Von Mitarbeiterschulungen über Regalprüfungen bis zur Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen fallen viele Aufgaben an. Unfälle passieren generell aufgrund von Mängeln, technischer, organisatorischer oder auch menschlicher Natur. Wenn man weiß, worauf man zu schauen hat, kann man diese Mängel aber abstellen.

Die Sicherheitsbeauftragten der Instandhaltungsabteilung haben den Blick dafür, dass Vorschriften zur Unfallverhütung eingehalten und die persönliche Schutzausrüstung von den Kollegen vollständig und korrekt getragen wird. Von den 140 Mitarbeitern der Instandhaltung nehmen zehn zusätzlich die Funktion des Schutzbeauftragten wahr. Die Instandhaltung fungiert praktisch als ein interner Dienstleister für die anderen Abteilungen der Evonik. Die Aufgaben der Abteilungen sind mannigfaltig im weitläufigen Werk. Reparaturen, Umbauten und Neuaufbauten von Maschinen und Anlagenteilen beschäftigen die Werkstätten der Instandhaltung, wie Maschinenschlosser, Kunststoffschlosser, Produktionsschlosser und Elektroniker.

Stephan Mirkai und Christian Zepf haben die einwöchige Schulung zum Sicherheitsbeauftragten bei der Berufsgenossenschaft absolviert. Der Rheinfelder Stephan Mirkai ist seit 29 Jahren im Betrieb und in der Elektro-Mess-und-Regeltechnik der Instandhaltung beschäftigt. Mirkai nimmt als Sicherheitsbeauftragter vorrangig eine Rolle als Multiplikator ein, der die anderen Sicherheitsbeauftragten auf dem neuesten Stand hält und interne Schulungen ausrichtet. Der Nollinger Christian Zepf ist seit zehn Jahren in der Evonik angestellt. Als Produktionsschlosser kennt er sich vor allem im Stahlbau aus.

Als Sicherheitsbeauftragter hat Zepf eine Zusatzqualifikation zur Regalprüfung erworben. Und Regale gibt es einige in der Evonik, die beladen werden mit schweren Teilen. Da muss ein einzelner Regalboden seine 300 Kilogramm tragen und insgesamt kann auf Regalen ein Gewicht von mehreren Tonnen lasten. Da darf nichts wackeln. Zepf prüft die Regale in den Abteilungen regelmäßig, mindestens einmal im Jahr.

„Der ganze Standort mit den Betrieben und Teilanlagen bis hin zum Equipment wie Pumpen oder Regalen ist im SAP erfasst“, erklärt Sibylle Jung, Leiterin der Instandhaltung. „Wir haben zahlreiche wiederkehrende Prüfungen durchzuführen.“ Dazu zählt die Prüfung von Sicherheitsfunktionen, Betriebsmitteln sowie qualitäts- und umweltrelevante Prüfungen. Die Sicherheitsbeauftragten kommen ganz bewusst aus verschiedenen Tätigkeitsbereichen, denn der erlernte Beruf hat großen Einfluss auf den Blickwinkel hinsichtlich sicheren Arbeitens.

Die Anlagensicherheit wird regelmäßig geprüft. Abluft und Abwasser unterliegen besonders strengen Kontrollen. Die Sicherheitsbeauftragten nehmen an den turnusmäßigen Sicherheitsbegehungen teil und arbeiten intensiv beim Erstellen von gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilungen mit. Die Details werden mit den Meistern der Abteilungen vor Ort besprochen. Das generelle Motto ist laut Sibylle Jung: „Sicherheit geht vor Produktion!“ Sicherheitshinweise sind allgegenwärtig am Standort, an den Wänden hängen Augenspülflaschen und Erste-Hilfe-Kästen. Prüfaufkleber finden sich auf jedem elektrischen Gerät. Verhaltens- oder Betriebsanweisungen für Geräte finden sich vor Ort. Und steht auf jedem Regal, wie stark es insgesamt und die einzelnen Böden belastet werden können.

In der Werkzeugausgabe wird vom einfachen Arbeitshandschuh über den Säureschutzhandschuh bis hin zum vollen Chemieschutzanzug alles aufbewahrt. Ihre Funktion lässt die Mitarbeiter eigentlich nicht mehr los. „Das Sicherheitsbewusstsein legt man nicht am Werkstor ab“, sagt Jung und Zepf scherzt: „In meinem Freundeskreis sagen manche, ich übertreibe es schon mal mit der Sicherheit.“ Doch die Evonik ist ein chemischer Betrieb, da es geht auch um den Umgang mit Gefahrstoffen. Die Sicherheitsbeauftragten tragen dazu bei, dass die Sicherheit ernst genommen wird.