Das neue Domizil unter dem Dach der Wohnbau ist in Arbeit und die Vorfreude auf den Umzug bei den Beteiligten groß. Künftig können die Besucher ebenerdig anliefern und barrierefrei den Büchertausch Rheinfelden in der Nollinger Straße 50/52 betreten.

Bei der Vorstellung des Projekts am Montag ist noch ein Rohbau Treffpunkt. Die Strukturen für die neue Nutzung aber sind schon sichtbar. Der frühere Fahrradabstellraum vollzieht dabei eine Wandlung zum Wohnraum im Zuge der Generalsanierung des Mehrfamiliengebäudes durch die Wohnbau für über eine Million Euro. Im Hofbereich des Gebäudes befindet sich der Eingang des künftigen Büchertauschs. Drei Räume und wiederum 54 Quadratmeter Raum können die Ehrenamtlichen dann bewirtschaften.

Platz für 10.000 Bücher

Wer eintritt, geht auf einen Tresen zu, an den Wänden bietet sich viel Stellraum für künftig schmale Regale. Die Regalflächen braucht die Einrichtung auch. Ulrike Huber, seit langen Jahren ehrenamtlich aktiv im Büchertausch-Team, rechnet mit einem Bedarf von etwa 10.000 Büchern, die in Rubriken einzuordnen sind. Der Bestand befindet sich ständig in Bewegung. Bücher kommen und gehen, wie treue Kunden wissen. Dass es bald zum Umzug der Einrichtung kommt, die ein Team von zwölf Ehrenamtlichen am Laufen hält, daran wirken mehrere Beteiligte mit.

Der Nollinger Ausschuss hat schon vor zwei Jahren Kontakt mit Bürgermeisterin Diana Stöcker aufgenommen. Sie erklärte beim Pressegespräch auch deutlich, dass die Unterkunft im alten Rathaus „sehr alt und abgewirtschaftet“ sei und hoher Sanierungsbedarf bestehe. Es stellte sich die Frage, ob das Sinn macht. In gemeinsamer Prüfung verschiedener Varianten als Übergangslösung oder ein dauerhaft neues Zuhause, so Stöcker, hat sich der Wohnbau die Lösung gefunden. Und darüber gibt es ungeteilte Freude. „Frau Huber hat sich sofort verliebt“, betonte Stöcker. Das bestätigt Ulrike Huber. Sie lobt den guten Zugang, die Stellmöglichkeiten und die gute Erreichbarkeit: „Es freuen sich alle im Team.“ Im Hof können bis zu drei Fahrzeuge abgestellt werden.

Bücher im Recycling

Dass es schon seit über 15 Jahren einen Büchertausch in der Stadt Rheinfelden gibt, geht auf die Unterstützung der Abfallwirtschaft des Landkreises zurück. Die unterhält in Lörrach und Schopfheim noch zwei weitere Einrichtungen und zahlt weiter die Miete und Nebenkosten, bestätigt Betriebsleiterin Silke Bienroth mit Dank für das „tolle Engagement der Ehrenamtlichen“. Der Einsatz des Kreises entspringt dem Recyclinganspruch, wonach gelesene Bücher möglichst lange im Kreislauf bleiben, denn auch Bienroth weiß: „Bücher wegwerfen tut weh.“

Um die Wiederverwertung des Lesestoffs ist es nach wie vor gut bestellt. Der Büchertausch „wird sehr gut frequentiert“ an den beiden Öffnungstagen (Mittwoch 18 bis 20 Uhr und Samstag von 9 bis 12 Uhr). Es sind Stammkunden, aber auch ständig neue, die es schätzen, sich von Lesestoff trennen zu können und im Tausch einen neuen mitzunehmen und das alles kostenlos. Nur bei Kochbüchern, mit denen das Team gerade überschwemmt werde, tritt Huber auf die Bremse. Die werden nicht mehr gerne angenommen. „Krimis sind bei uns der Renner“, sagt sie zur Hitliste und verweist auch auf eine schöne und umfangreiche Kinderabteilung, die aber nicht den Zuspruch finde, den sie verdiene. Das kann noch werden, gibt sich die Bürgermeisterin zuversichtlich für den neuen Standort, der ein neues Publikum durch die Umgebung bringe und auch neue Helfer erschließe, die gerne noch ins Team aufgenommen werden.

Hausherrin ist die Wohnbau

Mehrere 10.000 Euro legt die Wohnbau für den Einzug des Büchertauschs in der Nollinger Straße an, wie Wohnbaugeschäftsführer Markus Schwamm mit Blick auf das 1954 gebaut Haus sagt, das damals 115.000 D-Mark gekostet hat. Projektleiter Dieter Model kündigt für die weiteren Arbeiten am Gebäude an, dem Haus einen Touch zu geben, dabei lässt sich auch ein feiner Schriftzug Büchertausch vorstellen. Für Karin Paulsen-Zenke und Rainer Vierbaum als Sprecher des Nollinger Ausschusses stellt sich die Entwicklung für den Büchertausch als „super Lösung“ dar. Sie können deshalb auch verschmerzen, dass die Einrichtung den Namenszusatz Nollingen verliert.