Die katholische Seelsorgeeinheit mit ihren 11 452 Mitgliedern bereitet sich auf eine Übergangszeit vor. Der Abschied von Pfarrer Anton Frank, der im September mit 66 Jahren in den Ruhestand geht, bedeutet eine Zäsur und stellt das Seelsorgeteam aus Hauptamtlichen und Freiwilligen vor die Herausforderung, das Gemeindeleben bis zur Wiederbesetzung der leitenden Pfarrerstelle durch die Erzdiözese Freiburg zu lenken. Pastoralreferent Matthias Wößner erwartet, dass sich, spätestens bis Jahresende eine passende personelle Lösung abzeichnet.

Pfarrer Anton Frank.
Pfarrer Anton Frank. | Bild: Boris Burkhardt

Sie gehen die Aufgaben entschlossen an

Die Aufgabenstellung gehen die Hauptamtlichen mit Vikar Holger Cerff, Pastoralreferentin Simone Zimmermann, Diakon Michael Schmidt, Pastoralreferent Kassian Burster-Hake (St. Josefshaus) und Dorothea Flaig (Krankenhausseelsorge) mit dem Kirchengemeinderat entschlossen und zuversichtlich an. Die Seelsorgeeinheit muss zwar mit einer neuen Situation zurechtkommen, die Organisationsstrukturen verändert, ist aber geübt, mit neuen Entwicklungen so umzugehen, dass das Gemeindeleben nicht leidet.

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Eine kurzfristige Vakanz steht bevor

„Wir hätten uns einen nahtlosen Übergang gewünscht“, sagt Wößner, der über die Seelsorgeeinheit hinaus auf Dekanatsebene agiert. Da nun aber eine Vakanz bevorstehe, sei es wichtig, sicherzustellen, dass die Arbeit des Seelsorgeteams weitergeht. Das heißt: Es wird beerdigt, getauft und es werden Ehen geschlossen. Nach der Verabschiedung von Pfarrer Blümmel in Herten/Degerfelden vor wenigen Wochen und dem bevorstehenden von Anton Frank reduziert sich allerdings innerhalb einer kurzen Zeitspanne die Zahl der Priester von drei auf einen.

Pfarrgemeinderat denkt über Lösungen nach

Damit Vikar Holger Cerff die Gottesdienste in einem rollierenden System an elf Standorten bewerkstelligen kann, hat sich auch der Pfarrgemeinderat über Lösungen Gedanken gemacht. Es wird deshalb vorläufig veränderte Gottesdienstzeiten geben: Die sind festgelegt auf Sonntag, 9.15 und 11 Uhr. Dies dient der Entlastung des Priesters, der auch noch Zeit haben soll, persönliche Gespräche nach der Eucharistiefeier mit der Gemeinde zu führen. Auch samstagabends wird es Vorabendgottesdienste geben sowie weiter an jedem Tag in der Woche Werktaggottesdienste. Cerff wird gelegentlich Unterstützung durch Pfarrer Frank erhalten, der hier weiter wohnen wird und signalisiert habe, auch einzuspringen, wenn Bedarf besteht.

Wichtig ist, die Kontinuität zu wahren

Kontinuität zu wahren, ist auch dem Pfarrgemeinderat ganz wichtig, betont Vorsitzender Günther Schmidt. Deshalb wird auch daran gearbeitet, das ehrenamtliche Team für Wortgottesdienste zu vergrößern. Die Seelsorgeeinheit will sich damit für die Zukunft fit machen, denn im Zuge des Gesamtdiözesan-Konzepts 2030 im Erzbistum Freiburg wird mit weiteren Veränderungen gerechnet, merkt Wößner an. Es gelte, frühzeitig Strukturen zu entwickeln, damit es gelingt, ein gutes katholisches Gemeindeleben zu führen. Priestermangel und Kirchenaustritte wirken sich insgesamt mit Veränderungen in der katholischen Kirche aus.

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Team der Hauptamtlichen in Bewegung

Nicht nur an der Spitze der Seelsorgeeinheit zeichnen sich Veränderungen ab. Auch das Team der Hauptamtlichen ist in Bewegung. Gemeindereferentin Ulrike Roming wird ebenfalls zum September ausscheiden. Für sie gibt es aber eine Nachfolgerin: Sara Dias. Aber auch bei Pastoralreferentin Simone Zimmermann tut sich was. Sie wird ihren Stellenanteil in der Seelsorgeeinheit auf 50 Prozent reduzieren und künftig zu 50 Prozent als Jugendseelsorgerin für den Südwesten arbeiten, das sind sieben Dekanate am Hochrhein.

Ökumene gewinnt an Bedeutung

„Manche schauen schon sorgenvoll in die Zukunft“, heißt es zu den Reaktionen aus der Gemeinde. Denn bei allem, was derzeit überlegt wird im Seelsorgeteam, im Pfarrgemeinderat und im Bistum gehe es auch immer um Zukunftsfragen. „Dass Vakanz entsteht, ist nicht das Problem“, sagt dazu Vikar Cerff. Seelsorgeteam und Pfarrgemeinderat erwarten durchaus, dass einmal gelegte Strukturen sich auch ändern werden. Dabei geht Wößner davon aus, dass auch für die Seelsorgeeinheiten in Rheinfelden „Gottvertrauen“ bestehe. Außerdem setzt er darauf, dass die Ökumene an Bedeutung gewinnt. Es werde darauf ankommen, dass die Konfessionen vermehrt gemeinsam unterwegs sind und den Auftrag wahrnehmen, gemeinsam christlich zu wirken.

Franks Abschied wird vorbereitet

Pfarrer Anton Frank wird in der kommenden Woche seinen Dienst nach Urlaub wieder als Leiter der Seelsorgeeinheit bis Ende August aufnehmen. Sein offizieller Abschied nach jahrzehntelangem seelsorgerischem Wirken, das in den 1980er Jahren im St. Josefshaus in Herten begonnen hat, wird vorbereitet. Er wird in Nollingen stattfinden im Rahmen des Patroziniums St. Felix und Regula am Sonntag, 15. September. Dies entspreche dem Wunsch von Pfarrer Frank, betont Wößner. Denn damit schließe sich für Frank der Kreis. In Nollingen hat er seine erste Pfarrstelle angetreten. Inzwischen so Wößner „ist er Pfarrer für alle“.

Auch Nachfolger soll Pfarrer für alle sein

Das soll auch der Nachfolger werden. Das Wunschprofil haben Seelsorgeteam und Pfarrgemeinderat erstellt und der Erzdiözese in Freiburg mitgeteilt. Die Personalabteilung sei noch auf der Suche, heißt es, und es hat auch schon eine Ausschreibung gegeben. Die Basis legt Wert auf einen Pfarrer, der Leitungserfahrung mitbringt und mit unterschiedlichen Gemeindestrukturen umgehen kann.