Rheinfelden Drei Männer kümmern sich ehrenamtlich um Kinder im Tutti-Kiesi

Drei Männer engagieren sich ehrenamtlich bei der Dieter-Kaltenbach-Stiftung im Tutti-Kiesi, damit die Kinder unbekümmert spielen und obendrein noch etwa lernen können.

Bei den Ehrenamtlichen handelt es sich um die Rentner Adolf Glatt aus Rheinfelden, Dietmar Trimpin aus Grenzach-Wyhlen und der Lehrer Jochen Deck aus Steinen. Die wertvolle Unterstützung „der drei „Ehrenamtler sind für uns ein absoluter Gewinn“, bestätigt der neue Leiter Alexander Keil.

Die wohl ungewöhnlichste Aufgabe hat der 77-jährige Adolf Glatt übernommen: Seit sieben Jahren sitzt er während des Kinderferienprogramms in der Holzwerkstatt auf dem Hüttenbauplatz, um Nägel aus gebrauchten Holzlatten zu entfernen, damit die Kinder beim Spielen nicht hineintreten oder sich sonst wie verletzten. „Das kann nämlich sehr gefährlich sein“, weiß der gelernte Maurer noch aus seinem früheren Arbeitsleben auf dem Bau. Heute kommt ihm das mitunter lange Sitzen eher gelegen, denn „die Füße machen nicht mehr so richtig mit“.

Beim Vorübergehen habe er damals zugeschaut, wenn die Kinder auf dem Abenteuerspielplatz „am Schaffe“ und Hämmern waren, um eine Burg, Brücken oder Hütten zu errichten. Nach dem Sommerferienprogramm wird alles wieder zurückgebaut, damit die Ferienkinder im nächsten Jahr die Latten für den Neuaufbau wieder verwenden können. Ihn beschäftigte der Gedanke, was inzwischen mit den Nägeln geschieht. Spontan habe er seine Hilfe angeboten, zur großen Freude der Verantwortlichen.

Seitdem ist er „je nach Lust und Laune“ jeweils zwei Stunden am Tag in seiner offenen Holz-Werkstatt auf dem Abenteuerspielplatz anzutreffen, wo er Unmengen von Nägeln aus dem Holz zieht. Ein ganzer Berg ist von diesem Sommer übrig geblieben, zirka 600 könnten es schon sein, schätzt Glatt. An einer Stelle sind fünf Nägel ganz nah beieinander – „einer hätte da zwar auch gereicht“, meint der Experte, „aber die Kinder werden im Spiel zu wahren Nagelweltmeistern“, wobei die Mädchen genauso gerne den Hammer schwingen würden wie die Jungen.

Bogenbau in den Herbstferien

Auch der 50-jährige Lehrer Jochen Deck engagierte sich ehrenamtlich beim Herbstferienprogramm, wo er seit zwei Jahren Kindern die Kunst des Bogenbaus näherbringt. Von Jugend an habe er selber gerne mit dem Bogen geschossen. Nach dem Besuch eines Bogenbaukurses bei einem Meister aus Schopfheim habe er die faszinierende Technik auch seinen Schülern beigebacht und gemerkt, dass es den Kindern sehr viel Spaß macht. Es sei ein regelrechter Selbstläufer geworden. Diesen Erfolg wollte er bei der Dieter Kaltenbach-Siftung fortsetzen.

Jeweils drei Tage in den Herbstferien bringt er seinen jungen Kursteilnehmern im ungezwungenen Beisammensein die Arbeitsschritte für die besondere Konstruktion eines Bogens bei. Dazu gehört auch der richtige Umgang mit dem Ziehmesser, dem wichtigsten Werkzeug beim Bogenbau. Als spannender Abschlusstest können die kleinen Bogenschützen ihre ersten Treffer auf der Zielscheibe landen, dabei, so Deck, „fühle ich mich mitunter in die eigene Kindheit versetzt“. Da so ein Bogen „eigentlich“ ein Leben lang halten würde, sei er stolz, den Kindern etwas Solides in die Hand geben zu können im Gegensatz zu manch schnelllebigen Dingen unserer heutigen Zeit.

Der ehemalige Elektroniker Dietmar Trimpin führt schon im dritten Jahr beim Herbstferienprogramm täglich zehn Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren in die beeindruckende Welt der Solartechnik ein. Durch private Kontakte zum früheren Leiter Frieder Kaltenbach sei er nach Eintritt in den Ruhestand zu diesem erfüllenden Ehrenamt gekommen, bei dem „ich den Kindern etwas von meiner Lebens- und Berufserfahrung mitgeben will und das macht mir großen Spaß“. Gebaut wurden schon ein solarbetriebener Ventilator, ein Erdball-Solarmodell mit umkreisenden Satelliten und aktuell eine Solar-Windmühle.

Die Offenheit der Kinder würde ihm gefallen, „sie sind natürlich, sagen was sie denken und drucksen nicht herum“, sagt Trimpin. Wichtige Tipps im Umgang mit seinen wissensdurstigen Schützlingen bekam er übrigens von seiner Frau, einer gelernten Erzieherin. Sie habe ihm erklärt, „wie Kinder denken und fühlen“. Und es scheint zu funktionieren, denn der neunjährige Moritz attestiert seinem Lehrmeister: „Er macht es gut und hilft einfach gerne“ – und das will Trimpin, wenn er gesundheitlich fit bleibt, „noch viele Jahre weiter machen".

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