„Wir sind heute das einzige Auktionshaus in der Schweiz, das auf Modelleisenbahnen spezialisiert ist“, erklärt Stefan Stöckli. Besondere Modelle können mehr als 50 000 Franken einbringen.

Bevor er zusammen mit seiner Frau Ursula das Auktionshaus übernommen hat, war Stefan Stöckli in der Finanzbranche tätig. „Ich bin ein großer Modelleisenbahn-Fan und habe das Hobby zum Beruf gemacht. Um ein solches Geschäft zu führen, muss man viel Herzblut für das Thema vergießen“, sagt der 58-Jährige. Bis 2014 war das Auktionshaus, das in den 1980er Jahren gegründet wurde, in Basel im Dorenbach-Quartier zuhause. Danach haben die Stöcklis, die selber in Möhlin wohnen, den Betrieb nach Rheinfelden verlegt. „In Basel hatten wir zu wenig Platz. Hier ist der Standort ideal.“

Das Auktionshaus ist kein Laden-Geschäft. Wer es besucht, kann hier nichts kaufen. Vier Mal pro Jahr finden aber große Auktionen statt. „Rund 3000 Artikel bieten wir pro Versteigerung an“, schildert Stefan Stöckli. Dort gibt es für kleines Geld einfache Lokomotiven zu kaufen, aber auch wertvolle Raritäten sind im Angebot. Teuerstes Objekt, das bisher verkauft wurde, ist ein Zollrevisions-Gebäude aus der Produktion der Firma Märklin. Das Blechspielzeug stammte aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Mehrere Bieter wollten es unbedingt haben. „Der Ausrufpreis lag bei 15 000 Franken. Ich habe gehofft, dass mindestens 20 000 Franken geboten werden“, erinnert sich Stefan Stöckli. Ein Angebot folgte auf das andere. Ein Sammler bekam schließlich bei 52 000 Franken den Zuschlag.

„Eine Auktion ist keine soziale Angelegenheit. Wer am meisten bietet, nimmt das Stück mit“, sagt Stefan Stöckli. Solche Preise sind aber eher die Ausnahme, nicht die Regel. „Bei uns kann man auch für wenig Geld gute Sachen kaufen“, betont Ursula Stöckli. Neben den Stöcklis zählt das Unternehmen drei Mitarbeiterinnen, die sich eine 60-Prozent-Stelle teilen. Die meisten Kunden sind Männer im mittleren Alter – oder älter. „Hier können sie sich Kindheitsträume erfüllen. Viele haben als Kind von solchen Exemplaren geträumt. Heute können sie sich es leisten“, erzählt Stöckli. Es kommen derzeit viele große Sammlungen auf den Markt, weil die bisherigen Besitzer verstorben sind und die Hinterbliebenen die Anlagen veräußern wollen. Das Auktionshaus versteigert das Spielzeug im Namen und auf Rechnung der Auftraggeber und bekommt eine Provision von den Verkäufern sowie ein Aufgeld von den Käufern.

Immer weniger Sammler

Wegen des großen Angebots sind in den vergangene Jahren die Preise gesunken. „Wir müssen heute fast doppelt so viele Artikel anbieten, um den Umsatz zu halten“, erklärt Stöckli. Allgemein werde das Geschäft schwieriger. „Es gibt zu wenig Nachwuchs bei den Sammlern. Die Modelleisenbahn hat heute nicht mehr den Stellenwert wie früher. Es wäre schön, wenn es wieder einmal ein Revival gäbe.“ Trotzdem sind die Stöcklis zuversichtlich, dass sie in ihrer Nische bestehen können. Neben Modelleisenbahnen bieten sie weiteres Blechspielzeug wie Autos, Schiffe, Dampfmaschinen, aber auch Stofftiere und Puppen an.

Informationen zum Auktionshaus gibt es im Internet auf www.dorenbach.ch