Um auf die Ausbildung zum Brauer aufmerksam zu machen, haben Lehrlinge von Feldschlösschen ein eigenes Bier gebraut. Der Erlös kommt der Nachwuchsförderung zugute, an dem es im eidgenössischen Nachbarland mangelt.

Den Fachkräftemangel gibt es auch da, wo man ihn vielleicht nicht sofort erwartet: bei den Brauern. „Es ist schwierig, Lehrlinge zu finden. Dieser Beruf ist zu wenig bekannt“, erklärt Stéphane Quellet, Verantwortlicher für die Brauerlehrlinge bei Feldschlösschen in der Schweizer Nachbarstadt. Pro Lehrjahr bildet die Fricktaler Brauerei zwei „Lebensmitteltechnologen mit Schwerpunkt Bier“ aus, wie die Bierbrauer heute in der Schweiz offiziell bezeichnet werden. In den ganzen Schweiz sind es pro Lehrjahr nur noch rund ein Dutzend Brauer-Lehrlinge.

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Das ist eigentlich zu wenig, wie bei einem Termin bei Feldschlösschen mitgeteilt wurde. Aus diesem Grund hat die Brauerei im Frühling zusammen mit Coop eine besondere Aktion ins Leben gerufen: Vier Brauer-Lehrlinge des Rheinfelder Getränkekonzerns haben ein eigenes Bier gebraut, das der Händler verkaufte.

Azubis kreieren Kristallweizen

Die Auszubildenden haben sich zunächst einige Gedanken gemacht, was für ein Bier sie für die Aktion brauen wollten. Entstanden ist schließlich ein Kristallweizen. „Wir wollten etwas Frisches für den Frühling und den Frühsommer schaffen. So ist die Idee für dieses Weizenbier entstanden“, erklärt Jan Männl, einer der vier Auszubildenden.

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Das Bier gewann nicht nur den „Swiss Beer Award“, es kam auch bei den Konsumenten gut an. Innerhalb von wenigen Wochen konnten rund 20 000 Liter abgesetzt werden. „Ein schneller Abverkauf ist das beste Feedback“, sagt dazu Patrick Tanner, Einkäufer bei Coop. Feldschlösschen selber bekam von den Konsumenten viele positive Reaktionen zum Bier und zur Aktion, wie Gaby Gerber, die Leiterin des Bereichs Kommunikation, erklärt.

70.000 Franken aus Verkauf

Weil Coop und Feldschlösschen auf den Erlös verzichteten, kamen so 70.000 Franken zusammen. Am Dienstag übergaben die Lehrlinge Jan Männl und Laurin Scognamiglio einen entsprechenden Scheck an Marcel Kreber, Direktor des Schweizerischen Brauerei-Verbandes. Das Geld soll für die Nachwuchsförderung eingesetzt werden. „Wir sind daran, die Ausbildung neu aufzugleisen und attraktiver zu machen“, erklärt Kreber. Dazu soll unter anderem in Rheinfelden bei Feldschlösschen eine Lernwerkstatt eingerichtet werden, von der Lehrlinge aus der ganzen Schweiz profitieren können.

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„Die Anforderungen an die Brauer haben sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt, wurde beim Vor-Ort-Termin erklärt. Früher war es ein eher handwerklicher Beruf, heute ist er hochtechnologisch“, schildert Stéphane Quellet. Angehende Lehrlinge sollten Interesse für naturwissenschaftliche Prozesse und für die Technik mitbringen. Auch ein guter Geruchs- und Geschmackssinn ist wichtig.