netzwerkberatung diskutierten die Teilnehmer in zwei Themengruppen. Eine befasste sich mit freiwilligen Tätigkeiten für das 100-Jahr-Jubiläum von Rheinfelden in zwei Jahren. Abgesehen von der Mithilfe bei Veranstaltungen sollen dabei auch Wert und Leistung freiwilliger Tätigkeit seit 1922 dargestellt werden. Was wäre die Stadt heute, wenn es nicht so viel freiwillige Mitarbeit gegeben hätte? Dies ist nur eine Frage, der nachgegangen werden soll.

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Die zweite Arbeitsgruppe griff die Frage auf, wie Neubürger in das Spektrum der ehrenamtlichen Arbeit einbezogen werden können. Dazu kam unter anderem der Vorschlag auf, eine digitale Ideenpinnwand einzurichten, die Informationen und Bedarf vermittelt.

Zu Gast war Paul Oechsle aus der Schwesterstadt Schweizer Rheinfelden, er arbeitet dort in der Sozialkommission. Die Vielfalt der ehrenamtlichen Tätigkeit auf badischer Seite beeindrucke ihn, ebenso die Unterstützung durch die Stadt. In der Schweiz bleibe dies vor allem auf Kirchen und kleine Gremien konzentriert, sagte er. Alle Ideen gehen in eine Projektwerkstatt im Herbst ein. Bereits im März soll es ein weiteres Netzwerktreffen geben.