Seit 2011 hat das auf historischen Instrumenten spielende Capriccio Barockorchester sein Domizil in der ältesten Zähringerstadt der Schweiz. Die Konzerte des Originalklangensembles stehen unter interessanten Mottos: im letzten Zyklus „Wasser“, im neuen „Feuer“. Da musste ja beim Auftaktkonzert „Capriccio festivo“ zum 20-jährigen Bestehen im Hof der Kommende in der Johannitergasse, mitten in der malerischen Rheinfelder Altstadt mit ihrer faszinierenden Architektur aus dem 17. und 18. Jahrhundert, den Bauwerken im spätgotischen, barocken und frühklassizistischen Stil, mit der pompösen Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel als dem bekanntesten musikalischen Feuerwerk festlich mit Pauken und Trompeten begonnen werden.

Sie feiern das ganze Jahr über: Das Capriccio Barockorchester mit Sitz in Rheinfelden/Schweiz hat sein Jubiläum mit Händels Feuerwerksmusik in der Altstadt begrüßt.
Sie feiern das ganze Jahr über: Das Capriccio Barockorchester mit Sitz in Rheinfelden/Schweiz hat sein Jubiläum mit Händels Feuerwerksmusik in der Altstadt begrüßt. | Bild: Jürgen Scharf

Wie gut das historisch informierte Spezialensemble aus professionellen Musikern, die eine Ausbildung in Alter Musik haben, heute dasteht, machte das einfallsreich programmierte Geburtstagskonzert mit bekannten und unbekannteren Barockkomponisten deutlich. Eine der zahlreichen Ouvertürensuiten aus Telemanns Feder gefiel durch Spielfreude und Klangsinn, während die Musiker um den künstlerischen Leiter und Gründer Dominik Kiefer zum beredten Anwalt von Johann Friedrich Fasch und Christoph Graupner wurden.

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Was für ein einfallsreicher Komponist der Bach-Freund Fasch ist, rückte das F-Dur-Concerto, eigentlich ein Bläserkonzert, das aber beinahe ein Violinkonzert sein könnte, in dem Blechblasinstrumente mit Streichern kombiniert werden, überzeugend ins Bewusstsein der Musiköffentlichkeit. Die Klangfarben kamen trotz der etwas verwehenden Akustik in der Freiluftatmosphäre gut zur Geltung.

Musikalischer Blitzschlag

Einen starken Höreindruck machte auch die Suite für zwei Trompeten, Pauken, Streicher und Basso continuo des heute nur Kennern geläufigen Komponisten Graupner. Danach schlug der Blitz ein. Glücklicherweise nicht wörtlich, denn das Wetter hielt. Vielmehr war es ein musikalischer Blitzschlag, der nach den barocken Klängen in die „kleine“ g-Moll-Sinfonie von Mozart fuhr. Und das, obwohl Kiefer keine Sturm-und-Drang-Interpretation favorisierte und die wundervolle Sinfonie des 17-jährigen Wolfgang Amadé nicht durchpeitschte.

Elegant und fließend

Der dramatische Beginn erklang weder heftig noch schroff überakzentuiert, der rhythmisch bewegte Kopfsatz mit den Synkopen in den Violinen war elegant und fließend, der innige zweite Satz mit den Fagottfarben und das pastorale Trio in dem nur für Bläser gehaltenen Menuett schön ausgesungen und in der Coda des Finales entwickelte sich der punktierte Rhythmus stimmig in der Tempodramaturgie. Die runde Interpretation war ein Versprechen auf die nächsten 20 Jahre dieses in Rheinfelden tonangebenden Orchesters.