100 Jahre Turnen mit dem TV Karsau wurde am Freitag und Samstag gebührend in und um die Sonnenrainhalle gefeiert. Das Programm war bunt, die Stimmung ausgelassen und die Besucher in bester Feierlaune.

Der Festakt

Der Festakt am Freitag bot ein reichhaltiges Angebot an Ehrungen und Darbietungen. Mit Witz und Charme gratulierte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt dem Verein zu seinen Erfolgen und dem Kampfesgeist auf allen Ebenen. Auch Ortsvorsteher Jürgen Räuber fand anerkennende Worte und war sichtlich ergriffen von den Werten, Traditionen und dem Zusammenhalt, der den Verein zu dem aktuellen, festlichen Anlass gebracht hat. „Der Sport war und ist der soziale Kit unseres Systems. Gerade die traditionellen Vereine sind es, die die Dorfgemeinschaften stärken. Sie bringen alte und neue Einwohner zusammen.“

Neben Räuber sprach Dieter Meier vom Markgräfler-Hochrhein-Turngau (MHTG) seinen Dank für die Leistungen des Vereins aus. Mit im Gepäck hatte er auch Trainernadeln des MHTG, welche er an die „Perlen des Vereins“ verlieh. Für langjährige Treue und herausragendes Engagement wurden Sandra Bühler (Fitness, Aerobig und Stepaerobic), Sylke Macke, Simone Cuviello (beide Kleinkinderturnen), Chris Wihan (Nordic Walking), Hans Winzen und Kurt Gottschalk (beide Leichtathletik) geehrt. Eine Gauehrennadel für verdienstvolles Funktionärstätigkeiten erhielten Heike Wehrle, Heike Härtenstein und Klaus Müller.

Trainernadel erhielten Simone Cuviello und Sylke Macke.
Trainernadel erhielten Simone Cuviello und Sylke Macke. | Bild: Jasmin Radel

Das Programm

Die turnerischen Darbietungen eröffnete die Kindergeräteturngruppe der Übungsleiterinnen Laura Bohsung und Felicitas Haas. Trotz brütender Hitze draußen wie drinnen waren alle Turnerinnen frisch und voller Schwung bei der Sache. Den Kracher des Abends lieferten die Tänzer der ehemaligen „Rock‘n Roll Kids“. Die Gruppe löste sich 2012 auf, denn die Kids hatten dort das Teenageralter erreicht und der Rock‘n Roll rückte in den Hintergrund.

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Das von der ehemaligen Trainerin für das Vereinsjubiläum ins Leben gerufene Revival zeigte, dass aus den angekündigten, ehemaligen Tänzer-Kids junge Erwachsene mit eigenen Familien geworden sind. Allerdings saßen die Schritte und Figuren sowie das strahlende Lachen beim Tanzen noch genau so, als hätte die Truppe keine sieben Jahre pausiert und nur wenige Wochen für diesen Auftritt geprobt.

Ebenfalls für Freude und Lacher sorgten die Damen von der Stepaerobic-Gruppe. Nahmen sie doch die Annahme, sie seien „halt so sportliche Hausfrauen“ aufs Korn und zeigten die flott getanzte Aerobic-Darbietung mit Kittelschürze und Staubwedel. Auch die Turnerinnen des TV Rheinfelden trugen mit einem Gastauftritt dazu bei.

„Wir sind nicht nur Hausfrauen!“ Die Step-Aerobic-Gruppe des TV Karsau legt einen witzigen Auftritt auf der Bühne hin.
„Wir sind nicht nur Hausfrauen!“ Die Step-Aerobic-Gruppe des TV Karsau legt einen witzigen Auftritt auf der Bühne hin. | Bild: Jasmin Radel

Die Stimmung

Jeder Auftritt zog brechenden Beifall und laute „Zugabe“-Rufen mit sich. Beim Umbau der Bühne legten alle zusammen Hand an. Für die Besucher sorgte in diesen Pausen der engagierte Unterhaltungsmusiker Matthias Reinelt. Auf seiner Stimme und seiner Gitarre gab er Klassiker jedes Genres und für jede Altersklasse zum Besten.

Die Geschichte

Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges trugen sich einige junge Männer mit dem Gedanken, einen Turnverein zu gründen. Am 14. April 1919 wurde aus dieser Idee im Gasthaus „Zum Kreuz“ ein Verein. Unter dem Namen „Freie Turnerschaft Karsau“ trafen sich 20 Mitglieder auf dem Turnplatz der Schule oder im Gemeindesaal des Rathauses. Mit Turnstäben und einem geliehenen Barren war die Grundlage zu Leibesertüchtigung, Wettkampf, Spaß und den ersten Turnfesten gelegt. Es bildeten sich immer mehr Ableger, wie der „Fußballklub Karsau“ (heute SV Karsau).

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Dieses Wachstum und die Freude der Turner an ihrem Verein konnte auch die Entmachtung, Vermögensbeschlagnahmung und zwangsweise Auflösung während der NS-Zeit nicht bremsen. Ab dem Jahr 1950 begann die Wiedereinsetzung des Vereins. Doch das Fehlen von Räumlichkeiten machte einen Turnbetrieb unmöglich. Es wurde deshalb der Bau einer eigenen Turnhalle geplant. An Silvester 1970 erfolgte die Einweihung. Und von 1971 ging es unter dem neuen Namen Turnverein Karsau weiter bergauf. Das sportliche Angebot und die Mitgliederzahlen wuchsen.