Frau Zimmermann, hat Sie die gute Resonanz beim Fastenwandern im letzten Jahr dazu inspiriert, parallel ein weiteres Projekt anzubieten oder gibt es einen anderen Grund?

Zimmermann: Ja, aber es gibt noch einen Grund: Im letzten Jahr waren die Themen „Spiritualität“ und „Familienpastoral“ Schwerpunkte im Pfarrgemeinderat. Damals ist die Idee entstanden, mehr und vielfältigere spirituelle Angebote zu gestalten.

Warum haben Sie dafür wieder die Fastenzeit ausgesucht?

Hake: Die Fastenzeit ist für die Kirche ein Weg der Vorbereitung auf Ostern. In dieser Zeit können sich die Menschen auf sich selbst besinnen und sich intensiver mit ihrem Glauben an Gott beschäftigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Sie haben den Titel mit einem Ausrufe- und einem Fragezeichen versehen, was wollen Sie damit ausdrücken?

Zimmermann: Zum einen ist es eine klare Glaubensaussage. Das Ausrufezeichen sagt aus, dass der Glaube fest in einem verwurzelt ist. Zum anderen bleibt aber die Offenheit für Fragen und Zweifel. Wir wollen, dass die Menschen zum Nachdenken angeregt werden. Die eigene Suche und auch Zweifel dürfen zur Sprache kommen und können vertieft werden. Der Blick wird auf sieben verschiedene Spiritualitäten gelenkt, bei denen jeweils andere Schwerpunkte gesetzt werden, zum Beispiel bei der franziskanischen oder benediktinischen Spiritualität.

Richtet sich das Angebot nur an eine bestimmte Personengruppe oder kann jeder daran teilnehmen?

Hake: Die Abende sind für jeden offen: Für fragende, zweifelnde, suchende Menschen und auch für solche, die gar nicht glauben oder nicht wissen, was Glauben für sie im Alltag heißt. In erster Linie richtet sich das Angebot aber an Menschen, die für sich eine Form suchen, ihren Glauben zu leben. Dabei hat jede Spiritualität Schätze, die man hervorholen muss und dann für sich selber entscheiden kann, was steckt für mich drin – dabei spielt die Konfession nicht unbedingt eine Rolle.

Die Pastoralreferentinnen Simone Zimmermann und Mirjam Hake.
Die Pastoralreferentinnen Simone Zimmermann und Mirjam Hake. | Bild: Claudia Gempp

Wie gestaltet sich der Ablauf?

Zimmermann: Wir beginnen mit einer inhaltlichen Einführung in die jeweilige Spiritualität. Außerdem haben wir Gäste eingeladen, die zum Beispiel die franziskanische oder Schönstatt-Spiritualität leben und über ihre Erfahrungen berichten werden. Jedes Treffen endet mit einem Abendlob in der jeweiligen Gebetstradition. Darüber hinaus bieten wir den Teilnehmenden spirituelle Impulse für die Woche, mit denen die Anregungen des Abends eigenständig vertieft und weitergeführt werden können.

Das könnte Sie auch interessieren

Hake: Die Leute können zu allen Terminen kommen oder einzelne auswählen, wenn sie vielleicht nur etwas über Taizé hören wollen. Die Themen stehen auf dem Plakat – die Reihenfolge wird auf der Homepage bekannt gegeben. Ist eine Teilnahme einmal nicht möglich, kann man sich gerne bei uns melden, um entsprechendes Material zu erhalten.