Herr Frank, wie viele Landeigentümer sind in Minseln und Karsau vom Bau der A 98 betroffen?

In dem Verfahren haben wir 148 Teilnehmer. Es sind 466 Flurstücke auf rund 115 Hektar.

Warum braucht es hier ein Flurbereinigungsverfahren?

Der Zweck des Verfahrens liegt darin, für das Regierungspräsidium, das die Autobahn baut, das erforderliche Land bereitzustellen. Unser Ziel ist es, den Landverlust, der durch den Bau der Autobahn entsteht, auf einen möglichst großen Kreis von Eigentümern zu verteilen. Ohne die Flurbereinigung wäre die einzige Möglichkeit, die direkt betroffenen Eigentümer zu enteignen. So können wir den Landverlust verteilen, sodass die Teilnehmer, die ihre Flächen dort haben, wo die Autobahn gebaut wird, nicht leer ausgehen.

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Am Mittwoch werden Ergebnisse der Wertermittlung bekannt gegeben. Was können Sie dazu vorab sagen?

Die Ermittlung der Bodenwerte stellt die Grundlage für die spätere wertgleiche Zuteilung dar. Deshalb ist die Sicherstellung der Wertgleichheit von altem Bestand und neuer Zuteilung für uns ein wichtiges Ziel. Es ist mit der landwirtschaftlichen Berufsvertretung für unsere Region abgestimmt, in diesen Flurbereinigungen dem Landbesitzer maximal 6,5 Prozent seiner Fläche abzuziehen. Wir wollen erreichen, dass es einen geringeren oder gar keinen Abzug gibt – indem wir die Teilnehmer anfragen, wer verkaufsbereit ist. Hier in Minseln und Karsau ist es uns tatsächlich gelungen, den Landabzug fast auf null zu reduzieren.

Wie viel Einfluss haben die Besitzer?

Am Mittwoch werden die Bodenwerte bekannt gegeben, aber wir erläutern auch, wie wir vorgegangen sind. Wir sind auf die Unterstützung der Teilnehmer und der Landwirte angewiesen. Wir bitten alle, dass sie ihre Flurstücke genau überprüfen, um zu sehen, ob sie einverstanden sind. Manche wissen gar nicht genau, wo ihre Fläche liegt. Viele sind auch weit weg von ihrer Heimat. Wir hatten Teilnehmer aus den USA, die überrascht waren, hier noch Land zu haben. Die Ermittlung der Beteiligten ist auch eine Detektivarbeit. Meistens ist alles, was wir haben, ein Name und ein Geburtsdatum im Grundbuch.

Jacek Frank.
Jacek Frank. | Bild: Privat

Sind die Beteiligten am Ende zufrieden?

In den meisten Fällen sind die Teilnehmer zufrieden. Alle Teilnehmer können aber auch an sehr vielen Stellen des Verfahrens Einwände vorbringen.