Rheinfelden Flüchtlinge auf der Bühne

Tempus fugit probt für Theaterstück Aufbruch. Bewohner der Asylbewerberunterkunft spielen mit.

Das Thema Flüchtlinge dominiert nach wie vor die Medien. Doch wie ist deren Geschichte, wie kamen sie nach Rheinfelden, welche Parallelen gibt es zu Flüchtlingsgeschichten der Großelterngeneration? Zahlreiche Fragen, die das neue Theaterstück des Freien Theaters Tempus fugit beantworten möchte. Passend zum Spielzeit-Motto Aufbruch von Tempus fugit hat Theaterpädagogin Julia Jacob mit Flüchtlingen aus der Gemeinschaftsunterkunft ein Theaterstück entwickelt.

Am Anfang des Projektes, im April, stand das Kennenlernen. Mit Hilfe einer Lehrerin der Gewerbeschule suchte Jacob den Kontakt zu Schülern, die ein so genanntes Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf ohne Deutschkenntnisse besuchen. Sie alle wohnen in der Gemeinschaftsunterkunft in der Schildgasse. Elf junge Flüchtlinge waren bereit, ihre Biografie, die Gründe ihrer Flucht und auch die Reisebedingungen mit den Schauspielern zu teilen.

Zum einen werden im Stück die Erfahrungen der Flüchtlinge erzählt, aber auch Persönliches der Schauspieler eingearbeitet. Was sie selbst mit Heimat, Reisen und Zurücklassen verbinden. Beim Pressegespräch gaben die Darsteller einen ersten Einblick in das Stück. Der Anklage zum korrupten Gesundheitssystem im Heimatland, das den Großvater nicht behandelt, wird die Erinnerung einer Schauspielerin entgegen gestellt, die nur gute Erinnerungen an das Treppenhaus der Großmutter hat, sich den Geruch vorstellt und die Beschaffenheit der Treppe noch immer unter den Füßen spürt. „Mal widersprechen sich die Geschichten, mal haben sie viele Gemeinsamkeiten“, stellt Jacob in Aussicht.

Die Gruppe, die das Stück „Aufbruch Deutschland“ aufführt, besteht aus sechs Schauspielern von Tempus fugit, zwei vom Jugendtheater Rheinfelden und – zu Jacobs Freude – auch aus drei oder vier Flüchtlingen. Produktionsleiter Johannes Rohwer stieß erst vor drei Wochen dazu, engagiert sich privat im Freundeskreis Asyl Lörrach und fühlt sich daher für die Thematik entsprechend sensibilisiert. Da das Projekt kurzfristig angelegt war, war es vorher nicht nötig, einen Produktionsleiter zu benennen, erklärt Jacob.


Die Aufführungen

Das Stück Aufbruch Deutschland wird am Sonntag, 12. Juli, 19 Uhr, für alle Bürger, und Montag, 13. Juli, 9.30 Uhr, für Schüler im Jugendhaus im Tutti-Kiesi aufgeführt. Klassen können sich dafür noch anmelden bei Produktionsleiter Johannes Rohwer, E-Mail an j.rohwer@fugit.de, 0152/03 65 24 84, 07621/167 54 76. Das interkulturelle Kinder- und Jugendtheater Rheinfelden zeigt zudem am Freitag, 24. Juli, 17 Uhr, im Jugendzentrum das Stück „Das märchenhafte Rätsel“.

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