Die Corona-Krise bereitet vielen Menschen ungeahnte Schwierigkeiten, die Maßnahmen treffen alle alltäglichen Lebensbereiche. Doch nicht nur wir Menschen werden von den Umständen beeinträchtigt, auch unsere Haustiere bekommen die Krise zu spüren. Der Tierschutzverein arbeitet momentan auf Hochtouren.

Klaus Schäuble, Hannelore Nuss und Hans Rudolf Henche wurden erneut in den Vorstand gewählt, Horst Sift konnte zur Hauptversammlung nicht anwesend sein.
Klaus Schäuble, Hannelore Nuss und Hans Rudolf Henche wurden erneut in den Vorstand gewählt, Horst Sift konnte zur Hauptversammlung nicht anwesend sein. | Bild: Rolf Reißmann

Das zeigt sich nicht allein daran, dass es eine wahre Herausforderung ist, Hannelore Nuss, die Vorsitzende des Rheinfelder Tierschutzvereins, zu erreichen. Zwischen ihren vielen Aufgaben beim Tierschutz und der Awo spricht sie über die neuen Schwierigkeiten, die sich nun für den Tierschutz ergeben.

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„Es hat uns schlagartig getroffen, auf so einen Extremfall waren wir nicht vorbereitet“, erzählt Nuss. Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, dürfen keine Besucher und Gassigänger mehr ins Tierheim kommen. Die täglichen Spiel- und Streicheleinheiten bekommen die Hunde und Katzen trotzdem, all diese Aufgaben übernimmt jetzt die engste Tierschutz-Mannschaft. Das gilt auch für die Gassirunden. „Wir würden niemals ein Tier übergehen“, sagt Hannelore Nuss. Auch an strenge Hygienevorschriften müssen sich die Mitarbeiter jetzt zusätzlich halten, um auch sich selbst zu schützen. Ein Ausfall wäre in diesen Zeiten schwer zu verkraften.

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Aber nicht nur im Tierheim wartet jede Menge Arbeit, Nuss erzählt auch von vielen Anrufen besorgter Tierhaltern, die Hilfe benötigen. Manche sind mit der momentanen Situation überfordert und suchen Rat, andere haben Probleme, ihre Tiere daheim zu versorgen. Vor allem ältere Menschen und Menschen aus Risikogruppen sollten das Haus nicht verlassen. Wenn diese Menschen niemanden haben, der ihnen hilft, springt der Tierschutzverein ein, um etwa Tierfutter einzukaufen.

Chancen für Tierhalter

Das Team des Tierschutzvereins arbeitet rund um die Uhr und steht bei allen Problemen mit Rat und Tat zur Seite. Eine große Anstrengung. Doch die Situation biete auch Chancen für Tierhalter, sagt Hannelore Nuss. Wenn jetzt die ganze Familie zuhause ist, kann man sich miteinander beschäftigen und das Haustier als Teil der Familie besser kennenlernen. Der Tierschutzverein spürt die Krise vor allem finanziell. Nachdem im vergangenen Jahr aufgrund von Todesfällen im Verein der Tag der offenen Tür und der Tiersegnungsgottesdienst ausfallen mussten, können diese Tage, die eine wichtige Einnahmequelle sind, auch dieses Jahr unter den aktuellen Gegebenheiten nicht stattfinden. Auch die Pensionsplätze im Tierheim, die vor allem in den Osterferien Gewinn eingebracht hätten, fallen jetzt aus, denn Urlaub ist für die meisten erstmal abgesagt. Der Tierschutzverein ist jedoch auf Einnahmen angewiesen, denn Tierfutter und Behandlungen beim Tierarzt sind nicht günstig.

Hannelore Nuss ist vor allem in diesen Zeiten sehr dankbar für ihr Team. „Alle sind mit Herz und Seele bei der Sache, und wir haben einen tollen Zusammenhalt“, sagt sie. Momentan ist die oberste Priorität, gesund zu bleiben für die Tiere. „Das Wichtigste momentan ist, den Tierschutz am Laufen zu halten.“