Mama bleibt nach der Geburt der Kinder zuhause, Papa geht weiter arbeiten: Auch wenn dieses Rollenmodell wohl noch in vielen Familien in Deutschland gilt, sind Väter nicht bloß Zuschauer. So sehen das die Mitarbeiter des Familienzentrums und versuchen deshalb auch Männer in ihr tägliches Programm mit einzubeziehen. Doch wie bekommt man Väter ins Familienzentrum? Was interessiert Männer und womit kann man sie anlocken?

Der Versuch, einen regelmäßigen Männerstammtisch ins Leben zu rufen, ist gescheitert. Kaum ein Mann nutzte das Angebot, sich bei einem abendlichen Bierchen auszutauschen. Zwar gäbe es immer wieder Phasen, in denen plötzlich einige Väter das Familienzentrum besuchen, sagt Daniela Kollenyi, Koordinatorin des offenen Bereichs im Familienzentrum. Dies ergebe sich aber eher zufällig. „Man braucht einen Mann als Zugpferd, dann kommen auf einmal noch einige andere“, erklärt sie. Ein dauerhafter Väter-Zustrom wäre aber weiterhin ein großer Wunsch.

Die Idee zum neuen „Outdoor-Family-Projekt“, das Familien, besonders aber auch Väter anlocken soll, wurde allerdings eher zufällig geboren: Kollenyis Sohn wollte unbedingt wissen, wie ein Fisch von innen aussieht. Nachdem sie im Supermarkt erfuhr, dass Fische nur ausgenommen verkauft würden, blieb der Familie nur die Möglichkeit, selbst angeln zu gehen. Die Kollenyis hörten sich um, wer Lust habe, sich anzuschließen, und erhielten spontan Anmeldungen von rund 20 Personen, darunter einige Männer. Da wurde Kollenyi hellhörig. „Da scheint Bedarf zu sein“, dachte sie sich, und im Team wurden weitere Pläne geschmiedet, welche Freizeitaktivitäten Familien bereichern könnten.

Und als das Familienzentrum einen Teil des Quartierfonds über das Projekt Soziale Stadt Rheinfelden zugesprochen bekam, konnte eine ganze Liste mit Outdoor-Veranstaltungen rausgegeben werden. Ein Besuch in der Tschamberhöhle, Fossilien suchen, Fossilien präparieren, ein Nachtbesuch im Zoo und ein Besuch des Chrischona-Fernsehturms stehen auf dem Programm und die meisten davon sind jetzt schon restlos ausgebucht.

Auch das Angeln, dass die ganze Sache ins Rollen gebracht hat, durfte natürlich nicht fehlen und wurde auch diesmal wieder sehr gut angenommen. Und so zogen am Samstagmorgen fünf Familien los, um auf dem Forellenhof von Olaf Drees in Wehr sowohl einiges über die Fischzucht, als auch den Umgang mit der Angelrute zu lernen und im Anschluss ihren Fang zu verspeisen. Da arbeiteten Kinder und Eltern Hand in Hand, verfielen gemeinsam dem Jagdfieber und bewiesen Sitzfleisch beim gemeinsamen Grillen. Und auch Olaf Drees kam auf den Geschmack und bot sich an, zukünftig im Familienzentrum mitzuhelfen. „Männer müssen eben nicht sozialisieren, sondern anpacken“, so Kollenyis Erkenntnis.

Jedes Angebot des Outdoor-Familiy-Programms kostet vier Euro pro Kind, der Rest wird über den Quartierfond finanziert. Über weitere Anregungen oder andere Ideen, Männer mehr mit einzubeziehen, würde sich das Team freuen. Für jeden, der sich auch einmal selbst im Angeln üben möchte und den Termin des Familienzentrums verpasst hat, veranstaltet der Forellenhof Drees einen Vatertagshock.

Anmeldungen per E-Mail an die Adresse (info@familienzentrum-rheinfelden.de).