Frau Weiß, Sie sind Gründungsmitglied der IG Spielplatz Schwedenstraße. Was war die Intention bei der Gründung?

Weiß: Das war 2001. Wir wollten, dass die Kinder aus Oberrheinfelden endlich einen ansprechenden Platz zum Spielen bekommen und nicht länger nur einen Matschhaufen in einer Holzkiste mit ein paar Schäufelchen und Eimerchen drinnen haben. Mehr war da nicht. Wir haben gesagt, dass Kinder ein Recht auf einen ordentlichen Spielplatz haben.

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Herr Tortomasi, wie sind Sie zur IG gekommen?

Tortomasi: Bei der IG bin ich schon immer als Kind gewesen. Bei der Gründung war ich fünf Jahre alt und gleich dabei. Bei der Einweihung vom Pfiffikus habe ich das Band durchgeschnitten. Das war einfach ein fließender Übergang. Irgendwann habe ich nicht mehr nur gespielt, sondern auch geholfen, wie die Kleinen auch heute schon helfen. Das Helfen wurde immer mehr, ich habe immer mehr Verantwortung übernommen, und irgendwann war ich einfach ein Helfer, weil ich kein Kind mehr war.

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Haben Sie den Eindruck, dass sich vor allem Rentner ehrenamtlich einbringen?

Tortomasi: Nein, ich finde das ist eine gute Mischung. Viele, die ich kenne, machen etwas im Ehrenamt. Das besteht aus Jung und Alt. Auf dem Spielplatz sowieso, wo viele groß geworden sind und heute bei den Projekten helfen.

Weiß: Ich habe letztes Jahr auf dem Marktplatz des Ehrenamts auch bei anderen Organisation viele junge Leute erlebt. Bei uns ist es bunt gemischt zwischen 17 und 80 Jahren. Es läuft auch ganz viel, was ohne die Jüngeren gar nicht ginge. Das ist auch bei anderen Vereinen so.

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Warum haben Sie sich für die Postkartenaktion des SAK zur Verfügung gestellt?

Tortomasi: Weil es wichtig ist, darüber zu informieren, dass sich Jung und Alt im Ehrenamt engagieren. Das halte ich für sinnvoll.

Weiß: An der Aktion finde ich gut, dass es zeigt, dass nicht nur die Rentner im Ehrenamt sind, sondern auch die Jungen. Das zeigt sich ja auf allen Postkarten. Und das kann durchaus auch harmonieren. Wie bei uns, wo verschiedene Altersgruppen auf dem Spielplatz gemeinsam etwas bewirken und die Jungen in ihre Aufgabenbereiche gewachsen sind und dadurch auch uns Ältere entlasten.

Welche Rolle messen Sie dem Ehrenamt in der Gesellschaft zu?

Tortomasi: Das ist ein wichtiger Punkt: Es verbindet die Gesellschaft, die Menschen untereinander. Für mich ist Ehrenamt auch etwas, was die Gesellschaft ausmacht, was Gesellschaft schafft. Kreativ sein für Kinder, Jugendliche, Alte oder psychische Kranke. Es ist eine Verbindung zwischen den Generationen, Kulturen und Menschen.

Weiß: Auf Oberrheinfelden bezogen kann man sagen, dass sich da in den letzten 18 Jahren ein echter Stadtteiltreff entwickelt hat, wo die Oberrheinfelder wissen, dass sie dazu gehören und integriert sind. Sie nehmen das auch an und das Haus wird vielfältig genutzt für verschiedene Treffen und Veranstaltungen. Das ganze Zusammenleben in Oberrheinfelden hat eine Identität entwickelt, die es vor 18 Jahren noch nicht gegeben hat. Deswegen finde ich es auch ganz wichtig, dass es weitergeht.

Welche Bedeutung hat Ehrenamt für Sie persönlich?

Tortomasi: Ich gebe der Gesellschaft, der IG Spielplatz etwas zurück. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit, weil früher hat jemand für mich und meine Altersgenossen Programme und Aktionen gestaltet und uns betreut, und das möchte die heutige Generation auch erleben.

Weiß: Ich mache das, weil ich positive Rückmeldung bekomme, und weil ich sehe, dass das, was wir ehrenamtlich leisten, von der Bevölkerung angenommen wird. Ich hab vor zehn Jahren mal eine Auszeit von der IG genommen, aber als ich wieder zurückkam, war ich gleich wieder voll dabei, als wäre ich nie weg gewesen. Bei der Mannschaft wie den Besuchern war ich gleich wieder voll integriert. Bei positiver Rückmeldung macht man das gerne und in Oberrheinfelden gab es einen echten Bedarf, den wir ziemlich gut abdecken.

Fragen: Horatio Gollin