Der Rheinuferweg ist Naherholungsgebiet und Aushängeschild der Stadt und wird deshalb gut gepflegt. Warum machen Sie gerade dort sauber?

Paulsen-Zenke: Unser Rheinufer ist auch für mich ein wunderschönes Naherholungsgebiet. Auf meiner diesjährigen Radtour entlang des Rheins habe ich auch erlebt, wie sehr der Rhein die Lebensqualität der am Rhein liegenden Städte bestimmt und viele Menschen anzieht. Als ich von der Aktion „rhine cleanup“ erfahren habe, war mir klar, da mache ich mit. Leider sind die negativen Folgen des Freizeitspasses am Rhein, die vielen Hinterlassenschaften- auch bei uns, weil immer wieder Leute ihre Partyreste zurücklassen. Die Agendagruppe, die in regelmäßigen Abständen schon seit langem Müllsammelaktionen am Rheinuferweg macht, hat mir berichtet, dass sie in der Regel bis fünf Säcke Müll aus diesem Abschnitt zusammenbekommt.

Was glauben Sie, was sich jetzt wieder alles dort findet?

Na, das wird morgen unsere Überraschung werden.

Zwei SPD-Ortsvereine und die Agendagruppe ziehen die Arbeitshandschuhe an. Rechnen Sie mit weiteren freiwilligen Helfern und wie viele brauchen Sie, damit sich der Einsatz wirklich lohnt?

Der Einsatz lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn nur eine kleine Gruppe diese Putzaktion durchführen würde. Aber natürlich freuen wir uns über Mitmacher. Ich bin überzeugt davon, dass es in Rheinfelden viele Menschen gibt, denen der Umweltschutz am Herzen liegt.

Sind sie gut ausgerüstet mit Säcken und mit Handschuhen?

Ja, da werden wir auch unterstützt vom technischen Dienst.

Wie soll der Einsatz ablaufen, nur auf dem Uferweg oder gehen sie mit Gummistiefeln auch in den Rhein ?

Wir werden beides anschauen. Im Moment haben wir ja ziemliches Niedrigwasser, der Uferstreifen ist relativ breit und wir können ihn dann entsprechend breit absuchen. Hinter der Aktion steht ja ein ernstes Thema, deshalb der Aufruf in vielen Städten entlang des Rheins.

Es geht den Akteuren darum, etwas gegen die Plastik-und Müllflut in den Meeren zu machen. Damit können wir hier vor der Haustür beginnen, mit dem Einsammeln der liegengelassenen Pet-Flasche, die so nicht mehr ins Meer gelangt.

Was erwarten Sie vom Einsatz in den Umweltschutz als Ergebnis?

Wie gesagt, ich finde diese grenzüberschreitende Aktion gut.Sie zeigt, dass es überall Menschen gibt, die sich um die Umwelt Sorgen machen und aktiv werden wollen. Und das macht doch ein bisschen Mut. Natürlich würde ich mir auch wünschen, dass sich das Bewusstsein bei denen ändert, die bisher achtlos ihren Müll fallen lassen und darauf setzten, dass er irgendwie verschwindet.
Wir können vor Umweltproblemen nicht länger die Augen verschließen, da muss was getan werden, auch im Kleinen, vor Ort.

Haben Sie eine Vorstellung davon, was noch geschehen sollte, damit die Aktion eine Langzeitwirkung entfaltet?

Das Wesentliche ist, dass es ins Bewusstsein der Menschen geht, wie wichtig der Schutz des Wassers ist. Es geht auch darum die Menschen zu animieren, ihre Umwelt bewusster wahrzunehmen. Vielleicht gelingt es, gerade hier am heimischen Rheinufer, einem Bereich, der von den Rheinfeldern sehr geschätzt wird.

...und nicht nur nach der Stadt rufen

...und erwarten, dass hinter einem hergeräumt wird, sondern dass man als Demokrat und Mitbürger auch im Kleinen Verantwortung übernimmt.

Fragen: Marlies Jung-Knoblich

Info: Rheinuferweg-Putzete am morgigen Samstag, 15. September, Treffpunkt derTeilnehmer ist um 10 Uhr der Ausstellungspavillon. Geputzt wird im Abschnitt bis zum Dürrenbach.

Das Rheinufer soll sauber bleiben. Am morgigen Samstag ist Putzete. Treffpunkt der Teilnehmer ist um 10 Uhr der Ausstellungspavillon. Bild: Ingrid Böhm-Jacob
Das Rheinufer soll sauber bleiben. Am morgigen Samstag ist Putzete. Treffpunkt der Teilnehmer ist um 10 Uhr der Ausstellungspavillon. | Bild: Ingrid Böhm-Jacob