Rheinfelden Drei junge Italiener haben in Rheinfelden Wurzeln geschlagen

Dem Personalmangel begegnen der DRK-Kreisverband Säckingen und DRK-Ortsverein Rheinfelden erfolgreich mit Gastarbeitern. Drei junge Italiener haben nicht nur erfolgreich die Ausbildung zum Rettungssanitäter abgeschlossen, sondern in Rheinfelden auch Wurzeln geschlagen.

Das Projekt, dem Fachkräftemangel mit Gastarbeitern zu begegnen, hatte Matthias Nobs, Rettungsdienstleiter beim DRK-Kreisverband Säckingen und beim DRK-Ortsverein Rheinfelden, angestoßen. Nobs und ein Kollege waren im Oktober 2016 nach Italien gereist und hatten mit dem dortigen Verein Amici del Tedesco nach Kandidaten gesucht.

Den Umzug von Crotone in der süditalienische Region Kalabrien an den Hochrhein haben Kreisverband und Ortsverein für acht Anwärter gründlich vorbereitet. Fünf Auszubildende kamen in Bad Säckingen unter, drei junge Männer in Rheinfelden in Rathausnähe in einer vom DRK organisierten Wohnung.

Am Tag ihrer Ankunft im Juli mussten die Brüder Giuseppe Fico (25 Jahre) und Matteo Fico (23 Jahre) sowie Mattia Pittari (22 Jahre) mit den künftigen Kollegen und freiwilligen Helfern nur noch Betten, Schränke und gelieferte Möbel in ihrer Wohngemeinschaft aufbauen. Die Mitglieder des DRK unterstützten die drei auch bei den Behördengängen und Anmeldungen, die auf den Neubürger einer Kommune zukommen.

Mit einem sechsmonatigen Deutschkurs, der mit dem B1-Niveau abschloss, waren die Auszubildenden noch in Italien auf die neue Heimat vorbereitet worden. „Am Anfang war es schwierig, wir haben zwar einen Deutschkurs gemacht, aber hier ist die Sprache ganz anders“, sagte Pittari. In den vierwöchigen Praktika auf der Rettungswache und im Krankenhaus lernten sie kräftig dazu und alle drei machten sprachliche Fortschritte.

Die einwöchige Ausbildung zum Rettungssanitäter im November schlossen alle drei erfolgreich ab. Theoretisch können sie als Rettungssanitäter auch als zweiter Mann neben dem Notfallsanitäter im Rettungswagen arbeiten, werden derzeit aber nur auf Krankentransporten eingesetzt. „Das machen wir, bis wir besser Deutsch sprechen“, erklärt Matteo Fico. „In Notfallsituationen kann man die Sprache nur schwierig verstehen, weil dann hat man immer ein bisschen Angst, und du musst alles sofort machen.“

Nach dem Ausbildungsabschluss wollen die drei in Rheinfelden bleiben und die Arbeit beim DRK fortsetzen. „Ich mag unser Rotes Kreuz und ich mag auch Rheinfelden. Ich möchte hier hierbleiben und vielleicht auch die Ausbildung zum Notfallsanitäter machen. Das ist aber noch Zukunft“, sagt Matteo Fico. Sein Bruder Giuseppe Fico wohnt auch nicht mehr alleine in seinem WG-Zimmer, da seine Freundin Amalia im August aus Crotone her gezogen ist. Die Zahntechnikerin lernt derzeit die deutsche Sprache und möchte dann ebenfalls eine Anstellung in Deutschland suchen. „Ich möchte zuerst in Rheinfelden mit der Arbeit weitermachen und dann vielleicht ein Haus kaufen“, meint Giuseppe Fico. Und Pittari betont, dass ihm die gut erschlossene Region mit ihrem Freizeitangebot gut gefällt. „Bei uns in Crotone ist es ohne Auto schwer. So viele Busse haben wir in unserer Stadt nicht“, sagt Pittari.

Abgesehen von den anfänglichen Sprachschwierigkeiten gab es während der Praktika auch Augenblicke, die die jungen Männer an ihre Grenzen brachten. „Ich habe auch Unfälle gesehen mit Kindern, das war sehr schwierig für mich, weil ich war sehr nervös“, erzählt Pittari. Die routinierte Arbeit und Ruhe der Kollegen hat ihm bei diesen Einsätzen sehr geholfen. Giuseppe Fico erklärt, dass die einwöchige Ausbildung zum Rettungssanitäter in Bad Säckingen nach den zwei Praktika sehr hilfreich war, weil sie dadurch viele Abläufe und Handgriffe besser verstanden. Die Ausbildung schloss mit einer mündlichen, schriftlichen und praktischen Prüfung ab. „Die schriftliche Prüfung war ein bisschen schwierig, weil man erst die Fragen verstehen musste“, sagt Giuseppe Fico. „Die praktische Prüfung haben wir in Zweierteams gemacht wie in der Realität.“

Die Trennung von der Heimat und ihren Familien fällt den drei Süditaliener schon ein bisschen schwer, obwohl sie per Telefon oder via Internet Kontakt mit ihren Lieben und Freunden halten. „Ich bin zum Urlaub nach Italien gefahren. Über Weihnachten war ich 14 Tage daheim. Das war eine große Freude, weil ich habe alle sehr vermisst“, sagt Pittari. „Das war schön, weil ich habe meine Familie für sechs Monate nicht gesehen. Ich habe ihnen alles erzählt über Deutschland und die Arbeit. Und ich habe viel gegessen.“ Auch Matteo Fico war über die Feiertage nach Hause gereist, nur sein Bruder Giuseppe hat den Urlaub noch vor sich und nimmt nächste Woche den Flieger gen Süden.

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