Rund zwei Jahre alt ist die Initiative „Chemie am Hochrhein“, jetzt nutzt dieser Arbeitskreis von Unternehmen, Kommunen, Wirtschaftsverbänden und Bürgerinitiativen die landesweite Woche der Industrie, um am Samstag, 24. Juni, in Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen und um den beruflichen Nachwuchs in der Chemie- und Pharmaindustrie zu werben.

„Die Chemie ist am Hochrhein ein wichtiger Eckpfeiler der Wirtschaftsstruktur und der Arbeitsplätze“, betonte der Rheinfelder Oberbürgermeister Klaus Eberhardt am Montag bei der Vorstellung des Programms. Die Chemie habe in der Region einen guten Namen, die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung nehme zu. „Im Bereich der Ausbildung würden wir uns allerdings noch etwas mehr wünschen“, räumte der Oberbürgermeister ein. Die Lörracher Landrätin Marion Dammann hob hervor, dass 6300 Menschen in der hiesigen Chemie- und Pharmaindustrie beschäftigt seien. Dies seien 4,8 Prozent aller Beschäftigten, was deutlich über dem Landesdurchschnitt von 1,5 Prozent liege. In den Unternehmen dieses Industriezweigs werden derzeit 265 junge Leute ausgebildet. Dammann war sich dessen bewusst, dass die Suche nach Nachwuchskräften nicht einfach sei und erwähnte den Beitrag des Landkreises, unter anderem mit dem Technischen Gymnasium Lörrach und der Gewerbeschule Rheinfelden, in der in diesem Jahr die Labore saniert werden. Positiv erwähnte sie auch das Phaenovum in Lörrach und die Duale Hochschule, in der ab dem Wintersemester ein Studiengang „Angewandte Pharmatechnik“ eingeführt wird. „Bei all dem sind die Unternehmen mit im Boot“, sagte die Landrätin.

Diese Zusammenarbeit zwischen Industrie und öffentlichen Institutionen besitzt auch für Peter Dettelmann einen ganz hohen Stellenwert. Der Rheinfelder Evonik-Chef, der sich als Sprecher aller Chemie-Unternehmen am Hochrhein verstand, lobte den Dialog auf Augenhöhe innerhalb der Initiative „Chemie am Hochrhein“. Die Atmosphäre sei sachlich, konstruktiv und offen, freute er sich, das sei „ein absoluter Mehrwert für diese Gegend“.

Auch Klaus Kessner als Vertreter der Betriebsräte und der Gewerkschaft IG BCE nannte die Dialogfähigkeit Hauptaufgabe der Initiative. „Es gibt keine bessere Möglichkeit, einen Einblick in die hiesigen Unternehmen zu bekommen, als diesen Tag der Chemie“, stand für den Rheinfelder Wirtschaftsförderer Elmar Wendland fest. Dabei sei es erwünscht, Fragen zu stellen. Dies kann bei Bürgersprechstunden in Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen erfolgen, bei denen die Unternehmen auch zu Fragen zu Sicherheit und Umweltschutz Stellung beziehen.

Dem Aspekt der Nachwuchsförderung wird schon zuvor Rechnung getragen: Am Mittwoch, 21. Juni, bringt der „JobBus Südwest“ Jugendliche zur BASF, zu DSM und zu Evonik, wo sie sich über die Ausbildung in der chemischen Industrie informieren können. Anmeldungen hierfür sind über www.facebook.com/fkasuedwest möglich.

Und am Samstag zeigen eine Science-Show und die Ausstellung „Chemie zum Anfassen“, was sich mit Chemie alles an- und herstellen lässt (siehe Infokasten).

Tag der Chemie

Das Programm: Samstag, 24. Juni: Bürgersprechstunden in Rheinfelden, Rathaus, von 10 bis 12 Uhr, und in Grenzach-Wyhlen, Haus der Begegnung, von 14 bis 17 Uhr, Science-Show „Chemikant und Co.“, Grenzach-Wyhlen, Haus der Begegnung, 13 bis 14 Uhr Ausstellung „Chemie zum Anfassen“, Grenzach-Wyhlen, Haus der Begegnung, 14 bis 17 Uhr. Unternehmen zeigen, in welchen alltäglichen Dingen ihre Produkte stecken. www.chemie-am-hochrhein.de/tag-der-chemie