Neben der etablierten Reihe der Schlosskonzerte Beuggen gibt es jetzt auch die neue Konzertreihe „Junge Klassik“, um musikalische Talente am Hochrhein zu fördern. Initiiert wird sie von der Cellistin Natalia Dauer (21) aus Bad Säckingen, die Erfahrung mit derlei Veranstaltungen hat und bereits bei den Laufenburger Kulturtagen das gleichnamige Festival organisiert.

In Schloss Beuggen hat Natalia Dauer die Klassikreihe ins Leben gerufen, weil sich das Schloss, wie sie sagt, für Klassik anbiete, bekannt sei und schöne Räumlichkeiten habe. Die Rheinfelder „Junge Klassik“ scheint auf Anhieb ein Erfolg zu sein, denn bei der dritten Folge „Kammermusik mit Harfe“ platzte der Bagnato-Saal aus allen Nähten. Es gab ein großes Stühlerücken, damit die vielen Interessierten Platz fanden.

Das Anliegen der Cellostudentin Dauer ist es, die junge Musikergeneration zu unterstützen und zusammen mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten Kammermusik zu machen. Daher hat sie eine Plattform für Musiker zwischen 19 und 24 Jahren gesucht, die großteils noch studieren oder am Anfang ihrer Laufbahn stehen, und diese im stilvollen Ambiente von Schloss Beuggen gefunden, wobei ihr sogar für die Klavierkonzerte von Seiten des Hotels ein neuer Steinway-Konzertflügel zur Verfügung gestellt wird.

Am Sonntag traten einige in der Region bekannte Jungmusiker an: der Schopfheimer Geiger Gregor Hänssler und die 22-jährige Pianistin Mirjam Katharina Wagner aus Weil am Rhein, die seit sieben Jahren ein Duo bilden, das sich sogar Bundespreisträger von „Jugend musiziert“ nennen darf. Dass beide ein eingespieltes Team sind, zeigte sich in den Klammerwerken von Claude Debussy: Bei der 1917 mitten im Ersten Weltkrieg komponierten Violinsonate machten die beiden Interpreten die wunderbaren Klangqualitäten des Spätwerks deutlich, während Hänssler, Wagner und Natalia Dauer das lange verschollene und erst 100 Jahre später wiederentdeckte frühe Klaviertrio des 18-jährigen Franzosen sehr beeindruckend mit großer Verve und Prägnanz spielten.

Viel Gespür für die impressionistischen Anteile der brasilianischen Folklore in einem Instrumentalquintett von Heitor Villa-Lobos zeigten Hänssler, Dauer, die Bratschistin Iliyana Kazakova, die ursprünglich aus Bulgarien kommt, die Flötistin Anna-Lena Rupp (Waldshut-Dogern) sowie die französische Harfenistin Marie Noirjean. In derselben Besetzung erklang Natalia Dauers gelungenes Arrangement für Harfenquintett von Faurés „Pavane“. Ein Tango von Piazzolla war als Zugabe das Sahnehäubchen des fast zweistündigen Nonstop-Konzerts.

Wie man hören konnte, setzt die Kammermusikreihe auf Vielfalt. Natalia Dauer sagt, es sei für die Zuhörer interessant, wechselnde Besetzungen, die das Programm farbig und abwechslungsreich machen, zu erleben. Auch vom Repertoire her haben die aufstrebenden Musiker ein breites Spektrum und spielen auch unbekanntere Werke, die man nicht so häufig hört. Die Initiatorin hofft, dass die „Junge Klassik“ in Beuggen eine Zukunft hat und plant schon Konzerte für die nächste Saison.

 

Das nächste Konzert findet am Sonntag, 8. Juli, 17 Uhr, mit der Cellistin Natalia Dauer (Bad Säckingen) und der Pianistin Julia Pleninger (Waldshut-Tiengen) im Rittersaal von Schloss Beuggen, Rheinfelden, statt. Es gibt freien Eintritt mit Kollekte.