Bei Starkregen hat der Hang am Sportplatz den Wassermassen nichts entgegenzusetzen, da geplante Bepflanzungen nicht vollzogen wurden. Der SV Karsau sieht die Drainagen vor dem neuen Vereinsheim und auf dem Fußballfeld bedroht.

Die Ortschaftsräte trafen sich am Dienstagabend mit Vereinsvertretern am Sportheim. Ortsvorsteher Jürgen Räuber führte aus, dass es am Sportplatz nach Fronleichnam einen massiven Wassereinbruch aus dem Wald mit einer starke Auswirkung auf die Böschung des tiefer gelegenen Sportplatzes gegeben hatte.

Dabei wurden die erst wenige Wochen zuvor angelegten Weidenbänder zur Hangsicherung am vorderen Ende des Fußballfeldes zerstört. Wegen Gefahr im Verzug war der Technische Dienst ausgerückt und hatte im Wald das Wasser umgeleitet. „Als Instrument ist das aber nicht das Gelbe vom Ei. Der Sportplatz ist 15 Jahre alt, der Hang wurde nie begrünt“, kritisierte Räuber, dass die mit 20 000 Euro veranschlagten Maßnahmen nicht veranlasst wurden.

Alois Siebold vom SV Karsau zeigte den Ortschaftsräten die Spuren des letzten Starkregens entlang des Hangs an der Forststraße und oberhalb des Fußballfeldes. „Der Hang bewegt sich“, meinte Siebold und verwies auf die Hecke an der Forststraße. Wo er früher noch mit dem Rasenmähertraktor gefahren ist, ist heute nur noch ein halber Meter Platz vor dem Hang. „Irgendwann betrifft es den Weg.“

Unterhalb des Hangs ist vor dem Vereinsheim eine Kiesdrainage angelegt, auf die der Starkregen den lehmigen Boden spült. Siebold hat die Drainage mit dem Bagger wieder freigelegt, befürchtet aber, dass die Drainage irgendwann erschöpft ist. „Dann steht das Wasser direkt am Haus“, meinte er und erklärte, dass der SV Karsau das neue Vereinsheim extra entfernt vom Hang gebaut hatte.

Ein Problem stellt das im Wald gelegene Wasserreservoir dar, von wo permanent überschüssiges Wasser in die Abflussrinne der Forststraße geleitet wird, sodass der Graben dauerhaft gesättigt ist und nichts aufnehmen kann. Die Abflussrinne aus dem Wald führt das Wasser auf das vordere Ende des Spielplatzes, wo die neu angelegten Weidenbänder überspült wurden.

Der Technische Dienst hat zwar die Abflussrinne entlang der Forststraße im Wald durch Furchen entlastet, die leiten das Wasser nun aber auf die Mitte des Sportplatzes zu. Der lehmige Untergrund im Wald könne das Wasser bei Starkregen nicht aufnehmen. Es brauche eine Entwässerung oberhalb des Sportplatzes, sagte Siebold. Der letzte Starkregen war schon der zweite große Vorfall. An beiden Enden des Fußballfeldes war der Hang schon einmal auf breiter Fläche gerutscht und Lehmwasser zehn Meter weit auf die Spielfläche gedrungen. Siebold sieht eine Gefahr für die Drainage des Fußballplatzes.

Er bezweifelt auch, dass die vorgeschriebenen 30 Grad Steigung beim Hang eingehalten wurden. Schon 2010 waren Abbruchkanten erkennbar, zeigt Siebold auf Fotos. Damals wurden Mess-punkte gesetzt, die heute verschwunden sind. Darauf reagiert habe allerdings niemand. Am hinteren Ende des Sportplatzes stand das Wasser schon. „Im Rücken vom Tor wuchs Sumpfgras“, so Siebold.

„Wir als Verein kommen an unsere Grenzen und können nicht mehr“, erklärte Siebold. Der Vereine leistet bisher alles ehrenamtlich. Siebold erwartet von den beteiligten Behörden, der Tiefbauabteilung, dem Forst und der Regioaqua, eine Lösung. Immerhin wurden jetzt entlang des Sportplatzes in die Abflussrinne der Forststraße Halbschalen gesetzt und oberhalb des Sportplatzes soll das Wasser weg vom Platz auf die Forststraße geführt werden.

„Das löst aber das Problem in der Mitte nicht“, meint Siebold mit Blick auf den Fußballplatz. Auch die Ortschaftsräte sehen die Behörden in der Pflicht und auf Antrag der CDU beschloss das Gremium einstimmig, dass zu dem Thema die Tiefbauabteilung im Ortschaftsrat gehört werden solle.