Die Parteien und Listen setzen zum Endspurt für die Kommunalwahl am 26. Mai an. 145 Kandidaten bewerben sich mit sechs Programmen und Leitzielen um einen Bürgerauftrag im 32-sitzigen Gemeinderat. Der soll idealerweise ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellen, die gewählten Vertreter die lokale Bevölkerungsstruktur abbilden. Gemessen am Sozialbericht der Stadt klappt das nicht ganz. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung liegt bei leicht über 43 Jahren. Die politischen Kräfte im Ratsrund, CDU, SPD, Freie Wähler und die Grünen liegen im Schnitt deutlich darüber.

  • Die CDU: Die bislang führende Union kommt mit ihren 32 Bewerbern geringfügig jünger daher. Knapp über 52 Jahre beträgt der Altersdurchschnitt. Auf den ersten elf Listenplätzen, was der heutigen Fraktionsstärke entspricht, reicht die Bandbreite von 25 (Dunja Lötterle) bis 72 Jahren (Wilfried Markus). Mit dem 19-jährigen Schüler Luca Schöttler auf Platz zwölf stellt die CDU ihren jüngsten Kandidaten, mit Erich Blatter, dem Ehrenvorsitzenden des CDU Stadtverbands, der nach zehn Jahren Pause wieder als Kandidat in Erscheinung tritt, den ältesten mit 82 Jahren. Auf den vorderen Plätzen stellen sich bekannte Gesichter vor, die kommunalpolitisch aktiv sind. Ehepaare sind nicht vertreten, aber familiäre Beziehungen gibt es auch, was auch nach dem Wahlrecht geht. So ist mit Laura Wild (27) die Tochter von Dieter Wild auf dem Stimmzettel.
  • Die SPD: Bei der SPD, die zehn Sitze im Gemeinderat hält, sieht das Bild auf den vorderen Plätzen ähnlich aus: bekannte Namen. Die Sozialdemokraten kommen beim Altersdurchschnitt der 32 Kandidaten auf 52,6 Jahre. Hier finden sich zwei Bewerber unter 30 Jahren auf der Liste: Hannah Bernbach (28) und Nico Kiefer (23). Es sind mehrere 40-er und 50-er dabei. Die Altersspitze endet bei 74 Jahren und Wilhelm Hundorf. Die Kandidatennamen lassen auf den ersten Blick nicht auf familiäre Verbindungen schließen. Als prominenter Neubewerber tritt der frühere Bürgermeister Rolf Karrer auf Platz zwölf für den Gemeinderat an.
  • Die Freien Wähler: Die Liste der FWV trägt zwar nur 30 Namen, doch auch hier wiederholt sich das bekannte Bild: Der Altersschnitt trifft sich auf dem Nenner 52,6 Jahre. Bei der FWV, die sechs Mandate im Gemeinderat hat, nehmen die vorderen Plätze Kommunalpolitiker ein, deren Erfahrung mit dem Alter korrespondiert. Als Neuzugang auf Platz sieben ist Ellen Haubrichs zu finden. Als jüngster Bewerber wirbt der 22-jährige Tim Schick um Stimmen, als ältester Reinhard Börner (71).
  • Die Grünen: Alle 32 Kandidaten der Grünen bringen es auf 1732 Jahre, was umgerechnet den höchsten Altersdurchschnitt der Listen bedeutet: 54,1 Jahre. Dabei stellt sich aber große Bandbreite dar. Die Grünen, die bisher mit drei Mandaten im Gemeinderat sitzen, sind dreimal mit dem Namen Lohmann vertreten: Heiner (74), Anette, seine Ehefrau, und Hendrik, der mit 33 Jahren zu den jüngsten gehört. Jünger ist nur Pascal Schiffmann auf Platz 26 mit 26 Jahren. Der älteste Bewerber heißt Klaus Altenstetter und ist 83 Jahre.
  • Die FPD: Nach dem Ausscheiden von Max Hirtle als bisher einzigem Liberalen im Gemeinderat, geht Benno Mühlhaupt als Spitzenkandidat den neun und mit Abstand jüngsten Bewerbern voran. Der Erstplatzierte liegt mit 58 Jahren deutlich über dem Durchschnitt von 30,6 Jahren. Bei der FDP finden sich die meisten Kandidaten zwischen 20 und 30 Jahren.
  • Soziales Rheinfelden: Die von den Linken unterstützte Liste ist bisher nicht im Gemeinderat vertreten und tritt mit zehn Bewerbern an. Sie hält den bekannten Altersdurchschnitt von 52,7 Jahren, weist aber zwei Extreme nach oben und unten auf: Felix Rogge ist mit 18 Jahren der jüngste aller Kandidaten und Dorothea Sanio mit 91 die älteste.