Es ist noch eine Strecke zu bewältigen, bis die Stadt ihre Ziele beim Klimaschutz durch Energieeinsparung in öffentlichen Einrichtungen erreicht. Innerhalb von zehn Jahren zeichnen sich durch Investitionen und Maßnahmen aber bereits beachtliche Fortschritte ab. In der Energiestatistik, die 47 Objekte mit dem Verbrauch von Strom, Heizenergie und Wasser erfasst, sinkt der Verbrauch kontinuierlich. Energieberater Michael Schwarz kommt zum Ergebnis, dass aufs Jahrzehnt gerechnet 1,3 Millionen Euro weniger für Energie ausgegeben wurden und dabei Emissionen zurückgehen.

Liste der zehn größten Vervraucher

Die Liste der zehn größten Verbraucher führen in der Bilanz 2017 aber weiterhin Freibad, Bürgerheim und Gertrud-Luckner-Realschule an. Doch auch hier rechnet Schwarz bald mit besseren Zahlen, denn die Investitionen mit dem Anschluss von Schule und Heim ans Wärmenetz und der Einsatz von Blockheizkraftwerken zahlen sich mit der Zeit erst aus.

Zehn öffentliche Gebäude am Wärmenetz

Mittlerweile sind zehn öffentliche Gebäude am Wärmenetz. In diesem Jahr wird auch das Georg-Büchner-Gymnasium noch versorgt. Unter dem Strich wurde beim Heizen mit 7,4 Millionen Kilowattstunden eine leichte Verbesserung verbucht. Besonders deutlich zeigt sich der Sanierungsgewinn beim Rathaus, das jetzt 21 Prozent weniger verheizt. Statistisch wurden innerhalb von zehn Jahren insgesamt rund 21 Prozent weniger Energie verbraucht, was etwa 156 000 Euro entspricht.

Auch beim Strom geht die Verbrauchskurve nach unten

Auch beim Strom geht die Verbrauchskurve nach unten. Die zehn größten Energiefresser haben im Jahresvergleich vier Prozent weniger verbraucht. Dabei spiele laut Schwarz auch eine Rolle, dass das Hallenbad während der Freibadsaison geschlossen blieb. Warum die Realschule 20 Prozent mehr Strom verbraucht hat, lasse sich nicht eindeutig nachvollziehen, heißt es. Das Verbraucherverhalten wird mit als Grund dafür gesehen. Auf einen Zehn-Jahreszeitraum betrachtet, kommt der Energieberater auf eine Stromeinsparung von 1,8 Millionen Kilowattstunden (kWh). In Euro bedeutet dies 282 000 Euro weniger. In der Strombilanz fällt außerdem auf die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED ein günstiges Licht.

Zickzack-Kurve beim Wasserverbrauch

Beim Wasserverbrauch verläuft die Kurve dagegen im Zickzack. Das hat zum Teil mit defekten Leitungen im Freibad zu tun. Dass 2017 über 32 000 Kubikmeter durch die Bäderrohre rauschten, führt Schwarz vor allem darauf zurück. Für 2018 rechnet Schwarz mit einem um 10 000 Kubikmeter geringeren Verbrauch nachdem technische Verbesserungen erfolgt sind. Dem Freibad als Großverbraucher folgte zuletzt das Rathaus. 2017 hat es hier eine auffallende Wende gegeben. Die erklärt sich laut Energieberater damit, dass der inzwischen technisch umgebaute Teich vor dem Rathaus stillgelegt wurde.

Erneuerbare Energie von 16 auf 27 Prozent ausbauen

Für die 47 großen Liegenschaften nimmt die Stadt in Anspruch, dass durch weniger Energieverbrauch auch die Schadstoffbelastungen zurückgehen. Schwarz empfiehlt zur weiteren Verbesserung den Anteil erneuerbarer Energie von aktuell 16 Prozent auf 27 Prozent auszubauen. Durch den Ausbau des Wärmenetzes, an das auch Freibad und Hans-Thoma-Schule angeschlossen werden sollen, wird dies als realistisch gesehen.

Bau- und Umweltausschuss zeigt sich zufrieden

Die erzielten Ergebnisse bewerteten die Mitglieder im Bau- und Umweltausschuss anerkennend. Dass die Stadt inzwischen bei Energiekosten erhebliche Summen einspart, bewertete OB Klaus Eberhardt als Entwicklung auf dem richtigen Weg. Für die CDU gab Dieter Meier zu bedenken, dass es sich nicht um echte Einsparungen handle, weil zuvor investiert wurde: „Wir geben nur weniger aus." Er lobte jedoch die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand und die Wertschöpfung als Beitrag, damit sich die Erde nicht so stark erwärme. Karin Paulsen-Zenke betrachtete die vielen kleinen Maßnahmen als wichtig, die in der Summe etwas veränderten. Sie appellierte auch daran, die Bürger in diesem Prozess mitzunehmen: „Die Stadt alleine reicht nicht."

Karin Reichert-Moser (Freie Wähler) betonte, dass es nicht genüge, mit Bewusstsein Verhaltensänderung herbei zuführen. Heiner Lohmann erinnerte indes daran, das es bei der CO2-Bilanz als „Nonplus Ultra“ auch auf die Industrie ankomme und zeigte sich zuversichtlich, dass die Stadt ihr Leitbild erfüllen kann.