Die weit verbreitete Wegwerfmentalität macht auch am idyllischen Rheinweg nicht Halt. Ob Hausmüll, Sperrmüll, Altglas oder blankes Geld – entlang des Weges und im anliegenden Gebüsch findet sich vieles, was dort nicht hingehört. Die Gruppe „Rhyuferweg-Putzete“ rund um Schirmherrin Jacqueline Dumont tritt dieser Umweltversmutzung seit 2004 regelmäßig entgegen. Wir haben die engagierten Helfer begleitet.

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Von Faszination bis zum Entsetzen

Wer mit offenen Augen den Rheinweg entlang wandert, kann kleine und große Schätze entdecken. Einige davon sorgen für Faszination, andere für Verwunderung, wiederum andere für Entsetzen. Neben vielen Bienen und Hummeln lassen sich auch viele wuselige Eidechsen auf den warmen Felsstücken beim Sonnen beobachten. Daneben gibt es beim Spaziergang auch die wunderschönen Kunstobjekte von Roland Schindler zu bestaunen. Doch die meisten Exponate können auf keinen bestimmten Künstler zurückgeführt werden. Sie wurden nämlich einfach wahllos in die Landschaft geschmissen. Die Rede von jeder Menge Müll.

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Mit Müllgreifern, Säcken und Eimern

Seit 15 Jahren hat die „Rhyuferweg-Putzete“ diesem Müll den Kampf angesagt. Bewaffnet mit Müllgreifern, Müllsäcken und Eimern begeben sich die freiwilligen Helfer rund um Jacqueline Dumont jeden zweiten Sonntag im Monat auf die Pirsch. Am vergangenen Sonntag ist das erste Fundstück aber erfreulich. Eine Schweizer Ein-Franken-Münze glänzt am Wegrand. „Das kommt in die Putzkasse“, sagt Dumont lachend. „Dafür werden neue Greifer, Arbeitshandschuhe oder auch mal Eimer gekauft.“

Jede Menge Pfandflaschen in der Böschung

Ebenso handhaben die Müllsammler es mit dem Pfandgeld von gefundenem Leergut. Und dies findet man auf dem Uferpfad reichlich. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig wert den Leuten ihr Pfand ist“, sagt Susanne Mayer, während sie ein Stück die Uferböschung hinuntersteigt, um zwei silberne Getränkedosen aus dem Gebüsch zu bergen. „Auf der Hälfte des Wegs sind zwei bis drei Euro in Leergut oft schnell erreicht“, so Mayer, die schon mehrere Jahre lang fest zum „Putzete-Bestand“ gehört.

Achtlosigkeit kennt keine Grenzen

Während der Sammel-Wanderung wird eines ganz deutlich: Achtlosigkeit kennt keine Grenzen. Denn an fast jeder Sitzbank oder am Flußufer bei größeren Steinen häufen sich Zigarettenstummel an. Zum Teil finden sich über hundert Stück an einer Stelle. Solche Stummel bräuchten viele Jahre, bis sie verrottet seien, sagt Mayer und schüttelt ärgerlich den Kopf. Jedoch gibt es, etwa bei den „Sitz- und Chill-Bänken“, keine fest installierten Aschenbecher.

Sie heben jedes noch so kleine Teil auf

Ebenfalls sehr häufig finden die Müllsammler Abschnitte der Plastikschnüre von Motorsensen oder Splitter von deren Abdeckungen wieder. Diese würden von den Mäharbeitern der Stadt nicht aufgehoben. Sehr zum Leidwesen der Putzclique, die in mühevoller „Fieselarbeit“ jedes noch so kleine Fitzelchen davon mit dem Müllgreifer oder den Händen aufhebt.

Einweggrill ist ein beliebter Wegwerfartikel

Ein beliebter Wegwerfartikel der Rheinufernutzer ist auch der Einweggrill sowie jede Menge Verpackungen von Grillgut und Beilagen. Neben den Aluschalen voll Asche tummeln sich auch leere Blechdosen und Plastikschalen rund um die Grillstelle im Gebüsch. Obwohl entlang des Uferwegs entlang nicht wenige Mülleimer stehen, scheint der Weg zu diesem vielen zu weit zu sein.

Müllreste sind für Tiere eine Gefahr

Gerade für Tiere sind die Müllreste, aber auch nicht verwendetes und zurückgelassenes Fleisch, eine Gefahr. Hunde können sich an den Dosen die Zunge zerschneiden. Ebenso sind Glasscherben von zerbrochenen Flaschen eine mehr als schmerzhafte Gefahr für die Pfoten.

Vergammelte Essensreste können für schlimme Koliken sorgen. Uferbewohner wie Schwäne und Enten leiden ebenso erheblich unter dieser Vermüllung und brüten nicht selten inmitten von Plastikverpackungen und Unrat.

Ein Beitrag zum Mikroplastik im Meer

Wer seinen Müll einfach an Ort und Stelle fallen lässt, leistet zudem schon einen Beitrag zum Mikroplastik in den Meeren, denn durch Rhein und andere Flüsse findet viel Plastik seinen Weg in die Meere und in die Organismen von dessen Bewohnern.

Kontakt: Wer Jacqueline Dumont und ihre „Rhyuferweg-Putzete“-Truppe unterstützen und begleiten möchte, der ist jeden zweiten Sonntag willkommen. Treffpunkt ist immer um 11 Uhr bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (blaues Gebäude) in der Rheinbrückstraße 7.