„Die Bereitschaft, Blut zu spenden, nimmt offenbar wieder zu“, stellte Martin Volkmann als Beauftragter der DRK-Bereitschaft zum aktuellen Termin im Bürgersaal fest. Wir schauten uns beim Spendetermin unter den Helfern und hinter den Kulissen um, wo eingespielte Teams am Werk sind: Hauptamtliche Ärzte und Schwestern des Blutspendedienstes untersuchen medizinisch und nehmen Blut ab, für den reibungslosen Ablauf sorgen zahlreiche Helfer des DRK-Ortsvereins. 

Stärkung für Spender

Nach der Blutentnahme können sich Spender mit Wurstsalat, Käseplatte oder Couscous-Salat wieder stärken. Die Teller richten die Helfer dekorativ an und stellen sie auf die Ausgabetheke, wo sich die Spender bedienen. Insgesamt 300 Portionen gilt es über den Nachmittag zu richten. Für den süßen Gaumen gibt es Zopf. Bei einem Blutspendetermin sind zahlreiche Helfer unerlässlich, um das hauptamtliche Team des DRK-Blutspendedienstes zu unterstützen.

Den ärztlichen Check, Laboruntersuchungen und Blutentnahme machen die Mitarbeiter des Blutspendedienstes. Vor der Blutentnahme müssen die Spender registriert werden, danach werden sie von Ehrenamtlichen in den Ruhebereich gebracht, wo sie noch einige Minuten liegen oder sitzen, bevor es zum Essen geht.

Zwei Standardteams im Einsatz

Mit zwei Ärzten, acht Schwestern und drei Fahrern war der Blutspendedienst angerückt. Für die erwartete Anzahl an Spendern sind zwei Standardteams im Einsatz. Die Ärzte erteilen die Freigabe zur Blutspende. Die Schwestern betreuen 14 Betten zur Blutentnahme und kümmern sich mit den Fahrern um das Labor. Schon vormittags wird von zwei Laster das Material abgeladen und in blauen Rollwagen in den Bürgersaal geschoben. Die Computer für die Registratur, Unterlagen, Laborgeräte, medizinisches Material bis hin zu den Betten bringt der Blutspendedienst mit. „Nur die Tische und Stühle kommen vom Rathaus“, erklärt Referent Alexander Sieber.

Schulsanitätsdienst im Einsatz

Mit Tischen und Stühlen hatten die Helfer von der Bereitschaft des Ortsvereins den Bürgersaal schon am Vortag gerichtet und mit Stellwänden die Bereiche von einander getrennt. Neben den zwölf Aktiven der Bereitschaft halfen das Jugendrotkreuz mit der zehnköpfigen Kindergruppe und der sechsköpfigen Jugendgruppe sowie der Schulsanitätsdienst der Gertrud-Luckner-Realschule mit. „Der Schulsanitätsdienst ist zum dritten Mal dabei“, erklärt Franziska Gumpp von der Bereitschaft, die für den Schulsanitätsdienst verantwortlich ist. Die Realschüler betreuen nach der Blutentnahme und sind bei der Essensausgabe im Einsatz.

Wann die meisten Spender kommen

Bei der Anmeldung liest Manfred Gollin vom Vereinsvorstand die Blutspenderkarten ein und händigt die Anmeldeformulare aus. „Die Notwendigkeit motiviert mich“, sagt Gollin, der seit 15 Jahren bei den Spendeterminen aushilft. Zu Beginn und gegen Feierabend kommen die meisten Spender. Gollin meinte: „Da gerät man schon unter Druck, wenn 20 Leute warten und der PC nicht richtig funktioniert oder man mit einem abgewiesenen Spender diskutieren muss.“ Bei der Anmeldung müssen sich die Spender mit Personalausweis oder Führerschein identifizieren, erklärte Sieber. Der Blutspendeausweis reicht nicht aus. Auch nach der Anmeldung kann ein Spender noch abgewiesen werden, wenn etwa bei der ärztlichen Untersuchung eine hohe Temperatur oder eine andere Auffälligkeit festgestellt werden.

Schwierige Suche nach Ehrenamtlichen

Um alle Vorbereitungen wie die Werbung kümmert sich der Ortsverein, lobte Sieber. „Es ist nicht zu unterschätzen, was die Ortsvereine leisten. Die Ehrenamtlichen setzen ihre Freizeit ein.“ Er bedauerte, dass es immer schwieriger werde, ehrenamtliche Helfer zu bekommen, da es keinen Ortsverein ohne Nachwuchsprobleme gebe und auch viele Firmen ihren Mitarbeitern nicht mehr zum Helfen freigeben.

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„Tendenziell sinkt die Spendenbereitschaft, während der Bedarf steigt“, sagte Sieber, der darauf hinweist, dass Blut nicht künstlich hergestellt werden kann. Aus einer Vollblutspende werden rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplasma gewonnen. „Ohne Blutspende wäre manche Therapie und Überlebenschance nicht gegeben“, so Sieber.