Beim 23. Töpfer- und Künstlermarkt in Schloss Beuggen präsentieren 150 Kunsthandwerker traditionelles Handwerk, Skulpturen und Textilien. Auch die Gartenmesse Diga findet im Juli dort statt. Schon vor sechs Wochen wurden Schlosshotel und Restaurant unter neue Leitungen gestellt.

Zehn Prozent aus dem Ausland

International aufgestellt ist der 23. Töpfer- und Künstlermarkt, denn knapp zehn Prozent der Kunstschaffenden kommen aus dem Ausland. Organisator Jürgen Blank hobt bei der Programmvorstellung besonders das Gastland Bulgarien hervor, das zwei Mal auf dem Markt vertreten ist, mit archaischer Gebrauchskeramik aus der thrakischen Ebene und bemaltem Geschirr aus dem Balkangebirge.

Kunsthandwerk – sonst nichts

Fossiler Marmor aus der Sahara, handgenähte Schuhe aus Ungarn, Kunstkeramik aus Estland, dekorative Keramik aus Litauen, Holzskulpturen aus Polen und Keramik aus der Schweiz vervollständigen das breite Angebot. Ein Drittel der 150 Kunsthandwerker kommt aus der Großregion und etwa 60 Prozent aus dem weiteren Bundesgebiet. Für den Organisator ist Handelsware auf dem Markt kein Thema, geboten wird Kunsthandwerk. Dies wird auch kontrolliert.

Eine große Herausforderung

„Alle sechs oder sieben Jahre gibt es einen langen Markt, aber ohne den 1. Mai geht es einfach nicht“, verwies Blank auf die fünftägige Dauer von Samstag bis Mittwoch: „Das ist eine große Herausforderung, nicht nur für den Veranstalter, sondern auch für die Künstler und Kunsthandwerker.“ Der 1. Mai hat sich als Termin bei den Stammkunden etabliert. Würde man den Feiertag am Mittwoch nicht einbinden, stünden Hunderte enttäuscht im Schlosshof, zeigte sich Blank sicher. Die Kunden kennen sich aus und verlangen auch neue Ideen. „Kunsthandwerker müssen sich deshalb weiterentwickeln. Wer keine neuen Ideen bringt, der bleibt stehen“. Blank kündigte deshalb an, dass das ganze kunsthandwerkliche Schaffensfeld in Beuggen abgebildet wird. Die Bogenhalle und der Schlossgarten sind dabei für Kulinarisches reserviert.

Schnell neu aufgestellt

„Uns hat Anfang des Jahres der Atem gestockt“, meinte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt zu Schlossbesitzer Kai Flender, angesichts der Insolvenz des Hotel- und Restaurantbetreibers. „Ebenso stockte uns der Atem, wie schnell Sie sich wieder neu aufgestellt haben.“ Flender führte aus, dass „nach den Turbulenzen im Frühjahr“ vor sechs Wochen ein neues System unter seiner Regie mit der Beuggen Management GmbH eingeführt wurde. Der Töpfermarkt und auch die Gartenmesse Diga finden im Schlossgelände statt. Das Hotel und das Gästehaus betreibt die Betriebsgesellschaft Dormotel, die schon zehn Hotels in ganz Deutschland führt, erklärte Verkaufsdirektor Jörg Seidel. Die Leitung des Restaurants Beuggen übernahm Erhan Kamci, der seit zwei Jahren dort arbeitet. Zum Töpfermarkt präsentiert sich das Lokal mit einer dem Markt angepassten Karte.

Evangelische Kirche ist vertreten

Die evangelische Kirche ist im Schloss mit dem Kontor Beuggen vertreten, eine Beteiligung wie am vergangenen Töpfermarkt kann sich Pfarrer Martin Abraham vorstellen, die Eröffnung des Kontors im Turm steht aber noch bevor. Als Aktivprogramm an allen Markttagen richten sich vier Werkstätten zu kreativer Textilarbeit, Schuhmacherei, Specksteinarbeit und Töpfern besonders an die jungen Besucher. An allen Tagen spielt unter dem Gingko-Baum das Marionettentheater Pendel (12.30, 15 , 17.30 Uhr) Geschichten ohne Worte und Blasmusiker der Akademie Kiew spielen ganztägig Meister des 19. Jahrhunderts in der Bogenhalle.

Auch Schauspieler sind dabei

Samstags und sonntags bieten um 13, 15 und 17 Uhr die Schauspieler Bernhard und Matthias Weber Dichtkunst mit musikalischer Begleitung in der Schlosskirche und ganztägig treten Nicole & Band unplugged im Schlossgarten auf. Dienstags und mittwochs kommt um 13.30, 15 und 16.30 Uhr die Märchenerzählerin Christine Fischbach mit Geschichten von Rhein und Wein in die Schlosskirche und im Garten tritt ganztägig die Hairball Remedy Band auf.

9000 Besucher im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr waren an vier Tagen 9000 Besucher gekommen, sagte Blank. Etwa die Hälfte der Kundschaft komme erfahrungsgemäß aus der Schweiz. „Sie schaffen mit dem Töpfermarkt eine Wohlfühlatmosphäre und internationales Flair“, lobte Eberhardt dazu die Organisatoren.

Termin: Der Töpfer- und Künstlermarkt findet vom 27. April bis 1. Mai , 11 bis 20 Uhr, im Schloss Beuggen statt. Am 1. Mai verkürzte Öffnungszeit bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 7 Euro für Erwachsene, 3 Euro für Jugendliche (14-17 Jahre). Kinder sind kostenlos.