Die Caritas Sozialstation möchte mehr Altenpfleger für die ambulante Betreuung ausbilden und hat die Zahl der Ausbildungsplätze von drei pro Lehrjahr auf neun erhöht. Um weiterhin eine qualitativ hochwertige Lehre zu garantieren, haben sich zwei Mitarbeiter zu Praxisanleitern weiterbilden lassen. Auch Mentoren und ein dritter Lernort sollen die Lehrlinge umfassend auf ihr Berufsleben vorbereiten.

Pflegeberufegesetz kommt im nächsten Jahr

Hintergrund der neu geschaffenen Ausbildungsplätze ist das Pflegeberufegesetz, das Anfang 2020 in Kraft treten soll, und unter anderem mehr Praxiseinsätze vorschreibt. Schon jetzt besuchen die Azubis der Sozialstation bereits im ersten Ausbildungsjahr regelmäßig Patienten zu Hause. „Dabei sind sie aber nie alleine, sondern werden immer von einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin begleitet“, erklärt Pflegedienstleiterin Kerstin Posniak. Genau für solche Aufgaben sind die Praxisanleiter da.

Fortbildung in diesem Monat abgeschlossen

Bisher gab es in der Sozialstation mit Bettina Paulicke eine, nun haben sich mit Teresa Linsin und Waldemar Slotta zwei weitere Pfleger zu Anleitern ausbilden lassen. „Ich hatte schon immer Spaß daran, mit jungen Menschen zu arbeiten“, sagt Linsin. Darum war es für die 33-Jährige klar, die halbjährige Ausbildung an der Theresia-Scherer-Schule in Herten zu absolvieren, als die Geschäftsführung sie danach fragte. Jeweils eine Woche im Monat eigneten sie und Slotta sich dabei didaktische und pädagogische Fähigkeiten an, um ihr Wissen professionell weitergeben zu können. Im Mai haben beide ihre Fortbildung abgeschlossen.

45 Pfleger machen 90000 Hausbesuche

Derzeit hat die Sozialstation in Rheinfelden, in der rund 45 Pfleger etwa 90 000 Hausbesuche pro Jahr machen, eine Auszubildende, die nach drei Jahren kurz vor ihrem Abschluss als Altenpflegerin steht. Posniak hofft, dass sich für das neue Ausbildungsjahr, das im Herbst beginnt, mehrere Anwärter bewerben, damit die drei Stellen voll werden. Einfach sei die Suche nach Nachwuchs nicht.

Caritas investiert viel in die Ausbildung

Dabei hat die Caritas Hochrhein in den vergangenen Jahren viel in ihre Ausbildung investiert. So wurden, zusätzlich zu den Praxisanleitern vor zwei Jahren die Mentoren eingeführt. Dabei wird jedem Auszubildenden ein Mitarbeiter zur Seite gestellt, der Ansprechpartner für einfach alles ist. Als dritten Baustein hat die Caritas Hochrhein vor etwa einem Jahr den dritten Lernort eingeführt. Ausbildungskoordinatorin Elena Gamp hat das Konzept erarbeitet und wurde dafür mit dem Hochschulpreis der katholischen Hochschule ausgezeichnet.

Das Erlernte in der Praxis üben

Im dritten Lernort treffen sich die Pflegeazubis der Caritas Hochrhein – im Schnitt etwa 15 Stück – in der Sozialstation in Waldshut. Dort können sie das in der Schule Erlernte in der Praxis üben. „Es gibt etwa eine 1,80 Meter große Pflegepuppe, der man Spritzen geben und Verbände wechseln kann“, erläutert Stephanie Grün, Geschäftsbereichsleitern der Sozialstation.

Lehrlinge zu finden, ist nicht einfach

Mit all diesen Mitteln möchte die Caritas eine hochwertige Ausbildung garantieren. Dass es trotzdem nicht einfach ist, Lehrlinge zu finden, liegt laut Grün auch an dem schlechten Image der Pflegeberufe, das ihrer Meinung nach aber völlig ungerechtfertigt ist. „Es ist so ein spannender und vielfältiger Beruf.“ Zudem werde die Ausbildung gut vergütet. Während die Politik gerade über einen Mindestlohn von 515 Euro im ersten Lehrjahr diskutiert, werden Pflegelehrlinge der Caritas nach den Arbeitsvertragsrichtlinien der Deutschen Caritasverbands (AVR) bezahlt und erhalten schon im ersten Lehrjahr 1140 Euro, im dritten Lehrjahr 1300 Euro.