Rheinfelden Gelebte Integration: IG Spielplatz Schwedenstraße erhält den Bürgerpreis 2017

Die IG Spielplatz Schwedenstraße ist mit dem Bürgerpreis der Bürgerstiftung Rheinfelden ausgezeichnet worden. Die Initiative wertet mit ihrer Arbeit den Stadtteil Oberrheinfelden auf.

Das Quartier Oberrheinfelden in seiner internationalen Durchmischung sozial zusammenzuhalten und Integration zu leben, ist keine leichte Aufgabe. Die ehrenamtliche Initiative Spielplatz Schwedenstraße setzt sich seit 16 Jahren mit Veranstaltungen und niederschwelligen Angeboten erfolgreich dafür ein. Die Bürgerstiftung würdigte dieses wichtige bürgerschaftliche und nachhaltige Wirken am Tag des Ehrenamts und zeichnete die IG mit dem Bürgerpreis aus.

Norbert Dietrich lotete in seiner Laudatio die wichtige gesellschaftliche Aufgabe aus, mit Empathie und einfachen Kommunikationsstrukturen einer Entwicklung gegenzuhalten, die zunehmend von Egoismus, Anspruchsdenken und Intoleranz geprägt sei und zu einer „Schieflage“ führe.

Er erinnerte daran, dass Menschen mit Existenzängsten sich oft im Stich gelassen fühlen. „Die negative Sicht der Dinge gilt es ernst zu nehmen“, mahnte Dietrich, weil sie einer enttäuschten Erwartungshaltung an den Staat entspringe. Allerdings lassen sich solche Aufgaben „nicht von Staatswegen lösen“. Aber Initiativen, die Begegnungsorte stärken, an denen sich Missverständnisse ausräumen und das Zusammengehörigkeitsgefühl im alltäglichen Umfeld wachsen lassen, leisten dafür viel. Als „vorbildlich“ wertete Dietrich deshalb die Bemühungen der IG Spielplatz Schwedenstraße, weil sie „nachhaltige positive Wirkung erzielt“.

  • Die Entwicklung: Vor dem Jahr 2001 erinnerte der Vorsitzende, habe es in Oberrheinfelden „kaum Kommunikation“ gegeben, weil es keinen Treffpunkt gab und auch „kein Gremium, das die Interessen vertritt“. Erst mit der Bildung des Kinder- und Jugendbüros, das die Stadtteilkonferenz ins Leben rief, kam Bewegung bei den Bürgern auf. Ende November 2001 hat sich daraus die IG gegründet, um mit Anwohnern einen Spielplatz in der Schwedenstraße aufzubauen. Unerwartet viele haben sich dafür engagiert, dadurch wurden zwischenmenschliche Beziehungen gepflegt und der Erfolg der Arbeit begründet. Der Stadtteiltreff entstand 2007 und 2011 hat die Interessengemeinschaft noch einen Bolzplatz realisiert.
  • Die Leistung: Inzwischen sind die Stadtteilfeste ebenso Bestandteil im Jahreskalender wie die Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche, Spielenachmittage und Pfiffikus-Werkstätten. Das offene, kostenlose und niederschwellige Angebot hat sich um zweisprachige Vorleseaktionen in Deutsch-Türkisch/Arabisch erweitert. Der große Nutzen befördert aus Sicht der Bürgerstiftung das wachsende Netzwerk, in dem Schillerschule, Kita Kunterbunt, IG Kids (junge Erwachsene aus dem Quartier) und die Höllhooge Bruet mitwirken. Auch in Zahlen macht die ehrenamtliche Trägerarbeit Eindruck: Für 154 Einsätze wurden zuletzt 750 Stunden Arbeit eingebracht und damit 2212 Kinder, 202 Jugendliche und 733 Erwachsene bei wechselnden Aktionen erreicht, finanziert vor allem durch Spenden. Damit hat die IG mit Dietrichs Worten das „Image Oberrheinfeldens merklich verbessert“.
  • Die Stadt: Lob zollte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt der Entscheidung, mit dem Bürgerpreis bürgerschaftliches Engagement anzuerkennen und einem gesellschaftlichen Trend entgegenzuwirken, in dem die Gesellschaft von Egoismus, Werteverfall gekennzeichnet werden, wobei die moralischen Grundlagen verloren gehen. Wo Eigeninteresse und Ellbogengebrauch zunehmen, werde in Begegnungen oft einfache Antworten auf komplexe Sachverhalte gesucht. „Deshalb ist es wichtig, dass es Menschen gibt, die dem etwas entgegensetzen“, so Klaus Eberhardt. Die Bürgerstiftung erinnere mit dem Bürgerpreis daran, was „die Stadt trägt und prägt“. Die vielen Initiativen in Rheinfelden, die Engagement verkörpern, zeigen, dass sich „Einsatz lohnt“. Die Würdigung schaffe Identität für die Stadt. Eberhardts Fazit: „Ohne sie wäre unsere Stadt ärmer.“ Dies treffe auch auf die IG Spielplatz zu. Sie schaffe damit eine Aufwertung für Oberrheinfelden, „die das Quartier bitter nötig hat“. Die IG bilde eine Klammer für „das stete Zusammenführen im Sinne einer sozialen Stadt“. Die Arbeit der ehrenamtlichen stehe somit „gegen Ellenbogen und Entsolidarisierung“, befand der Oberbürgermeister.

Die IG Spielplatz

Sie entstand 2001 aus der Stadtteilkonferenz. Im internationalen Oberrheinfelden leben 50 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund (Italien, Türkei, Russland, Albanien und dem Balkan) und viele junge Menschen. Die IG bietet allen eine Plattform zum Miteinander.

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