Seit sieben Jahren betreibt der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Schusterstraße 3 in den Räumen des ehemaligen Möbelhauses Laule das Sozialkaufhaus Schatzkästlein. Nun hat der Verband die Immobilie gekauft.

Emotional bewegende Angelegenheit

„Wir haben strenge Wochen hinter uns“, sagte Kreisverbandsvorsitzende Hannelore Nuss bei einem Gespräch im Schatzkästlein, zudem die Awo im Anschluss an den Notartermin zum Kauf der Immobilie eingeladen hatte. Der Kauf sei eine „harte und emotional bewegende Sache gewesen“. Denn eigentlich wollten weder die bisherigen Besitzer, das Ehepaar Ruth und Rolf Laule, ihre Immobilie zu diesem Zeitpunkt verkaufen, noch hatte der Awo- Kreisverband vor, diese zu kaufen.

Gebäude mit rund 1700 Quadratmetern

Vor einigen Wochen jedoch habe ein privater Investor den Laules ein Angebot für das dreistöckige Gebäude mit rund 1700 Quadratmetern gemacht. Das gesamte Grundstück hat eine Fläche von 819 Quadratmetern, auf denen sich auch zehn Parkplätze befinden. Da die Awo laut Vertrag, den sie vor sieben Jahren mit den Laules abgeschlossen hatte, ein Vorkaufrecht hat, hatte der Kreisverband da aber ein Wörtchen mitzureden. Zumal Laules, wie sie selbst sagen, die Awo als Käufer immer favorisiert hätten.

Kreisvorstand gibt grünes Licht

„Zunächst musste der Vorstand des Kreisverbands, der aus den Ortsverbandsvorsitzenden besteht, beschließen, ob die Awo die Immobilie kaufen will oder nicht“, erklärt Ina Pietschmann, Geschäftsführerin des Kreisverbands. Ein Entschluss, der gut überlegt sein wollte, schließlich ist die Immobilie die erste und damit einzige, die nun im Besitz des Kreisverbands ist. Nachdem der Vorstand sein Okay gegeben hatte, galt es, sich mit den Besitzern zu einigen. Denn die Awo hatte zwar das Vorkaufsrecht, Rolf und Ruth Laule hätten aber verlangen können, dass der Verband genauso viel zahlt, wie es der private Investor tun würde.

Die Awo war die Wunschkandidatin

Da das Ehepaar Laule jedoch gerne wollte, dass das die Awo die Immobile kauft, war es laut Pietschmann nicht schwierig, sich auf einen Preis zu einigen. Wie hoch dieser ist, wollte sie jedoch nicht sagen, nur soviel: Der Kreisverband hat einen Kredit aufgenommen.

Im Moment bleibt alles, wie es ist

Zu der Immobilie gehört eine kleine Wohnung, die vermietet ist. Die Awo habe als neuer Vermieter den „sehr sozialen“ Mietpreis beibehalten. Auch am Schatzkästlein selbst und an den Verkaufsräumen ändert sich erst einmal nichts. „Auf lange Sicht, sobald die finanziellen Ressourcen wieder drin sind, werden wir das Gebäude nach und nach sanieren“, so Pietschmann. Das Schatzkästlein finanziere sich ausschließlich durch die Einnahmen der Verkäufe, Fördergelder gebe es keine. Derzeit arbeiten dort zwölf bezahlte Mitarbeiter sowie etwa 40 Ehrenamtliche, Absolventen von Sozialstunden oder eines Freiwilligen Sozialen Jahres.