Mehr als 2,1 Millionen Euro würde der Umzug des Fußballstadtvereins von der Richterwiese nach Warmbach kosten. Der Hauptausschuss beriet am Montagabend über die Förderung des Umzugs, die voraussichtlich mit 1,2 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Nachdem sich der Verein einstimmig für Warmbach als neuen Standort entschieden hat, fiel auch das Votum im Gremium einstimmig aus, auch wenn es Bedenken gibt. Die Fraktionen werden sich vor der entscheidenden Gemeinderatssitzung am 18. Juli noch ausgiebig beraten müssen.

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Bauliche Erweiterung auf Richterwiese unmöglich

„Es war nicht der Wunsch des Vereins, seine Heimstätte an der Richterwiese zu verlassen“, betonte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt in der Sitzung des Hauptausschusses. Das bisherige Areal liegt im Geltungsbereich der Seveso-Störfallrichtlinie, die eine weitere sportliche Entwicklung nicht zulässt. Eine ausreichende bauliche Erweiterung sei darum am bestehenden Ort nicht möglich, aber wichtig, um die Zusammenführung der Abteilungen an einer zentralen Heimstätte zu forcieren, insbesondere was die dem FSV wichtige Jugendarbeit angeht. Die ist aktuell ausgelagert und findet in Warmbach statt.

Verein ist eine Aushängeschild für Rheinfelder Fußball

Auch Hauptamtsleiter Hanspeter Schuler benannte Gründe, die Planung des FSV zu verfolgen: Der Verein spiele in der Landesliga und sei ein Aushängeschild für den Rheinfelder Fußball. Ganz wichtig sei auch, dass das Sportgelände mit einem Rasen- und einem Kunstrasenplatz auch den Schulen und anderen Vereinen zur Verfügung stehen würden. Schuler stellte auch die Kosten vor. Da der Verein vorsteuerabzugsberechtigt ist, wurde mit den Nettowerten, also ohne Umsatzsteuer, gerechnet.

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Neuer Kunstrasen mit knapp 400 000 Euro kalkuliert

Die vom Verein zusammengetragenen Kosten belaufen sich netto auf insgesamt 2,2 Millionen Euro. Davon entfallen 1,4 Millionen auf das Clubheim, 390 000 Euro auf den großen Kunstrasenplatz und 260 000 Euro auf den Naturrasenplatz. Die Flutlichtanlage schlägt mit 82 000 Euro ins Kontor, 70 000 Euro sind für die Zaunanlage zu rechnen, 13 000 Euro für die Beregnung.

Badischer Sportbund fördert Maßnahme mit 411 000 Euro

Der Verein kann 600 000 Euro in Eigenleistung erbringen. Vom Badischen Sportbund werden 411 000 Euro zugeschossen, so dass zur Deckung der Gesamtkosten 1,2 Millionen Euro übrig bleiben, die von der Stadt zu tragen wären. Das entspricht 54 Prozent der Gesamtkosten.

Die Fraktionen haben noch Diskussionsbedarf

„Diese Summe ist der jetzige Kostenstand“, so Eberhardt, der betonte, dass man diesen Wert auch als Kostendeckel für die Stadt definieren müsse. Der OB sieht die Stadt aber auf jeden Fall in der Verantwortung, den FSV zu unterstützen. Mit den Worten „Jetzt Feuer frei!“, eröffnete er die Diskussionsrunde. Einig waren sich alle Sprecher, dass das Thema noch in den Fraktionen zu diskutieren ist.

Paul Renz wundert sich über niedrigere Summe

Paul Renz ging für die CDU darauf ein, dass seine Fraktion die Lage am jetzt geplanten Standort neben der Hans-Thoma-Schule und gegenüber des Freibads stets als ideal ansah. Es sei unbestritten, dass der Verein eine Heimstätte brauche. Diese Möglichkeit sei beim Europastadion nicht gegeben gewesen, das auch im Gespräch war, aber auch so schon an seinen Kapazitätsgrenzen ankommt. Allerdings wunderte er sich über die Kosten. Frühere Kostenschätzungen hätten höhere Werte ergeben. Auch fragte er nach dem Anteil der Kosten des Wirtschaftsteils des Vereinsheims. Die Kosten für eine Vereinswirtschaft sind nicht förderfähig.

Mit diesen beiden fraglichen Punkten blieb Renz nicht allein. Karin Reichert-Moser (Freie Wähler) meinte, man müsse beim Clubheim schauen, welcher Standard vorgesehen sei und verdeutlichte das mit Stühlen: „Man kann Ikea-Stühle nehmen oder Vitra.“

Wert für den Kunstrasen ist realistisch

Auch Eckhart Hanser (CDU) erinnerte sich, dass für die bisherigen Kunstrasenplätze rund 800 000 Euro zu zahlen waren und wunderte sich, dass der Verein mit knapp 400 000 Euro kalkulierte. Schuler sagte, die Verwaltung habe den Verein mehrfach dazu befragt. Der FSV sehe den Wert auch nach Rücksprache mit der Baufirma als realistisch. Der OB vermutete, dass ein Verein vielleicht bessere Angebote bekomme. Er sagte zu, dass bis zur Sitzung des Gemeinderats die Kosten für den Wirtschaftsteil separat ausgewiesen würden.

Die Stadt würde auf Bauland verzichten

Karin Paulsen-Zenke äußerte für die SPD-Fraktion zwar die Einsicht der Notwendigkeit der Umsiedlung, betonte aber, dass die Stadt dem FSV „weitaus mehr“ zuschieße, weil man auch auf Bauland verzichte. Sie mahnte ansonsten – wie für die Grünen auch Alexander Strehmel –, dass Kunstrasenplätze „ein Problem mit Mikroplastik“ erzeugen würden. Die SPD-Sprecherin regte an, über eine Streichung des Kunstrasens zugunsten von Naturrasen nachzudenken.

Drei Vereine wären ungleich teurer

Gustav Fischer (SPD) erinnerte daran, dass insgesamt drei Fußballvereine im FSV zusammengekommen seien und warf in den Raum, dass es die Stadt wahrscheinlich teurer gekommen wäre, drei Vereine zu fördern. Dem stimmte der OB zu.

Schnelles und einstimmiges Votum

Die Abstimmung verlief dann ganz schnell, nachdem auch über haushalterische Fragen gesprochen worden war. Alle Ausschussmitglieder stimmten dafür, dem Gemeinderat zu empfehlen, den gedeckelten Zuschuss zu gewähren. Jetzt wird in den Fraktionen weiterdiskutiert.

Zum Verein: Der Fußball-Stadtverein (FSV) hat zur Zeit 495 Mitglieder, davon 130 Jugendliche, 100 Aktive und 265 Passive. Erster Vorsitzender ist Patrick da Rugna. Etwa 15 Mitglieder waren in der Sitzung anwesend.