Die 13. Brückensensationen stehen vor den Toren. Sie werden am Freitag, 23. August, am Abend beginnen und laufen über das ganze Wochenende bis zum Sonntagabend, 25. August. 26 Künstlergruppen aus sechs Nationen besuchen die alte Rheinbrücke und werden sie mit Artistik, Poesie und Musik bespielen. 99 aufregende Show-Programmpunkte stehen an den drei Tagen an.

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Ein Höhepunkt des Rheinfelder Kulturjahres

Bei einer Pressekonferenz informierte Kulturamtsleiter und „Erfinder“ der Brückensensationen, Claudius Beck, über das Programm. Ihm zur Seite stand Brigitte Brügger, die sich als Projektleiterin im Kulturbüro der Nachbarstadt für den Schweizer Anteil an der Großveranstaltung verantwortlich zeichnet. Ebenfalls anwesend waren Bürgermeisterin Diana Stöcker und Sparkassen-Vorstandsmitglied Rainer Liebenow, die beide dem Festival attestierten, längst zum „Aushängeschild Rheinfeldens“ und zum „Höhepunkt des Rheinfelder Kulturjahres“ geworden zu sein. „Die Brückensensationen sind einmalig“, sagte Stöcker.

Georg Traber aus der Schweiz wird in diesem Jahr seine Messerwurfmaschine präsentieren.
Georg Traber aus der Schweiz wird in diesem Jahr seine Messerwurfmaschine präsentieren. | Bild: Bobby Alkabes

Das einfache Konzept überzeugt immer wieder

Das Konzept ist einfach: Man nehme einen besonderen Ort wie die alte Rheinbrücke und baue auf beiden Uferseiten, auf der Brücke und auf dem Inseli Bühnen auf, lade ausgewählte Künstler aus Akrobatik, Artistik, Straßenkunst, Clownerie, Theater und Musik ein und lasse sie drei Tage lang öffentlich bei freiem Eintritt – und hoffentlich gutem Wetter – auftreten.

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Und alles bei freiem Eintritt

„Fast alle der 26 Künstlergruppen treten an mehreren Tagen und zum Teil auch mehrmals am Tag auf“, erklärte Beck. Es gibt aber auch Ausnahmen: Etwa die berühmten Konzertakrobaten aus Staufen, Gogol und Mäx, die nur am Freitag um 20.30 Uhr auf dem Inseli zu sehen sein werden. „Ich bekomme Anrufe von weither, wie man an Karten für Gogol und Mäx kommt“, erzählte Beck. „Wenn ich dann Freiburgern erkläre, dass man dafür in Rheinfelden keine Karten braucht, sind die ganz überrascht.“

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Ausgaben von 100.000 Euro

Dass so viele Künstler bei einem dreitägigen Festival bei freiem Eintritt auftreten können, ist nicht selbstverständlich. Die Brückensensationen sorgen laut Beck auf deutscher Seite für Ausgaben in Höhe von 100 000 Euro. Dagegen stünden Einnahmen aus Gebühren der Cateringstände und dem Sponsoring, bei dem vorrangig die Sparkasse Lörrach-Rheinfelden in Erscheinung tritt. Liebenow: „Wir freuen uns, helfen zu können, dass es für die Brückensensationen eine finanzielle Sicherheit gibt.“

Veranstalter rechnen mit 15.000 Besucher

Etwa 18 000 Euro kommen als freiwillige Spenden der Zuschauer zum Beispiel bei den Hutsammlungen zusammen, so dass letztlich 40 000 Euro Einnahmen vorhanden sind. Es bleiben also rund 60 000 Euro für die Stadtkasse. „Man muss sehen, dass bei 10 000 Besuchern ein Tageszuschuss von 6 Euro pro Besucher geleistet wird“, sagte Beck. In schlechten Jahren koste die Stadt ein Besuch im Freibad fast ebenso viel an Zuschuss, meinte er. Und in diesem Jahr rechnet er sogar mit bis zu 15 000 Besuchern.

Das Fest weitet sich auf den Adelberg aus

Mehr Leute bedeutet aber auch, dass es enger werden könnte. Doch da braucht man keine Sorge haben, denn das Festival wächst auch: Es weitet sich für eine Aktion der Künstlerin Rud Witt auf den Adelberg aus, wo es zu einem 6 mal 60 Meter großen, fast schwebenden Seidentuch mehrfach am Tag eine Tanzperformance geben wird. Auch an einem neuen Ort im Oberen Salmeggpark wird eine Attraktion geboten: „Ganz oben versteckt“, so heißt es im Programmheft, das überall ausliegt und auch im Bürgerbüro erhältlich ist, richtet sich ein interaktives Gruseltheater für Kinder namens „Grusel-Gewusel“ ein.

Viele Gruppen waren schon in Rheinfelden

Viele der Gruppen waren schon vorher einmal zu Auftritten in Rheinfelden, entweder im Kabarett-Programm, bei der Grün07 oder früheren Brückensensationen, andere sind erstmalig da. Der Schweizer Artist Georg Traber zum Beispiel hat im vergangenen Jahr das Publikum mit seinem poetischen Gondoliere-Livemusik-Karussell verzaubert. Dieses Mal bringt er eine Messerwerfmaschine mit.

Leute drehen Filme mit dem Handy

Das Zebra Stelzentheater hingegen ist erstmalig da und wird als sogenannter Walking Act mit anderen immer mal wieder auftauchen, zum Beispiel als wandelnde Rosenstöcke. Auch „Distracted“ sind ein Walking-Act. Sie persiflieren die Smartphone-Nutzung. Beck: „Wir haben bei den Brückensensationen auch Leute, die gar nicht hinschauen, sondern nur mit dem Handy Filme aufnehmen.“

Viel gefilmt wird sicher auch bei den beiden Auftritten des „Cirque Exalté“ aus Frankreich, den Beck persönlich als „absoluten Knaller des Festivals“ bezeichnet. „Deren Artistik ist so aufreibend und eben exaltiert, dass sie nur einmal am Tag auftreten können“, schwärmt der Festivalmacher.