Neuer Wohnraum soll südlich der Römerstraße entstehen. Die Bewohner des Quartiers fürchten den Verlust von Grünflächen und zusätzlichen Verkehr. Die Planer sagen, dass die Grünflächen sich nur verlagern.

Zum zweiten Mal informierte die Verwaltung über die Änderung des Bebauungsplans "Zwischen der Hardt-, Müßmatt-, Römer- und Unteren Dorfstraße", wo die städtische Wohnbau auf eigenen Grundstücken günstigen Wohnraum in mehreren Blöcken und für Familien in Reihenhäusern erwerbbares Wohneigentum schaffen will. Der Bebauungsplan befindet sich derzeit in der zweiten Offenlage. Wie schon die erste Bürgerinformation war auch die zweite wieder von einigen Einwohnern des Quartiers besucht.

  • Planungsziel Nachverdichtung: „Wir wollen die grüne Mitte erhalten“, warb Architekt Thomas Thiele für die Nachverdichtung. Zwei achtstöckige Gebäude mit jeweils 45 Wohnungen und eigenen Tiefgaragen sollen zwischen die Gebäude gleicher Höhe in der Römerstraße gesetzt werden, auf die heutigen Stellplatzflächen. Mittig im Quartier, am Linsenbachweg, sollen Reihenhäuser entstehen. Thiele erklärte, dass seit der ersten Offenlage die größte Veränderung sich im mittleren Bereich ergeben habe, wo anstelle eines Parkdecks ein vierzehnstöckiges Turmgebäude, gekoppelt mit Parkdeck und Tiefgarage, sowie nach Süden ins Quartier ausgerichtetem Kindergarten geplant ist. Dafür wurden zuvor geplante Anbauten an Gebäuden der Wohnbau wieder gestrichen.
  • Projektstart 2019: Markus Schwamm, Geschäftsführer der Wohnbau, führte aus, dass ab Sommer die Bauarbeiten am westlichen Gebäude hinter dem Gebäude an der Ecke Edmund-Schweizer-Straße beginnen sollen, und etwa ein halbes Jahr später die Bauarbeiten am östlichen Gebäude gegenüber der DRK-Zentrale, wo auch ein großer Ausweichparkplatz für die entfallenden Stellplatzflächen in der Bauzeit entstehen soll. In einem Block sollen preisgünstige Mietwohnungen angeboten werden, im anderen am Markt orientierte. Reihenhäuser, Hochhaus und die große Tiefgarage sind noch in Planung. Die alte Tiefgarage muss saniert werden, so dass sich ein größerer Neubau anbietet. Die meisten oberirdischen Parkplätze sollen nach Abschluss der von Schwamm geschätzt dreijährigen Bauzeit in Tiefgaragen verlegt werden.
  • Anwohner haben Fragen: Seitens der Anwohner gab es viele Rückfragen wegen des mittigen Grünbereichs im Quartier, den sie durch die Reihenhäuser und den Wohnturm bedroht sehen. Eberhardt hob hervor, dass die meiste Bautätigkeit auf jetzigen Stellplatzflächen stattfinde, und insgesamt die Grünflächen kaum weniger werden. Schwamm erklärte, dass das Turmgebäude näher an die Römerstraße rücke und so in der Mitte Platz gewonnen werde. Allerdings würden die Grünflächen sich völlig verändern, da sie einer kompletten Umgestaltung unterzogen werden sollen. Für Diskussion sorgte auch die jetzt schon als schwierig eingeschätzte Parkplatzsituation, wozu die Planer feststellten, dass nach Abschluss der Arbeiten mehr Parkplätze zur Verfügung stünden als zuvor.
  • Thema mittige Grünfläche: Eberhardt fasste zusammen, dass er aus der Veranstaltung die Stellplatzfrage, insbesondere Parkplätze für Besucher, mitnehme. „Der wichtigste Punkt erscheint mir, die Fragestellung zu der mittigen Grünfläche zu sein“, stellte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt fest und erklärte, dass noch mal überlegt werde, wie man mehr Fläche in die Mitte bekäme. Eine Möglichkeit wäre, den Standort des Kindergartens näher an den Wohnturm zu schieben. Eberhardt kündigte an, das Grünflächenmaß ermitteln zu wollen, um zu zeigen, dass sie nur verlegt, aber insgesamt erhalten blieben. Dem Wunsch einer Anwohnerin, dass der alte Baum am Spielplatz erhalten bleiben solle, konnte Architekt Thiele gleich nachkommen. Der Baum soll stehen bleiben.