Um die hausärztliche Versorgung des Bereichs Rheinfelden, zu dem auch Grenzach-Wyhlen und Schwörstadt gehören, ist es nach Darstellung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) nicht so schlecht bestellt, wie vor Ort vermutet wird. Dennoch zeigt sich die KV sensibilisiert durch Praxisverluste im Umland und erkennt Handlungsbedarf. Die Bemessungsgrundlage wurde bereits revidiert, die eine ausreichende ärztliche Versorgung der Bevölkerung sicherstellen soll.

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Uwe Wenk (SPD) hat diese Woche im Ausschuss aufhorchen lassen mit seiner Mitteilung, dass die KV Praxen anfrage, welcher Arzt noch Patienten aufnehme und wollte von der Verwaltung Auskunft zur Lage und Entwicklung. Nach Auskunft von Kai Sonntag, KV-Sprecher für das Land, „brennt es nicht besonders“ im Raum Rheinfelden, im Unterschied zu anderen Gebieten, so dass aktuell keine besondere Förderung vorgesehen sei.

28,5 Hausärzte

2016 hat es laut KV 30 niedergelassene Hausärzte im Gebiet gegeben, Ende Oktober waren es noch 28,5. Nach den aktuellen Zahlen, die im Herbst erhoben wurden, weise der Bereich Rheinfelden „einen Versorgungsgrad von 95 Prozent“ auf. Das bedeutet umgerechnet auf die hausärztliche Dichte, dass sich fünf Ärzte mehr niederlassen könnten, nachdem sich der Bemessungsschlüssel geändert hat. Grundsätzlich gilt jetzt die Berechnungsgrundlage pro 1606 Einwohner ein Hausarzt. Die Ziffer allerdings sei laut Sonntag nicht starr, sondern richte sich an verschiedenen Faktoren aus. Dazu gehöre das Alter der Patienten und die schwere von Krankheiten.

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Die Zahl der Ärzte wiederum sage noch nicht viel über die Patientenversorgung aus. Übergibt ein Arzt seine Praxis an einen Nachfolger, der bisher in der Woche 45 Stunden Patienten behandelt hat, ist dies nicht für die Zukunft gewährleistet. Die Grundberechnung gehe davon aus, dass ein Hausarzt wöchentlich mindestens 25 Stunden Patienten behandle. Es komme deshalb auf den Einzelfall an. Somit gebe es auch, wie Sonntag anmerkt, „keinen wissenschaftlich anerkannten Schlüssel für Rheinfelden. Alle Zahlen sind richtig oder falsch“.

WST plant Veranstaltung

Die Kassenärztliche Vereinigung verweist darauf, dass in Schopfheim nach der Schließung einer großen Praxis ein Versorgungszentrum mit fünf Ärzten und zwei Weiterbildungsassistenten durch KV-Vermittlung kommen werde. Dadurch sei zu erwarten, dass Patienten nicht weiter in andere Versorgungsbereiche, etwa nach Rheinfelden abwandern und dort den Druck erhöhen. Die Wirtschaftsförderung WST hat jedenfalls vor, weiter in Aktion zu treten, um Ärzte für Rheinfelden zu interessieren. Dazu ist im Februar eine Veranstaltung geplant.

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