Die Adelbergkirche ist Kulturgut und gehört der ganzen Stadt. Damit das älteste Gotteshaus mehr Menschen zur Einkehr einlädt, Hochzeiten, Taufen, neue Gottesdienstformen, Ökumene und kulturelle Angebote es beleben, muss sich ihr Innenraum aber verändern. Daran arbeitet die alt-katholische Gemeinde mit dem Denkmalamt. Die Ideen möchte sie jetzt in die Öffentlichkeit tragen, um ein Konzept im Miteinander zu entwickeln. Ihr Ziel: Alle, die sich für die Adelbergkirche interessieren, sollen sich in ihr wiederfinden. Von der Identifikation versprechen sich Pfarrer und Vorstand auch finanzielle Unterstützung.

Seitdem der Wintersturm „Burglind “den Turm beschädigt hat, steht auf der Empore ein Gerüst. Dadurch kann sie nicht mehr genutzt werden. Im Kirchenraum bieten die fest verankerten Holzbänke in neun Reihen Platz für gut 80 Personen. Gleich vor der ersten Bank ragt eine Stufe erhöht die Kanzel aus Holz auf. Pfarrer Armin Strenzl nutzt sie nicht mehr: „Die braucht kein Mensch, aber der Denkmalschutz besteht darauf, dass sie bleibt." Das gilt auch für den Altar daneben. Er ist aus Holz, soll dem Baujahr der Kirche entsprechen und besteht, profan betrachtet, aus einem halbhohen Holzschrank mit zwei Türen. Die Stufen, die den Altarraum vom Kirchenschiff trennen, erweisen sich als problematisch. Bei der Kommunion bezieht ein Gemeindemitglied Sicherheitsposten, damit niemand um die Ecke herum herunterfällt. Der Mittelgang endet ebenfalls vor der hohen Stufe. Selbst wenn der Altar weggeschoben würde, ergibt sich kein barrierefreier Bereich. Der aber ist der Gemeinde genauso wichtig wie bewegliches Sitzen im Kreis auf Stühlen. An den drei hinteren Bankreihen lässt der Denkmalschutz nicht rütteln, die Gemeinde möchte deshalb den vorderen Teil als Gestaltungsspielraum nutzen. Um Veränderungen einzuleiten, braucht die alt-katholische Gemeinde, die alle sechs Wochen mit bis zu 40 Besuchern Gottesdienst feiert, aber Geld. Die Rücklagen reichen bei weitem nicht, um die mit einem Innenarchitekten grob skizzierten Maßnahmen zu realisieren.

Der Pfarrer rechnet für den Innenraum allein mit Planungskosten von 8000 Euro. Das Projekt könne sich auf geschätzte 250 000 Euro summieren. Die Gebäudesanierung im Außenbereich obliegt der Stadt als Eigentümer. Da stehen Summen zwischen 200 000 bis maximal 420 000 Euro laut Werner Nuß im Raum. Ihm ist daran gelegen, dass die Erhaltungsmaßnahmen abgeschlossen sind, wenn die Gemeinde im Kircheninnern loslegt.

Kirchenvorstand und Pfarrer haben fest vor, konsequent für den Innenraum ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, um mit der Umsetzung 2020 zu beginnen. Damit dies in jeder Beziehung gelingt, sollen alle Menschen auf dem Weg dahin mitgenommen werden, denen an der Zukunft der Adelbergkirche liegt. Die Fundraisinggruppe, die Spenden sammelt, hat sich dazu bereits gebildet. Als Zweites veranstaltet die alt-katholische Gemeinde zum Start eine öffentliche Veranstaltung mit einem Vortrag für Gemeindemitglieder und alle interessierten Bürger. Mehr Gottesdienste soll es nach der Renovierung geben, auch im Zeichen der Ökumene. Auch Sondergottesdienste soll es geben und kulturelle Veranstaltungen.

Termin: Die öffentliche Veranstaltung ist am Donnerstag, 19. Juli, 19.30 Uhr, in der Adelbergkirche. Wünsche, Anregungen und Fragen zur Gestaltung sind Thema.