Bäume, Tiere, Hochhäuser, Schiffe, ein Würfelspiel: Die Formenvielfalt ist schier unerschöpflich in der Ausstellung von Wilfried Markus im Schauraum des städtischen Kulturamts. Der innovative Glaskünstler hat den Raum fantasievoll mit neuen Objekten und Installationen bestückt. Das Besondere: Alle Exponate sind aus gewöhnlichen Flaschen gestaltet.

Viel Publikum bei der Vernissage

Viel Publikum drängte sich bei der Vernissage dieser Schau unter dem vielsagenden Titel „Zweite Chance“. Die Besucher staunten, welche überraschenden Formen Markus aus diesen Alltagsgegenständen gezaubert hat. „Oh, das sieht aber edel aus“, entfuhr es Bürgermeisterin Diana Stöcker, als sie schon am Morgen den zur Kunstgalerie gewordenen Schauraum betrat. In dem von Licht und Sonne durchfluteten Raum leuchtete die Glaskunst besonders intensiv. Deshalb riet Stöcker den Vernissagegästen auch, an einem Vormittag wiederzukommen.

Wein-, Bier- oder Wasserflaschen

Nach der Einzelausstellung „Spielzeuge“ im Haus Salmegg 2017 zeige der Glaskünstler nun ebenfalls Spielereien, dieses Mal mit grünen, weißen und blauen Wein-, Bier- oder Wasserflaschen. Und wieder sei es die Freude am Gestalten, am Ausprobieren, am Spielerischen, die den Funken überspringen lasse.

Stöcker verwies auf die kreative Arbeit des Glasbläsers mit Kindern im Sommer-Ferienprogramm, aber auch darauf, dass Markus in der internationalen Glaskunstszene einen hervorragenden Namen hat. So ist er in diesem Sommer Ehrengast bei einem Symposium in Estland, wo er unterrichtet und ausstellt.

Gedanken zum Titel "Zweite Chance"

Gedanken zum Ausstellungstitel „Zweite Chance“ machte sich Einführungsredner Ralf H. Dorweiler. Diese Begrifflichkeit beinhalte das Scheitern, einen Fehlstart, aber auch Veränderung und die Möglichkeit, etwas besser zu machen.

Markus werfe industriell hergestellte Einwegflaschen, die sonst nicht wertgeschätzt würden, nicht weg und mache daraus weitaus mehr, als sie nur zu recyclen. Vielmehr gehe er mit künstlerischem Anspruch und Experimentierfreude an die Sache heran. Er hauche den Flaschen ein zweites Leben ein. Als Beispiel griff Dorweiler das große Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel heraus.

Dieses besteht aus kunstvoll bearbeiteten Wasserflaschen, die versilbert und mit farbigen Glaskugeln als Köpfen versehen wurden, so dass sie aussehen wie Spielfiguren.

Besucher staunen bei einem Rundgang

Bei einem Rundgang staunten viele der Besucher, welche Formen Markus den Flaschen durch besondere Glasverfahren abgewinnt und aus Alltagsdingen Kunstwerke macht. Da entdeckt man Schnecken aus grünem Flaschenglas mit Glaskugeln als Schneckenhäusern, einen Stier und einen Elefanten mit montierten Köpfen und bauchige blaue Glasobjekte, die mit einer Säge verschmolzen sind.

Auch viele Naturmotive sind dabei

Auch viele Naturmotive hat Markus aus dem Flaschenmaterial geformt. So bezaubert ein „Flaschenwald“ aus schmalen grünen Baumformen, die aussehen wie Zypressen. Die große und kleine Tanne und das Objekt „Sommerwind“ hat der Künstler aus zerbrochenen Flaschenglasstücken gestaltet.

Sehenswert sind auch ein Licht-Objekt aus Flaschenhälsen und Teilen von Flaschen und die Objekte, die Markus in speziellen Formen im Glasofen hergestellt hat und die an Schildkrötenpanzer erinnern.

Mit dem Effekt von Luftblasen

Mit dem Effekt von Luftblasen arbeitet Markus in dem Hochhaus-Objekt „Luft in der achten Etage“. Witzig und originell sind die Gesichter aus Flaschen mit Brillen und Hüten. Zum Hingucker werden die auf Holzpodesten aufgereihten mehr als 80 grünen Gläser, die Markus teils mit Blumenmotiven gemalt, teils mittels Stempeln verziert hat.

Zur Ausstellung: Die Ausstellung dauert bis 18. Mai, geöffnet Montag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr, Samstag, 10 bis 13 Uhr.